Der ungarische Schauprozess gegen die antifaschistische Person Maja hat über die linke Bewegung hinaus hohe Wellen geschlagen. Seit der Urteilsverkündung am Mittwoch verleihen Hunderte vielerorts der Solidarität mit Maja und dem Antifaschismus Ausdruck.
Nach eineinhalb Jahren Einzelhaft, miserablen hygienischen Haftbedingungen, schlechtem Essen und Erniedrigungen durch die Wärter:innen hat Maja T. vorerst den letzten Gerichtstermin des Schauprozesses hinter sich. Bis zuletzt standen 24 Jahre Haft im Raum, letztlich muss Maja für acht Jahre hinter Gitter. Gabri bekam sieben Jahre, Anna zwei. Dabei ist die Beweislage enorm dünn. Der Prozess soll eher ein Exempel statuieren und Antifaschist:innen von ihrem Widerstand gegen Faschist:innen und den Staat abhalten.
Deshalb sprach Maja direkt nach dem Urteil davon, diese Strafe nicht zu akzeptieren. Damit ist Maja nicht allein. Am Tag der Urteilsverkündung bis heute tragen Antifaschist:innen und Revolutionär:innen ihre Solidarität mit Maja und ihre Wut über diesen Schauprozess auf die Straßen der Bundesrepublik.
Protest von Budapest bis Berlin
Bereits vor dem Tag der Urteilsverkündung machte die revolutionäre Organisation Pride Rebellion auf den Straßen Hamburgs auf Majas Fall aufmerksam. Auch Künstler wie beispielsweise Disarstar zeigten ihre Solidarität: Auf Konzerten wurde „Free Maja“ gefordert.
Am Mittwoch im Gerichtssaal selbst in Budapest standen Unterstützer:innen von Maja auf und präsentierten ihre T-Shirts, auf denen zusammengenommen das Wort „Schauprozess“ zu lesen war. Zudem wurden Banner mit der Aufschrift „Liebe und Kraft“ und „Du bist nicht allein“ hochgehalten.
Am Tag der Urteilsverkündung wurden dann in ganz Deutschland zahlreiche Protestveranstaltungen und Kundgebungen in Solidarität mit Maja veranstaltet. In Berlin gab es mehrere Demonstrationen. Die Föderation klassenkämpferischer Organisationen (FKO) sprach von der „Verteidigung legitimer antifaschistischer Praxis“. Eine Gruppe von Antifas strömte zudem die Straßen Friedrichshains in einer unangemeldeten Demo, zündete Pyrotechnik und forderte lautstark: „Freiheit für alle politischen Gefangenen“.
In Dresden wurde im Aufruf zu der dortigen Demonstration vor allem hervorgehoben, dass der ungarische Staat Antifaschismus als „terroristisch” deklariert hat und Ungarn LGBTI+Personen unterdrückt. Zudem gehe der ungarische Staat „gegen Opposition und kritische Öffentlichkeit mit Demonstrationsverboten vor.“ Dagegen wolle man auf die Straße gehen. Auch in Städten wie Leipzig, Stuttgart, Essen, Frankfurt am Main, Hannover, Freiburg und Bremen fanden Demonstrationen statt.
In Düsseldorf wurde eine Kundgebung vor dem ungarischen Konsulat veranstaltet und in Osnabrück fand ebenfalls eine Demonstration unter dem Motto „Freiheit für Maja“ statt. In Nürnberg trugen etwa 200 Antifaschist:innen ihren Protest mittels Parolen und Pyrotechnik gegen das Urteil von Maja auf die Straße. Denn, wie die Gruppe auf Instagram schrieb: „8 Jahre Haft, ob in Ungarn oder in Deutschland, sind 8 zu viel.“
Der Protest geht weiter – „We want Maja back!“
Auch am Folgetag der Urteilsverkündung gingen Antifaschist:innen auf die Straßen, wie beispielsweise in Köln oder Regensburg. In Hamburg beteiligten sich laut polizeilichen Angaben rund 270 Personen und in Kiel etwa 80 Personen an den jeweiligen Protestveranstaltungen. Neben kämpferischen Demonstrationen gab es auch Diskussionsrunden zum Thema Budapest-Komplex und Majas Prozess, wie beispielsweise in Halle.
Für Samstag, den 07.02. ist eine Großdemonstration in Jena geplant. Dort nahmen am 04.02. bereits etwa 300 Personen an einer Kundgebung teil. Eine konkrete Forderung der Solidaritätsbewegung ist, dass Maja aus der ungarischen Haft herauskommt und nach Deutschland gebracht wird. Im Zentrum bleibt dabei weiterhin die Forderung nach der Freilassung von Maja und allen anderen inhaftierten Antifaschist:innen.

