Anfang Februar haben die türkischen Behörden mehrere Journalist:innen der Nachrichtenagentur ETHA festgenommen. Der Repressionsschlag zielt darauf ab, kritische Presse und die Stimme der Unterdrückten zu ersticken. Um die nun anfallenden Kosten für die Prozesse, Familien und Technik aufzufangen, rufen wir zur Unterstützung der Spendenkampagne auf.
In den frühen Morgenstunden des 3. Februars hat der faschistische türkische Staat fast 100 Sozialist:innen festgenommen, darunter auch mehrere Journalist:innen der Nachrichtenagentur ETHA. Dabei stürmten Spezialeinheiten der Polizei unter anderem die Büros von ETHA in Istanbul, brachen Türen aus den Angeln und beschlagnahmten Laptops, Festplatten, Kameras und Notizbücher. Die Räume ließen die Repressionsbehörden verwüstet zurück.
Große Verhaftungswelle gegen Sozialist:innen in der Türkei
Die Türkei kriminalisiert systematisch fortschrittliche Presse
Der gezielte Schlag richtet sich gegen Organisationen in der Türkei, die sich für Arbeiter:innenrechte, Frauenbefreiung, Demokratie und eine befreite sozialistische Gesellschaft einsetzen. All diese Anliegen versucht das Erdoğan-Regime mit aller Gewalt zu bekämpfen.
Doch die Journalist:innen von ETHA sind nicht die einzigen, die von den Repressionen betroffen sind: Seit Jahren wird in der Türkei die Presse systematisch verfolgt. Die international tätige Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen spricht davon, dass etwa 90 Prozent der Medien von der Regierung kontrolliert seien. Laut dem kurdischen Journalistenverein Dicle-Firat (DFG) sind aktuell mindestens 26 Journalist:innen in türkischen Gefängnissen inhaftiert, und es laufen derzeit mindestens 29 weitere Verfahren gegen 61 Medienschaffende.
Stellen wir der Repression unsere Solidarität entgegen
Überall auf der Welt nimmt mit dem Aufschwung des Faschismus und den imperialistischen Kriegsvorbereitungen die Repression zu. „Repression zielt darauf ab, Angst zu erzeugen. Sie will isolieren. Sie will entmutigen. Unsere Antwort ist Solidarität“, heißt es in dem Aufruf zur Spendenkampagne. Dem schließen wir uns als Perspektive an und bekräftigen unsere Solidarität mit unseren Kolleg:innen in der Türkei.
„Hinter jeder festgenommenen Journalistin, hinter jedem festgenommenen Journalisten steht ein Mensch mit Hoffnung, mit Überzeugung, mit Familie. Hinter jeder Anklage stehen enorme Rechtskosten. Hinter jeder beschlagnahmten Kamera steht die Frage, ob unabhängige Berichterstattung noch möglich sein wird“, so die Initiator:innen.
Um die Anwalts- und Prozesskosten zu stemmen, um die betroffenen Journalist:innen und ihre Familien zu unterstützen und um unabhängigen Journalismus trotz staatlicher Repression am Leben zu halten, rufen wir dazu auf, sich an der Spendenkampagne für ETHA zu beteiligen. Denn wie es in dem Aufruf heißt:
„ETHA steht für mutigen, kompromisslosen Journalismus. Für Berichterstattung, die nicht gefiltert, nicht angepasst, nicht zum Schweigen gebracht wird. Wenn solche Stimmen verstummen, verlieren wir mehr als nur Nachrichten – wir verlieren Perspektiven, wir verlieren Wahrheit, wir verlieren ein Stück Freiheit.“

