Zeitung für Solidarität und Widerstand

Wehrpflicht als Realität: Erfahrungen aus der antimilitaristischen Bewegung in Griechenland

Während in Deutschland der Einstieg in die Wehrpflicht neu vorbereitet wird, ist sie in Griechenland seit Jahrzehnten gelebte Realität. Wir haben mit Giorgos Pandis von der Kommunistischen Befreiung gesprochen, der uns über die Arbeit ihres Antikriegskomitees berichtet.

Kannst du einen Überblick über deine Organisation geben?

Die Kommunistische Befreiung (Κομμουνιστική Απελευθέρωση) ist eine Organisation der antikapitalistischen, revolutionären, kommunistischen Linken in Griechenland. Es handelt sich um einen Zusammenschluss gleichgesinnter Personen, die für den revolutionären Sturz des Kapitalismus, für die Demokratie der Arbeiter:innen und für die kommunistische Befreiung der Gesellschaft kämpfen.

Wir unterstreichen die reale Notwendigkeit einer Wiederaufnahme der kommunistischen Befreiungsstrategie auf der Grundlage des revolutionären Marxismus. Wir haben versucht, uns den wichtigsten theoretischen und politischen Fragen unserer Zeit anzunähern, um eine zeitgemäße revolutionäre Strategie und Taktik zu entwickeln, die auf dem militanten Marxismus, leninistischen Analysen und den Erfahrungen proletarischer Revolutionen und Bewegungen bis heute basiert.

Wir möchten, dass dieser Dialog eine internationale Ausrichtung hat und sich mit revolutionären Perspektiven unabhängig von ihren historischen Ursprüngen und bestehenden Internationalen befasst, um ein neues strategisches Programm und Schritte zum Wiederaufbau der kommunistischen Perspektive zu entwickeln.

In Griechenland besteht seit der Gründung des Staates Wehrpflicht. Wie sieht der aktuelle rechtliche Rahmen dafür aus?

In Griechenland ist der Militärdienst verfassungsrechtlich für alle wehrfähigen Bürger verpflichtend – eine Pflicht, die tief im staatlichen Verständnis von Bürgerschaft verankert ist. Jüngste Gesetzesreformen markieren eine bewusste Verschärfung der staatlichen Kontrolle über die Bevölkerung.

Die Änderungen betreffen insbesondere die Ausweitung der Wehrpflicht auf nahezu alle jungen erwachsenen Männer, die Einschränkung von Zurückstellungen, die stärkere Verknüpfung bestimmter Privilegien mit der Ableistung des Militärdienstes sowie die ausdrückliche Einbeziehung von Frauen in entsprechende Verpflichtungen.

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Diese Reformen tragen zur gesellschaftlichen Normalisierung militärischer Strukturen bei, indem Gehorsam gegenüber militärischer Autorität zunehmend als selbstverständlicher Bestandteil staatsbürgerlicher Verantwortung dargestellt wird. Sie versuchen zu verschleiern, dass das Militär im Dienste der bürgerlichen Klasse und ihrer Interessen steht, und präsentieren es als Beschützer angeblich gemeinsamer nationaler Interessen.

Wie ordnest du diese neuen Reformen politisch ein?

Aus einer kritischen, antimilitaristischen Perspektive offenbaren die Reformen die weitergehenden Ambitionen des griechischen Staates. Es handelt sich nicht nur um administrative Anpassungen, sondern um Instrumente zur Festigung sozialer Disziplin, zur Vorbereitung einer Bevölkerung, die darauf konditioniert ist, staatlichen und ökonomischen Interessen zu dienen, sowie zur Verankerung militärischer Logik im Alltag.

Durch die Ausweitung der Wehrpflicht und die Verschärfung bestehender Kontrollmechanismen wird eine systematische Orientierung auf militärische Einsatzbereitschaft, gesellschaftliche Konformität und staatliche Loyalität gefördert. Die Gesetzgebung steht dabei im Zusammenhang mit den Interessen politischer und wirtschaftlicher Akteure, die Griechenlands strategische Rolle im östlichen Mittelmeerraum, im Nahen Osten und innerhalb Europas festigen wollen.

