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Telekom und Schwarz-Gruppe: Milliardenschwere KI-Rechenzentren geplant

KI-Modelle wie ChatGPT boomen – Unternehmen in Europa, den USA und in China kämpfen im Wettstreit um die neuesten und besten Modelle. Mit einem Elf-Milliarden-Euro-Großrechenzentrum wollen die Schwarz-Gruppe und Telekom ins Rennen einsteigen.

Mit dem derzeitigen Hype um KI-Tools wie ChatGPT, Deepseek, Grok, etc. bauen derzeit sowohl Konzerne in den USA als auch in China gigantische Rechenzentren, um neue KI-Modelle zu entwickeln und einzusetzen. Die Investitionen bewegen sich dabei teils im Raum mehrerer hundert Milliarden US-Dollar, tendenziell steigend.

Für rund elf Milliarden Euro wollen die Deutsche Telekom und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland, etc.) nun ein solches Großrechenzentrum im brandenburgischen Lübbenau errichten. Ein kleineres Rechenzentrum plant die Telekom derzeit auch mit dem US-amerikanischen Chip-Hersteller Nvidia in München. Kürzlich kündigte auch der Konzern Google eine Investition von 5,5 Milliarden Euro in Rechenzentren in Deutschland an.

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KI-Modelle haben sich in unterschiedlichen Formen bereits in vielen Teilen des Alltags durchgesetzt, so zum Beispiel bei sogenannten Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, die direkt in der Suchmaschine eingebaut sind. Eine ähnliche Form der „Generative AI“ ist die künstliche Bild- und Videogenerierung. Sie findet sich in Werbungen, Logos oder als selbsternannte „Kunst“. Diese Modelle benötigen riesige Rechenzentren, einerseits zum „Trainieren“, andererseits, um sie einzusetzen.

KI und Chips im imperialistischen Wettkampf

KI-Modelle werden allerdings nicht nur für zivile Zwecke genutzt. Die gleiche Technologie ermöglicht auch die Entwicklung von Software, die zur Überwachung und Kriegsführung genutzt wird, um gesuchte Ziele zu finden, zu verfolgen und in Fällen wie in Gaza auch zum Morden. Hier dienen KI-Modelle vor allem der Identifikation von unliebsamen und teils willkürlich ausgewählten Personen, die dann von den israelischen Streitkräften gezielt ausgelöscht werden.

Ob zivil oder militärisch, KI-Modelle haben für alle imperialistischen Mächte einen hohen strategischen Wert. Um im KI-Wettrüsten nicht zurückzufallen und abhängig von anderen Mächten zu werden, plant daher auch die EU-Kommission, bis zu 20 Milliarden Euro an Fördermitteln für KI bereitzustellen.

Solche Rechenzentren benötigen auch eine große Menge an Chips. Die Nachfrage ist so hoch, dass selbst im privaten Bereich die Preise von Arbeitsspeichern, SSDs und Grafikkarten enorm angestiegen sind. Die Chips selbst werden dabei meist von TSMC in Taiwan hergestellt und benötigen seltene Erden, wobei China der größte Exporteur dieser ist. Überraschend ist also nicht, dass sich Mächte wie die USA, China und die EU über Zugang zu Chips, Seltenen Erden und KI-Modellen streiten. Auch der deutsche Imperialismus beweist mit seinen neuen Projekten, dass er in diesem Wettkampf weit vorne mitspielen möchte.

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