Mit dem neuen Jahr kommen höhere Kosten im ÖPNV auf die Arbeiter:innen zu. Neben der Preisherhöhung des Deutschlandtickets werden auch die Preise zahlreicher Verkehrsverbände angezogen. Fahrplanänderungen bringen zudem teils kürzere Taktungen mit sich.
Mit 2026 startet ein neues Jahr. Und dieses bringt auch wie die vergangenen Jahreswechsel Preiserhöhungen im ÖPNV mit sich. Am weitreichendsten ist dabei die Preissteigerung des Deutschlandtickets.
Als Vorläufer wurde zuerst im Sommer 2022 das 9-Euro-Ticket eingeführt. Damals galt es zunächst nur für drei Monate und ermöglichte es vielen Menschen zum ersten Mal, zu einem erschwinglichen Preis mit dem ÖPNV durch das ganze Land zu fahren. Nach Ablauf des damaligen 9-Euro-Tickets wurde dann aufgrund seines Erfolgs und der breiten Zustimmung das Deutschlandticket in einer stark verteuerten Form eingeführt.
Nahverkehr-Nutzung nimmt zu – Deutschlandticket wird teurer
Zwar konnten Kund:innen mit dem Ticket noch durch das ganze Land reisen, und es war günstiger als die meisten lokalen Monatskarten. Dennoch wurde der Preis im Vergleich zum 9-Euro-Ticket mehr als verfünffacht – auf 49 Euro ab der Einführung im Mai 2023. Dieser Preis blieb dann auch nur eineinhalb Jahre stabil und wurde Anfang 2025 auf 58 Euro erhöht.
Mit dem Beginn des Jahres 2026 findet nun eine weitere Preiserhöhung um weitere 5 Euro auf 63 Euro statt – also eine Erhöhung um fast 30 Prozent seit der Einführung des Deutschlandtickets.
Inflation der lokalen ÖPNV-Ticketpreise
Neben der Teuerung des Deutschlandtickets finden auch bei den lokalen Verkehrsverbänden deutschlandweit Erhöhungen der Ticketpreise statt. So steigt beispielsweise der Preis eines Einzelfahrscheins im Berliner Stadtgebiet von 3,80 Euro auf 4 Euro. Dies markiert den bisherigen Höhepunkt dieses Ticketpreises: zwischen 2015 und 2026 stieg er von 2,70 Euro auf jetzt 4 Euro. Damit beträgt die Teuerung in diesem Zeitraum fast 50 Prozent.
Aber nicht nur Berlin zieht die Preisschraube an. Auch im Rhein-Ruhr-Gebiet werden die Ticketpreise um durchschnittlich knapp 5 Prozent erhöht. Vergleichbar ist die Teuerung im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen. Dort steigen die Preise um rund 5,1 Prozent. Aber auch in München werden die Preise erhöht, und eine Einzelfahrkarte kostet künftig 4,20 Euro in der zentralen Tarifzone M.
Weitere Preissteigerungen wie z.B. im Großraum Halle-Leipzig fanden schon im August statt und haben die Ticketpreise um 5-6 Prozent verteuert. Gleichzeitig wird in Leipzig das Angebot zum neuen Jahr gekürzt – trotz einer erfolgreichen Unterschriftenaktion im Rahmen eines Bürgerbegehrens.
Begründet werden die Erhöhungen der Preise mit gestiegenen Kosten in den Bereichen Personal, Energie und Infrastruktur. Dabei argumentiert der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, dass ihnen für die Umstellung auf E-Busse und die Investitionen in die Infrastruktur rund 1,44 Milliarden Euro vom Bund fehlen.
Höhere Preise = besserer Service, besseres Angebot?
Was vielen Kund:innen allerdings häufig negativ auffällt, ist, dass zwar die Preise steigen, aber der Service bestenfalls gleich bleibt. So wurden zwar im Dezember in einigen urbanen Regionen wie Berlin oder Nordrhein-Westfalen die Taktungen erhöht und beispielsweise mit der neuen S15 in Berlin eine S-Bahn-Linie eröffnet. Doch in anderen Regionen wird dahingehend ausgedünnt.
So steigen zwar die Preise in der Region Leipzig um rund 5 Prozent im neuen Jahr, aber die S-Bahn-Linien werden gleichzeitig deutlich reduziert. Ebenso wird in Brandenburg – mit Berlin im selben Verkehrsverbund – der Regionalverkehr im ländlichen Bereich eingeschränkt, auch wenn das Land dafür dieselben Preissteigerungen wie Berlin erfährt.

