Im Zuge einer Demonstration wurde die Technische Universität München kurzzeitig von Aktivist:innen besetzt. Anlass für die Besetzung ist die Kooperation der Uni mit anderen Hochschulen in Israel.
Zu einer Kundgebung unter dem Motto „Students against TUM Complicity – Stop Research for Apartheid“ am Königsplatz hatten die Organisationen Uni for Palestine, Palästina spricht und Klasse gegen Klasse aufgerufen.
Rund 200 Personen folgten dem Aufruf und beteiligten sich an der Aktion. Nicht nur Studierende aus München, sondern auch aus umliegenden Städten wie Regensburg riefen zu der Demonstration auf.
Fördergelder aus Israel
Als eine von drei Universitäten weltweit unterstützt die TU München den Genozid in Gaza ganz konkret. Durch eine direkte Zusammenarbeit mit deutsch-israelischen Rüstungskonzernen und Forschungskooperationen profitiert die Universität vom anhaltenden Genozid in Gaza. 22 Partnerschaften pflegt die TUM mit israelischen Militär- und Technologieunternehmen. Was sie dafür erhält sind elf Millionen Euro an Fördergeldern.
Der Präsident der Uni, Thomas Hofmann, äußerte sich selber in einem Artikel zu der Forschung für Militärzwecke. Laut ihm müssten Hochschulen aufhören, „sich hinter der Zivilklausel zu verstecken.“
Auf diese Worte hin ließen die Münchener Aktivist:innen Taten folgen und machten klar, dass sie nicht auf der Seite des Genozids in Palästina stehen. Während der Kundgebung löste sich ein Teil der Demonstrierenden ab und begab sich ins Gebäude der TU München.
In der Universität selbst hingen die Demonstrierenden ein Transparent mit der Aufschrift: „Cut ties with genocide from TUB to TUM“ auf. Durch Megaphone machten sie darauf aufmerksam, aus welchem Grund die Besetzung durchgeführt wird. Flugblätter, die in der Uni verteilt wurden und gezündete Pyrotechnik auf dem Dach verstärkten die Wirkung der gesamten Besetzung.
Die gesamte Zeit über fand eine Kundgebung vor dem Eingang der TU statt, die sich mit der Besetzung solidarisierte und eine kämpferische Stimmung aufrecht erhielt.
Und wie geht’s weiter?
Die Forderungen der Studierenden und Protestierenden sind klar: Ein Ende der Partnerschaften mit israelischen Institutionen, ein Ende der Militärforschung und auch eine Demokratisierung der Universität von und für Arbeiter:innen und Studierende. Weitere Reaktionen der Universität bleiben abzuwarten.
Berufsverbot an der TU München – Kapitalismuskritik unerwünscht
Für Jona S. vom Studierendenkollektiv, die sich an der Demonstration beteiligte, ist jedoch eins klar: „Der Kampf an den Universitären für ein freies Palästina geht weiter. Ob in Berlin, München oder sonst wo, Studierende wehren sich gegen die Unterstützung des Völkermords und das mit allen möglichen Mitteln und Wegen.“
Druck auf beispielsweise die Unileitung könne nicht nur mit Demonstrationen oder ähnlichem außerhalb der Uni aufgebaut werden, sondern müsse gezielt dort stattfinden, wo auch der Alltag und schließlich die Forschung stattfindet.

