Eine Berliner Dauerbaustelle stellte den geregelten Ablauf der kommunistischen LLL-Gedenkdemonstration im Januar 2026 in Frage. Kostspielige Maßnahmen sollen sie nun doch ermöglichen.
Dauerbaustellen sind in Berlin nichts Neues. Jedoch wurde die Baustelle am Friedrichsfelder Zentralfriedhof zu einem potenziellen Problem für den reibungslosen Ablauf der LLL-Demonstration am 12. Januar 2026.
Im November hat das entsprechende Bezirksamt Emails versendet, laut denen die LLL „unter den bisherigen Bedingungen nicht stattfinden“ könne. Grund seien die sich in die Länge ziehenden Bauarbeiten am Vorplatz des Zentralfriedhofs. Die Durchführung einer Gedenkveranstaltung würde demnach „ein nicht kalkulierbares Risiko“ darstellen.
Die Partei Die Linke kritisierte eingangs das Hin- und Herschieben der Verantwortung zwischen Polizei und dem Grundflächenamt. Am Donnerstagabend gab die Stadträtin Filiz Keküllüoğlu (Grüne) nun jedoch bekannt, dass nach einer Ortsbegehung eine Möglichkeit gefunden wurde, die Veranstaltung wie gehabt stattfinden zu lassen.
Auf eine Anfrage von Perspektive antwortete die Berliner Polizei per E-Mail, dass weder den Anmelder:innen noch der Berliner Polizei aktuell Informationen vorliegen, dass die Demonstration oder das „Stille Gedenken“ nicht stattfinden könnten.
Kostspielige Maßnahmen
Bereits Anfang dieses Jahres kümmerte sich die Stadt um die Auffüllung der Baugruben mit Schotte. Diese Maßnahme reicht für die kommende LLL nun aber anscheinend nicht mehr aus. Die Polizei fordert hingegen gleich zehn Maßnahmen. Darunter das Auffüllen der Baugrube, die Errichtung von Absperrungen und das Aufschütten mit Sand, um Wurzeln eines Baumes zu schonen.
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Zusammen sollen die Maßnahmen gleich mehrere tausende Euro kosten. Sollten die Kosten die Obergrenze von satten 17.500 Euro überschreiten, könnte ein zeitintensives Vergabeverfahren eine rechtzeitige Bearbeitung der Baustelle verhindern und die Anmelder:innen erneut vor Herausforderungen stellen, die jährliche Gedenkveranstaltung wie gewohnt stattfinden zu lassen. Ein Unternehmen für den Auftrag müsse noch gefunden werden.

