Täglich schuften Kongoles:innen im Bergbau in Rubaya, einer kleinen Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Besonders diese Region ist von massiven Überflutungen und dadurch entstehenden Erdrutschen betroffen. Ende Januar kamen wieder mehr als 200 Menschen ums Leben.
Egal ob Kobalt, Coltan oder Gold – die Demokratische Republik Kongo (DRK) steckt voller Rohstoffe und Ressourcen, die von hohem Wert sind. Mindestens 15 Prozent des weltweiten Coltans werden in der Bergbauregion Rubaya abgebaut, auch wenn es aufgrund der dort regierenden Rebellengruppe auf dem Weltmarkt laut USA als „illegal“ gilt.
Besonders der Nachbarstaat Ruanda hat Interesse an dem Rohstoff Coltan, der vor allem für die Produktion von Handy- oder Laptopakkus benötigt wird. Rubaya verwandelte sich dadurch binnen kürzester Zeit von einer Kleinstadt zu einem wichtigen Ort zum Abbau von Coltan. Mit Spitzhacken und Schaufeln sind dort rund 3.000 Menschen in den Stollen tätig.
Tote sind keine Seltenheit
Rubaya liegt in dem von der M23-Rebellengruppe seit 2023 kontrollierten Gebiet. Die M23-Miliz ist mit Ruanda verbündet und steht auch durch den Handel mit den Ressourcen in einer Beziehung zu dem Nachbarstaat. Dies hängt zusammen mit einer lang andauernden ethnischen Spaltung, die einst von belgischen Kolonialherren gefördert wurde. In der Region gibt es Konflikte zwischen den Hutu und Tutsi, was auf einen Genozid zurückgeht, der an letzteren von den Hutu in Ruanda begangen wurde. Die M23 gehören dabei der Ethnie der Tutsi an.
Putsch im Kongo mit amerikanischer und britischer Beteiligung gescheitert
Tausende schuften in den Minen, darunter viele Kinder, die davon beispielsweise ihre Schulgebühr finanzieren müssen. Mit einigen US-Dollar am Tag verdienen die Menschen dort mehr als in anderen Teilen des Landes. Die Lage ist aus vielerlei Gründen prekär. Besonders gefährlich sind jedoch die Bedingungen, unter denen die Menschen ausgebeutet werden. Keine der Minen – ob Coltan oder Gold – sind wirklich gesichert. So bringen etwa Erdrutsche durch Hochwasser die Gefahr von Toten. Durch den Bau der unregulierten Minen wird dies noch verstärkt.
Ein Video aus dem vergangen November zeigt, wie in einer Goldmine schätzungsweise über 100 Menschen ihr Leben verloren. Erst wenige Monate zuvor, im Juni 2025, starben rund 200 Menschen in Rubaya unter ähnlichen Umständen. Nun kamen mindestens weitere 200 Menschen hinzu.
Imperialistische Interessen im Kongo
Die hohen Todeszahlen und die hohe Armut verringern jedoch nicht das Interesse an den Rohstoffen. Die Ausstattung und Investition in die Armee der DRK, die sich gegen die M23-Rebellen im Osten stellt, wurde beispielsweise von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert.
Auch die USA und Belgien sind an engeren Beziehungen mit der offiziellen Regierung Kongos interessiert. Die USA schlossen im Frühjahr 2025 einen Deal mit dem Präsidenten der DRK, Felix Tshisekedi, um US-amerikanische Investitionen in dem Land anzukurbeln. Ebenso groß ist das Interesse Chinas, die eine große Kontrolle über die Rohstoffvorkommen der DRK haben.
Ruandas M23 nimmt Goma ein – Angst vor dem nächsten Kongokrieg
Gewalttätige Auseinandersetzungen sind seit den 1990er-Jahren keine Besonderheit im östlichen Teil der DRK. Seit Beginn des Kongo-Kriegs im Jahr 1996 sind mindestens 6 Millionen Menschen gestorben.
Neben Erdrutschen sind vor allem wirtschaftliche Ausbeutung und abertausende Fälle sexualisierter Gewalt durch militärische Kräfte Alltag. Die Gewalt ufert aktuell immer wieder im Zuge der Konfrontationen der M23-Miliz mit anderen Kräften aus. Hunderttausende befanden sich Anfang 2025 auf der Flucht, als die M23 Goma, die Hauptstadt der umkämpfen Provinz Nord-Kivu, eingenommen hatte.

