Am 25. November nehmen sich Frauen seit Jahrzehnten weltweit die Straßen. Während häusliche Gewalt und frauenfeindliche Straftaten zunehmen, kämpfen Frauenhäuser in Deutschland ums Überleben. Zahlreiche Organisationen und Bündnisse rufen daher zu Aktionen gegen patriarchale Gewalt, soziale Kürzungen und Rassismus auf. – Ein Überblick.
Die neueste Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) verdeutlicht: Gewalt gegen Frauen steigt weiterhin an und reicht bis zur Tötung der Frau, die meist in Ex-/Beziehungen verübt wird. 308 Frauen und Mädchen wurden im Jahr 2024 getötet. Bis Anfang November 2025 zählte die Kampagne Femizide Stoppen zudem mindestens 84 an die Öffentlichkeit gelangte Femizide.
Zudem erhöhte sich die Zahl der frauenfeindlichen Straftaten (558) um 73,3 Prozent. Sexualstraftaten (53.451) stiegen laut BKA um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und die Zahl der häuslichen Gewalt (187.128) stieg um 3,5 Prozent an. Gleichzeitig kämpfen Fraueneinhäuser und andere Gewaltschutzeinrichtungen gegen massive Kürzungen.
Zuletzt protestierten Frauen in Berlin gegen die Sparmaßnahmen. Sie blockierten eine Treppe im Abgeordnetenhaus und riefen dabei „Berlin lässt uns verrecken!“. Denn alleine in Berlin ereigneten sich im Jahr 2024 etwa 28 Femizide, doch es fehlen bereits jetzt rund 500 Frauenhaus-Plätze gemessen an den Vorgaben der Istanbul Konvention.
„Berlin lässt uns verrecken!“ – Frauen protestieren gegen Kürzungen von Hilfsangeboten
Bundesweite Aktionen gegen patriarchale Gewalt, soziale Kürzungen und Rassismus
Auch in diesem Jahr rufen zahlreiche sozialistische Organisationen zu Protesten rund um den ‚Tag Gegen Gewalt an Frauen‘ auf. So zum Beispiel ein Aktionsbündnis aus dem baden-württembergischen Freiburg, das die massive Aufrüstung kritisiert. Milliarden würden für Militär und Polizei locker gemacht, während Gelder für Frauenhäuser gekürzt werden.
Ein Berliner Bündnis zum ‚Tag gegen Gewalt an Frauen‘ macht zudem auf die zunehmende Gewalt gegen Frauen in den Kriegen auf der ganzen Welt aufmerksam. Sie richten sich außerdem gegen „das rassistische Narrativ, patriarchale Gewalt sei ein ‚importiertes Problem‘“, das zuletzt in den „Stadtbild“-Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz Wellen schlug.
Eine kürzlich erschienene Studie der Universität Tübingen, die alle Fälle von Femiziden aus fünf Bundesländern des Jahres 2017 ausgewertet hat, unterstützt diese Analyse. „Femizide sind kein „importiertes Problem“, sondern Ausdruck patriarchaler Strukturen, die – wenn auch in unterschiedlicher Form – in allen Gesellschaften existieren“.
Wir Töchter kämpfen gegen Rassismus und Frauenhass, Herr Merz!
„Dieser Staat schützt mich nicht“
Während Frauen in Freiburg unter dem Motto „Dieser Staat schützt mich nicht – meine Schwestern schützen mich“ auf die Straßen gehen, ruft auch die Kämpfende Jugend Bremen zu einer Demonstration auf. Auch sie sagen klar: Der deutsche Staat hält die Unterdrückung von Frauen aufrecht und ist Teil des Problems.
Dabei nehmen sie auch Bezug auf die sexualisierte Polizeigewalt im Rahmen der antimilitaristischen Demonstration in Köln beim Rheinmetall Entwaffnen Camp im September. Doch davon wollen sie sich nicht kleinkriegen lassen: „Nicht nur die patriarchale Gewalt des Staates eint uns, sondern eben dieser ungebrochene Wille zum Kampf gegen eben diese Verhältnisse und Angriffe.“
Das Berliner Bündnis stellt zudem klar, dass bereits die Mirabal-Schwestern, auf die der Tag gegen Gewalt an Frauen zurückgeht, das System hinter patriarchaler Gewalt erkannt haben. Unter dem Motto „Gegen ihre Kriege – Frauen in die Offensive“ rufen sie „alle Frauen auf, mit uns gemeinsam auf die Straßen zu gehen“.
Von Berlin über Bremen und Köln bis nach Freiburg rufen mehrere Dutzend Organisationen, Initiativen und Bündnisse zu Aktionen auf. Im folgenden findet sich ein Überblick über die bundesweit stattfindenden Demonstrationen am 24. und 25. November:
Augsburg
25.11 | 19 Uhr | Königsplatz
Berlin
24.11. | 18 Uhr | Frankfurter Tor
Bielefeld
25.11 | 18 Uhr | Altes Rathaus
Brandenburg (Havel)
25.11. | 17 Uhr | Hauptbahnhof
Bremen
24.11 | 17 Uhr | St. Jürgen
Dessau
25.11. | 18 Uhr | Bauhausmuseum
Dortmund
25.11. | 18 Uhr | Möllerbrücke (Kundgebung)
Dresden
25.11 | 18:30 Uhr | Bahnhof Mitte
Duisburg
25.11 | 17 Uhr | Hamborn Altmarkt
Düsseldorf
25.11 | 17:30 Uhr | Bilk S
Essen
24.11. | 18 Uhr | Willy-Brandt-Platz
25.11 | 17 Uhr | Willy-Brandt-Platz
Frankfurt
25.11. | 18 Uhr | Willy-Brandt-Platz
Freiburg (Breisgau)
25.11. | 18 Uhr | Platz der Alten Synagoge
Gießen
25.11. | 17:30 Uhr | Katharinengasse/Seltersweg (Kundgebung)
Halle (Saale)
25.11 | 16 Uhr | Leipziger Turm (Kundgebung)
Hamburg
24.11. | 18:30 Uhr | Grüner Jäger
25.11. | 18 Uhr | S Landwehr
Hannover
25.11 | 17 Uhr | Steintor
25.11. | 18 Uhr | Opernplatz
Hildesheim
24.11. | 19 Uhr | Ottoplatz
Kassel
24.11. | 18 Uhr | Platz der 11 Frauen
Kiel
24.11. | 18 Uhr | Exerzierplatz
Köln
24.11. | 17:30 Uhr | Bahnhof Mülheim
25.11. | 18 Uhr | Neptunplatz
Leipzig
25.11. | 18 Uhr | Alexis-Schumann-Platz
Magdeburg
25.11. | 17 Uhr | Nicolaiplatz
Münster
25.11. | 17 Uhr | Paul Wilf Statue
25.11. | 19:15 Uhr | Adoplh Kolping Platz (Gedenkkundgebung)
Nürnberg
25.11. | 18 Uhr | Lorenzkirche
Regensburg
25.11. | 18:30 Uhr | Frauennotruf
Rosenheim
25.11 | 19 Uhr | Ludwigsplatz
Ulm
25.11 | 16 Uhr | Kundgebung Münsterplatz
Stuttgart
25.11. | 17:30 Uhr | Wilhelmsplatz
Wuppertal
25.11. | 17 Uhr | Schwebeplatzstation Hbf

