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Aufrüstung in Europa: Neues Wehrdienst-Projekt in Großbritannien

Unter dem Vorwand einer russischen Gefahr will Großbritannien ihr Militär ausbauen. Dafür braucht der britische Staat vor allem neues Personal: Mit einem neuen Pilotprojekt soll ein freiwilliges „Überbrückungsjahr“ junge Menschen anlocken.

Mit einem neuen Pilotprojekt will das britische Militär neue Rekrut:innen sammeln. Dazu sollen jetzt junge Erwachsene unter 25 zu einem bezahlten militärischen Überbrückungsjahr gelockt werden, wobei das Programm zuerst 150 Plätze umfasst, bei Erfolg dann aber auf 1.000 Plätze pro Jahr erweitert werden soll. Vorgesehen ist ein Start des Programms ab März 2026.

Je nach Abteil geht das Programm entweder ein oder zwei Jahre. Den Plänen zufolge sollen die Teilnehmenden dabei eine Grundausbildung durchgehen, einen Status als Reservist:in soll man dadurch aber nicht erhalten. Durch fehlende langfristige Verpflichtung soll so die Hemmschwelle zum Beitreten gesenkt werden.

Militärische Aufrüstung: Alle gegen alle?!

Aufrüstung und neue Wehrdienste in ganz Europa

Ähnlich wie Deutschland und andere europäische Länder rüstet auch Großbritannien unter dem Vorwand einer russischen Gefahr im großen Stil auf. Auch der britische Staat ist bisher jedoch nicht in der Lage, genug Personal für den Ausbau der Armee zu finden. Während in Deutschland mit dem neuen Wehrdienstgesetz Männer einen Fragebogen ausfüllen müssen und bald auch zur Musterung gezwungen werden, setzt Großbritannien vorerst mit dem neuen Modell auf Freiwilligkeit.

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Für manche wie den Verteidigungsminister der Opposition James Cartlidge (Conservative Party) geht das nicht weit genug. Er meinte, die „kleinen Zahlen machen nichts für unsere Kriegstüchtigkeit“ und prahlte damit, dass die Conservative Party bereit wäre, „ernsthaft unser Land zu verteidigen“. Er verwies dabei auf einen Plan, nach dem 50 Milliarden Pfund an Klima- und Forschungsgeldern direkt an das Militär umverteilt werden könnten.

Um die Zahlen im Militär weiterhin möglichst steigern zu können, soll dabei auch die Präsenz von Soldat:innen an Schulen erhöht werden. Die britische Wehrpflicht selbst war in den 1960ern abgeschafft worden, aktuell bilden die British Army außerdem weniger Rekrut:innen aus als noch vor ein paar Jahren.

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