Zeitung für Solidarität und Widerstand

Rojava: Jetzt ist die Zeit zu handeln!

Seitdem vor einigen Tagen ein neuer großangelegter Krieg gegen Rojava begonnen wurde, ist die demokratische Selbstverwaltung akut von einer militärischen Auslöschung bedroht. Jetzt ist die Zeit, sich aktiv gegen den Angriff islamisch-fundamentalistischer Kräfte unter Rückendeckung der Imperialisten zu stellen! Jetzt ist die Zeit zu handeln – Ein Kommentar von Clara Bunke.

Dass die demokratisch verwalteten Gebiete in Nordostsyrien der neuen fundamentalistischen Regierung in Damaskus ein Dorn im Auge sind, ähnlich wie zahlreichen regionalen und imperialistischen Mächten, ist nicht neu. Auch die Gewissheit, dass die demokratischen und revolutionären Kräfte vor Ort sich nicht auf die Unterstützung einer regionalen oder imperialistischen Macht verlassen können, sondern höchstens widersprüchliche Interessen für den Moment ausnutzen können, ist eine offensichtliche Wahrheit. Mit den nun erfolgten Angriffen geht der Ort um eine demokratische und selbstverwaltete Zukunft in eine neue Phase.

Diplomatische Geheimtreffen ebnen den Weg zur Offensive

Anfang Januar soll der Plan zur Offensive der syrischen Armee bzw. HTS-Truppen in Koordination mit weiteren islamisch-fundamentalistischen Milizen in Paris und später in Damaskus und dem Irak beschlossen worden sein. Bei diesem Treffen sollen sich nach verschiedenen Medieninformationen u. a. Vertreter:innen der syrischen Regierung, der USA, der Türkei und Israel auf ein ungehindertes militärisches Vorgehen gegen die selbstverwalteten Gebiete in Nordostsyrien verständigt haben.

Kurze Zeit später teilte der US-Gesandte für Syrien, Tom Barack, den SDF und auch der Öffentlichkeit mit, dass die USA kein Interesse mehr an einer eigenständigen Rolle der SDF und der demokratischen Selbstverwaltung habe. Das war quasi der Startschuss für den vollumfänglichen Krieg der islamisch-fundamentalistischen Kräfte rund um den neuen syrischen Präsidenten Joulani, seine HTS-Milizen und von der Türkei gesteuerten bewaffneten Kräften. Was folgte, sind anhaltende massive Kämpfe zur Eroberung der demokratisch verwalteten Gebiete, zahlreiche Massaker und die Befreiung Tausender Kämpfer:innen des „Islamischen Staates“ aus den Gefängnissen.

Es ist Zeit zu handeln, überall!

Die demokratischen Errungenschaften in Rojava, die Fortschritte der Frauenrevolution und große Teile der dort lebenden Bevölkerung sind heute von der unmittelbaren militärischen Vernichtung bedroht. Entsprechend muss unsere Reaktion und die aller demokratischen, fortschrittlichen und revolutionären Kräfte sein.

Jetzt heißt es für uns alle, einen Beitrag zu leisten, die Menschen in Rojava nicht allein zu lassen und in Aktion zu treten. Neben der militärischen Verteidigung vor Ort und Aktionen an den Grenzen der Türkei und des Irak gilt es hier, die Aktionen zu erhöhen, zu verbreitern und zu vervielfältigen, damit diese einen realen Beitrag in der aktuellen Situation leisten.

Und genau darum ist heute nicht die Zeit, nach einer Aktion oder Demonstration in den Alltag im imperialistischen Zentrum zurückzutrotten, sondern einen Schritt weiterzugehen. Heute ist die Zeit, die eigene Trägheit abzuschütteln, denn heute liegt es auch an uns, Verantwortung zu übernehmen, im Kampf für die Verteidigung der Rojava-Revolution.

Heute gilt es für uns, eine klare Klassenposition zu beziehen: gegen jede Unterstützung und Gleichgültigkeit gegenüber des Vernichtungsangriffs auf Rojava; gegen den Imperialismus, der diese Angriffe möglich macht, unterstützt und zu weiteren Kriegen rüstet; für eine aktive Solidarität mit dem Kampf um demokratische Selbstbestimmung. Kämpfen wir an der Seite der unterdrückten Völker Westasiens einen gemeinsamen Kampf gegen Imperialismus und Krieg!

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