In diesem Kontext wird das Land zunehmend als Knotenpunkt für Energierouten, militärische Kooperationen und internationale sicherheitspolitische Strategien positioniert, was auch den fortdauernden griechisch-türkischen Konflikt mitprägt. Die Wehrpflicht fungiert somit nicht ausschließlich als Instrument der Landesverteidigung, sondern auch als Mittel gesellschaftlicher Steuerung im Rahmen sicherheits- und wirtschaftspolitischer Zielsetzungen.

Kritiker argumentieren, dass diese Politik demokratische Autonomie, bürgerliche Freiheiten und internationalistische Werte zugunsten einer militarisierten Staatsmacht opfert. Administrative Anreize, Karrierevorteile und die symbolische Einbeziehung von Frauen in die Wehrpflicht setzen die Bürger unter Druck, sich anzupassen, während die übergeordnete Strategie die Bevölkerung mit geopolitischen Zielen verbindet, die den Interessen der Elite dienen.

In diesem Licht betrachtet sind die Reformen keine neutrale Aktualisierung der Verteidigungspolitik, sondern eine bewusste Intensivierung der Militarisierung, die die Bürger zu Instrumenten des bürgerlichen Staates und Kapitals formt und die Gesellschaft auf bevorstehende Kriegshandlungen vorbereitet.

Heutzutage können diese Reformen nicht getrennt von den Plänen der EU für eine Kriegswirtschaft und Kriegsvorbereitungen (z. B. ReARM Europe) als Ausweg aus ihrer politischen und wirtschaftlichen Krise und auch als weiterer Schritt zum griechisch-türkischen Konflikt betrachtet werden.

Wie ist die derzeitige öffentliche Meinung zur Wehrpflicht?

Im heutigen Griechenland wird der Militärdienst von jungen Menschen aus verschiedenen Perspektiven wahrgenommen: Erstens gibt es die Auffassung, welche die Wehrpflicht als gesetzlich verankerte staatsbürgerliche Pflicht versteht – als Verantwortung des Einzelnen gegenüber dem Staat, die trotz ihrer Belastungen und Einschränkungen als Beitrag zur kollektiven Sicherheit und zum Funktionieren der Demokratie gilt. Diese Auffassung wird vor allem von der herrschenden Klasse propagiert.

Daneben steht eine zweite Perspektive, welche die Wehrpflicht nicht nur als Pflicht, sondern als militaristische und patriarchale Institution kritisiert. Aus dieser Sicht reproduziert sie überholte Hierarchien, geschlechtsspezifische Rollenerwartungen und eine Kultur strenger Disziplin, die von vielen als unvereinbar mit den Werten einer modernen Gesellschaft angesehen wird.

Schließlich existiert eine stärker oppositionelle Haltung, die den Militärdienst als eine soziale „Schlinge“ begreift – als Mechanismus, der junge Menschen in einer Phase wirtschaftlicher Belastung, hoher Bildungsanforderungen und beruflicher Unsicherheit bindet und sie zwingt, ihr Leben an einem entscheidenden Punkt abrupt zu unterbrechen. Die Debatte um die Wehrpflicht ist somit keineswegs eindimensional.

Wie gehen junge Menschen in der Praxis mit der Wehrpflicht um?

Es gibt neben den genannten Strömungen eine bemerkenswerte Gruppe junger Menschen aus dem kommunistischen und antikapitalistischen linken Spektrum, welche die Wehrpflicht als einen Raum politischer und ethischer Intervention im Sinne des Friedens begreifen.

Sie gehen davon aus, dass ihre Präsenz innerhalb der Armee dazu beitragen kann, Klassenbewusstsein zu fördern, Kritik zu artikulieren und eine Kultur der Kriegsprävention zu stärken. Für sie ist der Militärdienst keine freiwillige Entscheidung, sondern eine auferlegte Verpflichtung, innerhalb derer sie kollektiv den Wert menschlichen Lebens sowie die Interessen der Arbeiter:innenklasse verteidigen wollen.

