Die Bundeswehr führt aktuell militär-taktische Übungen an drei urbanen Standorten in Berlin durch. Der Grund: Kriegsvorbereitungen gegenüber Russland. Parallel dazu spricht Pistorius auf der Berliner Sicherheitskonferenz und Selenskyij von Krieg gegen Russland „2029 oder 2030″.
„Bollwerk Bärlin III“ – so lautet der Name des Übungseinsatzes des Berliner Wachbataillons der Bundeswehr, das vom 17. bis 21. November an drei urbanen Standorten in der Hauptstadt abgehalten wird. Die Orte umfassen den U-Bahnhof Jungfernheide, die „Fighting City“ (ein Trainingsgelände der Polizei in Ruhleben) sowie das Gelände des ehemaligen Chemiewerks Rüdersdorf.
Um ihren Auftrag im Ernstfall möglichst effektiv wahrnehmen zu können, trainieren die Soldatinnen und Soldaten unter den realistischen Bedingungen der Großstadt. Deshalb werde ein Teil der Übung bewusst im öffentlichen Raum durchgeführt. Die Übung zieht dazu große Medienwirksamkeit auf sich.
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Militärübung in der Hauptstadt – kein Zufall
Die Wahl der drei Standorte in der Hauptstadt ist kein Zufall: Es gehe um „das Training im dynamischen urbanen Umfeld Berlins – also mitten in der größten Stadt Deutschlands mit allen Bedingungen, die das mit sich bringt: enge Bebauung, viele Menschen, Verkehr auf unterschiedlichen Verkehrsträgern.“
Dort wird Jagd gemacht auf „irreguläre Kräfte“ wie potentielle Saboteure des Schienennetzwerks. Es wird der Abtransport von Verletzten geübt. Und geschossen wird auch, wenngleich ohne echte Munition. Geübt wird der Krieg im Tunnelnetzwerk einer deutschen Großstadt. „Wir müssen letztlich vom scharfen Ende denken. Es geht darum, einsatzbereit zu sein für das, was im schlimmsten Fall passieren könnte“, so der leitende Oberstleutnant Maik Teichgräber: Bei der Übung geht es um das Schützen und Sichern verteidigungswichtiger Infrastruktur sowie von Einrichtungen der Bundesregierung.
Dass damit eine kommende kriegerische Konfrontation mit Russland gemeint ist, stellt er später auch noch einmal klar. So habe der Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erst einige Stunden zuvor auf der Berliner Sicherheitskonferenz vor der hybriden Kriegsführung und Sabotageversuchen Russlands gewarnt. In Teichgräbers Worten: „Wir haben, wie die gesamten Streitkräfte, den Auftrag, einsatzbereit zu werden. Unser Minister hat es ‚kriegsfähig‘ genannt.“
Der Verteidigungsminister will im Krieg gegen Russland siegen
Der ganz normale Wahnsinn: Kriegsvorbereitungen in deutschen Innenstädten
Eigentlich sieht man das Berliner Wachbataillon eher bei großen Ehrenempfängen, wie beim Besuch von Staatsgästen und dergleichen. Nun kann man die Kamerad:innen aber auch am Maschinengewehr kniend in der Berliner U-Bahn beobachten. „Neben dem protokollarischen Dienst“ habe das Bataillon laut Bundeswehr auch „einen klaren infanteristischen Auftrag.“
Parallel dazu formulieren „Verteidigungsexpert:innen“ wie Boris Pistorius oder Strack-Zimmermann (FDP), dass es die Absicht des russischen Präsidenten Putin sei, Deutschlands Stabilität nicht nur konventionell, sondern auch durch hybride Kriegsführung wie Sabotageakte und „Desinformation“ im Internet zu attackieren. Alle sind sich zudem einig, dass es einen Krieg gegen Russland Ende dieses Jahrzehnts gibt. Dies erklärte nun auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij vergangenen Donnerstag auf Telegram. Wir müssten uns auf einen „großen Krieg“ vorbereiten, „2029 oder 2030″.
Zurück zur Gegenwart: Die Bundeswehr kündigte an, es könne im Übungszeitraum vom 17. bis 21. November 2025 örtlich zu Verkehrsbehinderungen, Umleitungen und erhöhter Präsenz von Einsatzfahrzeugen der Bundeswehr sowie von Soldatinnen und Soldaten im Großraum Berlin kommen. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, „den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen“ und die Regeln zum Umgang mit militärischen Kolonnen anzuwenden.

