Die Angriffe auf den Iran halten an und die USA verstärken teils die militärische Präsenz. Derweil kommen Gerüchte um eine mögliche Bodeninvasion auf.
Die Angriffe Israels und der USA auf den Iran halten an. Als Reaktion darauf beschießt der Iran weiterhin israelische Militäreinrichtungen sowie Stützpunkte und Botschaften der USA in umliegenden Ländern. Ein baldiges Ende des Krieges steht nicht in Aussicht; stattdessen wird über eine Bodenoffensive spekuliert.
Bei den Angriffen ist es bisher zu etwa 1500 iranischen sowie 6 US-amerikanischen und 10 israelischen Todesopfern gekommen.
Die USA verlegen jetzt einen dritten Flugzeugträger nach Westasien, die USS George H. W. Bush. Das atombetriebene Schiff kann bis zu 85 Flugzeuge und ca. 5700 Personen transportieren und soll mutmaßlich den Flugzeugträger USS Gerald Ford entlasten.
Situation in Iran
Im Iran wurde ein neuer politischer und religiöser Führer gewählt. Der Sohn vom getöteten Ayatollah Ali Khamenei, Mojtaba Khamenei, wurde von einem Gremium der höchsten Kleriker des Landes zum neuen Ayatollah ernannt. Damit geht auch die Kontrolle über die Streitkräfte des Landes an ihn über.
Bei intensiven Angriffen auf die iranische Ölinfrakstruktur wurden große Depots getroffen, wodurch großflächige Schäden entstanden. In der iranischen Hauptstadt Teheran fiel schwarzer, saurer Regen, der durch die massive Rauchentwicklung entstanden ist.
Die israelische Luftwaffe greift weiterhin Teheran und andere Städte an. Außerdem intensiviert Israel neben den Angriffen auf den Iran auch seine Angriffe auf den Libanon und dessen Hauptstadt Beirut. Dabei sind nach Angaben der libanesischen Behörden fast 500 Menschen zu Tode gekommen, davon 83 Kinder.
Gerüchte über Bodenoffensive
Nach dem Übungsstopp der 82nd Airborne Division, einer Eliteeinheit des US-Militärs, kamen zuletzt Gerüchte über eine mögliche Bodenoffensive im Iran auf. Die Einheit, die sich in Bodeneinsätzen spezialisiert hat, bereite sich nach eigenen Angaben „nur für den Fall“ auf einen Einsatz vor.
Hinzu kommen Berichte, US-Präsident Donald Trump habe sich ebenfalls für eine Bodeninvasion ausgesprochen. Die US-Regierung dementiert diese und erklärt lediglich, die USA würden sich alle Optionen offenhalten. Trump selbst erklärt dazu, er würde eine Bodenoffensive nicht ausschließen, man bräuchte sie aber wahrscheinlich auch nicht.
Auch US-Kriegsminister Pete Hegseth machte deutlich, dass die USA seiner Meinung nach keine Bodenoffensive bräuchten, da sie das Schicksal des Iran bereits durch Luftangriffe in der Hand halten würden.
Eine offene Invasion, wie beispielsweise im Irak oder Afghanistan, sei tatsächlich nicht zu erwarten, so Militäranalyst Nidal Abu Zeid bei Al Jazeera. Viel wahrscheinlicher seien sogenannte „Pick-up“-Operationen, bei denen Spezialeinheiten gezielte Angriffe, Sabotageaktionen oder Informationssammlung in kleinerem Umfang begehen und sich anschließend schnell zurückziehen.
Ebenso gibt es Berichte und Mutmaßungen, dass die USA kurdische Gruppen und andere iranische Oppositionelle wie die Mojahedin-e-Khalq und die Baloch-Milizen bewaffnen und auf eine militärische Auseinandersetzung vorbereiten würden. Die US-Regierung könnte also auf eine Strategie des Bürgerkriegs durch Stellvertreter setzen, um die iranische Regierung endgültig zu stürzen.
Wieder Proteste im Iran – Kurdische Kräfte machen sich bereit
Schwinden der Unterstützung
Nach einer Umfrage von CNN sind nur 12% der Befragten, stellvertretend für die amerikanische Bevölkerung, für eine Entsendung von Bodentruppen. 60% stellen sich dagegen, die restlichen 28% sind sich unsicher.
Auch rechte Influencer:innen und Politiker:innen stellen sich gegen den Krieg im Iran. So nannte der rechte Podcaster Tucker Carlson die Angriffe der USA auf den Iran „ekelhaft und böse“ und sagte in seinem Podcast, der Krieg würde nicht den amerikanischen Interessen dienen.
Die amerikanische Regierung versucht diese Ablehnung, die vor dem Hintergrund von langen Kriegen in Westasien und sich anbahnenden wirtschaftlichen Krisen steht, zu besänftigen. So wird in Regierungskreisen von einer „begrenzten Operation“ gesprochen. Nach dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, befinde sich die USA damit weder im Krieg, noch hätten sie vor, in einen Krieg zu ziehen.