Gleichzeitig gibt es jene, welche die Wehrpflicht vollständig ablehnen, indem sie – aus Angst, aus grundsätzlicher Ablehnung des Militärs oder aus Überzeugung heraus, dass der Zwangsdienst mit ihrem psychischen Wohlbefinden unvereinbar ist – eine Befreiung aus psychiatrischen Gründen beantragen. Diese individuelle Form der Verweigerung ermöglicht jedoch keine kollektive Auseinandersetzung mit Wehrpflicht und Kriegsvorbereitung und sieht sich zunehmend mit verschärften staatlichen Regelungen konfrontiert.

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Eine eigenständige Position nehmen schließlich Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen sowie totale Wehrdienstverweigerer ein. Sie lehnen jede Beteiligung am Militär aus moralischen, politischen oder religiösen Gründen ab, auch wenn dies soziale Stigmatisierung, rechtliche Konsequenzen oder eine langfristige Konfrontation mit dem Staat nach sich zieht. Für sie ist die Verweigerung keine Form des Sich-Entziehens, sondern Ausdruck konsequenter persönlicher Haltung und politischer Überzeugung.

Wie arbeitet deine Organisation konkret in der Armee, wenn ihr dort als Wehrpflichtige organisiert seid?

Als kommunistische Organisation beteiligen wir uns am Aufbau von Netzwerken, die Wehrpflichtige, ehemalige Wehrpflichtige sowie Wehrpflichtigen-Komitees innerhalb der Armee zusammenführen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Menschenwürde und die Rechte der Arbeiter:innen zu verteidigen sowie der Militarisierung entgegenzutreten, die vom griechischen Staat und von internationalen kapitalistisch-militärischen Akteuren wie der NATO und der EU vorangetrieben wird.

Ein solches historisch gewachsenes Netzwerk trägt den Namen Spartakos (Spartacus). Es entstand als Antwort auf die fortbestehende Wehrpflicht in Griechenland und richtete sich gegen die Ausbeutung junger Menschen als billige Arbeitskräfte und als Instrumente staatlicher Macht.

Zugleich wandte es sich gegen nationalistische und militaristische Narrative, mit denen Kriege, imperialistische Interventionen und soziale Unterdrückung legitimiert werden. Solche Netzwerke wollen eine Vorreiterrolle dabei übernehmen, Wehrpflichtige bei der Organisierung innerhalb der Armee zu unterstützen und ihr Bewusstsein für ihre Rechte zu stärken.

Welche Herausforderungen habt ihr in eurer politischen Arbeit innerhalb des Militärs erlebt und welche Erfolge habt ihr erzielen können?

Zu den wichtigsten Errungenschaften der vergangenen Jahre zählen verschiedene Punkte.

Einerseits kann man hier die Verteidigung der Rechte von Wehrpflichtigen nennen. Der Plan der griechischen Regierung, die Wehrpflicht unmittelbar nach dem Schulabschluss ab dem 18. Lebensjahr einzuführen, konnte verhindert werden. Zudem trugen die Auseinandersetzungen dazu bei, die Dauer des verpflichtenden Militärdienstes in einer früheren Phase von zwölf auf neun Monate zu verkürzen.

Durch koordinierte anonyme Veröffentlichungen wurden viele illegale und unterdrückerische Praktiken aufgedeckt und gestoppt, was die Lebensbedingungen der Wehrpflichtigen in den Militärlagern spürbar verbesserte.

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Daneben war die Beteiligung an Antikriegsmobilisierungen ein wichtiger Teil der Arbeit. Mitglieder des Netzwerks, darunter auch Wehrpflichtige, beteiligten sich an Kampagnen und Demonstrationen gegen militärische Operationen von NATO und EU, unter anderem gegen die Kriege in Jugoslawien, im Irak, in Afghanistan, im Kaukasus sowie zuletzt gegen den Krieg im Gazastreifen.

Ganz konkret ging es um die Verhinderung der Teilnahme an internationalen Militäreinsätzen. Diese Aktivitäten spielten eine entscheidende Rolle dabei, Wehrpflichtige daran zu hindern, an Auslandseinsätzen der griechischen Armee teilzunehmen.

In der Arbeit unter den Wehrpflichtigen ging es auch um die Förderung von Solidarität und Internationalismus. Das Netzwerk fördert aktiv die Zusammenarbeit von Arbeiter:innen über nationale Grenzen hinweg und wendet sich gegen Nationalismus und Imperialismus.

Zuletzt haben wir versucht, repressive Einsätze des Militärs bei Unruhen und Aufständen aufzudecken und zu verhindern. Während der Massenproteste in Griechenland nach der Tötung eines Schülers durch die Polizei im Jahr 2008 wurden hunderte Wehrpflichtige organisiert, um sich einer militärischen Repression der Proteste zu widersetzen. Dabei wurden Unterschriften aus 52 Militäreinheiten gesammelt und kleinere Informationskampagnen innerhalb von Militärlagern durchgeführt, um Wehrpflichtige davon abzuhalten, repressive Befehle auszuführen. Das Netzwerk Spartakos spielte bei diesen Aktionen eine zentrale Rolle.

Gerichtsverfahren, administrative Sanktionen, Drohungen und Versuche, sie zum Schweigen zu bringen, sind offensichtliche Konsequenzen dieser Aktivitäten. Doch diese Repression konnte die Aktionen nicht stoppen. Im Gegenteil: Sie stärkte den Zusammenschluss der im Untergrund aktiven Wehrpflichtigen mit breiten Protesten und trugen wesentlich zu den genannten Erfolgen bei.

Vor einigen Tagen wurde in Deutschland beschlossen, verpflichtende Fragebögen für junge Männer einzuführen, und es wird auch über eine „Bedarfswehrpflicht“ gesprochen. Die Wehrpflicht könnte hier also bald Realität werden. Welchen Rat würdest du jungen Menschen in Deutschland geben, die davon betroffen sein könnten?

Die Reaktion der Jugendbewegung in Deutschland geht in die richtige Richtung. Wenn wir die zunehmende Intensität des Kriegs sowie die übermäßigen Profite berücksichtigen, die der deutsche kapitalistische Staat und das deutsche Kapital – und nicht nur diese, sondern auch die gesamte europäische Wirtschaft sowie das griechische Kapital – durch die Kriegsindustrie erzielen, gehen wir davon aus, dass die erste Antwort der Bewegung die Verweigerung der Registrierung sein sollte.

Die Weigerung, in die Wehrpflichtlisten eingetragen zu werden, ist wahrscheinlich das erste politische Ziel, das eine Antikriegs- und Antimilitarismusbewegung annehmen könnte. Dies erfordert ein starkes Eingreifen in Schulen, Universitäten und an den Arbeitsplätzen junger Menschen und könnte von dem Slogan begleitet werden, den wir selbst hier in Griechenland bei unseren Interventionen innerhalb der Armee verwenden: „Wir weigern uns, Kanonenfutter zu werden.“

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Diese Aufgaben der Massenbewegung sollten mit der politischen Arbeit von Kommunist:innen und Antikapitalist:innen verbunden werden, um offenzulegen, welche Klasseninteressen hinter dem Militärdienst stehen. Die Wehrpflicht wird wieder hervorgeholt, um die einfache Bevölkerung in die Pläne der EU zur Fortsetzung des Kriegs in der Ukraine und in gemeinsame NATO-Strategien hineinzuziehen.

Da in unserem Land die Wehrpflicht gesetzlich verankert ist, intervenieren wir – wie bereits erwähnt – durch breit angelegte Initiativen und ein Netzwerk, an dem jedes Jahr hunderttausende junger Menschen beteiligt sind, um unsere eigene Sicht auf die Armee zu vermitteln. Die Netzwerke und Komitees dienen dabei ihrem Schutz: vor Schikanen und systemischen staatlichen Missständen bis hin zu weitergehenden Forderungen wie der Weigerung, Repressionen gegen Migrant:innen oder gegen soziale Bewegungen im Inland auszuführen.

Sollte die Wehrpflicht in Deutschland eingeführt werden, könnte eine ähnliche Form der Intervention auch dort sinnvoll sein. Sie könnte dazu beitragen, eine antikriegs-, antimilitaristische und antikapitalistische Bewegung mit Orientierung auf die Arbeiter:innenklasse aufzubauen, deren zentrale politische Forderung „stoppt die Kriegsmaschinerie“ wäre.

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Jede politische Strömung oder Praxis, welche die Vorherrschaft und die Versprechen der staatlichen Kriegsmaschinerie boykottiert, ist willkommen und kann zur Delegitimierung der Armee beitragen. Dennoch wissen wir, dass es unter Bedingungen der Kriegsvorbereitung oder sogar eines realen Krieges notwendig ist, eine Bewegung sowohl innerhalb als auch außerhalb des Militärs aufzubauen.

Aus diesem Grund muss eine Intervention innerhalb der Armee den Widerstand gegen die sogenannte „Kampfbereitschaft“ in den Mittelpunkt stellen. Die Kriege, in die uns die Staaten der Europäischen Union und der NATO hineinziehen wollen, können wir nicht tolerieren, sie dürfen nicht in unserem Namen geführt werden.

Wie beurteilst du die zunehmende Militarisierung in Europa?

Es ist offensichtlich, dass alle Mitgliedsstaaten der EU rasch auf eine vertiefte Militarisierung sowie auf den Ausbau ihrer Verteidigungs- und Sicherheitsapparate zusteuern, zugleich aber auch auf eine Hinwendung zur Kriegswirtschaft. Beides dient dem Kapitalismus in der EU als Mittel zur Profitsteigerung durch die Rüstungsindustrie und als Vorbereitung auf einen möglichen direkten Konflikt mit Russland.

Kriege waren für den Kapitalismus schon immer ein Instrument, um durch die Zerstörung von Kapital und menschlichem Leben Profite zu generieren, Märkte neu aufzuteilen und Machtverhältnisse zwischen kapitalistischen Staaten zu klären. Diese Konflikte sind ungerecht.

Es handelt sich um Auseinandersetzungen darüber, wie Gewinnfelder und Einflusssphären zwischen den zentralen Weltmächten der postsowjetischen Ära aufgeteilt werden sollen: auf der einen Seite das Bündnis USA-EU-NATO, auf der anderen Seite die aufstrebenden kapitalistischen Ökonomien Russlands und Chinas sowie das sich formierende chinesisch-russische Militärbündnis.

Was der Rat der Europäischen Union bereits in den 2000er Jahren in seiner Europäischen Sicherheitsstrategie feststellte –  nämlich,dass „Sicherheit die erste Voraussetzung für Entwicklung ist“ – ist inzwischen deutlich sichtbar geworden. Für uns ist klar, dass unsere beiden Länder zunehmend in neue Zyklen militärischer Konflikte sowie in die Unterdrückung sozialer Kämpfe verstrickt werden.

Wie sollten deiner Meinung nach die nächsten Schritte aussehen?

In unserem Land haben die Annäherung an die NATO und die strategischen Abkommen mit Israel – vorangetrieben durch griechisches Kapital – bereits konkrete Formen angenommen. Wir versuchen, dieser Entwicklung durch unser Engagement in allen Bereichen, in denen wir aktiv sind, entgegenzutreten.

Während wir dieses Interview führen, unterzeichnet unsere Regierung ein weiteres Abkommen zur militärischen Zusammenarbeit und treibt gleichzeitig die Arbeiter:innenklasse weiter in Armut und Unsicherheit. Angesichts dieser Entwicklungen sind wir entschlossen, uns an Diskussionen und gemeinsamen Schritten zum Aufbau einer paneuropäischen, internationalistischen Antikriegsbewegung zu beteiligen.

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