„No Kings“ schlägt zurück: Massenproteste gegen Trumps Innen- und Außenpolitik

Millionen demonstrierten am Samstag bei den „No Kings“-Protesten gegen die Politik der Trump-Regierung. Nicht nur das aggressive Vorgehen von ICE, sondern auch der US-geführte Krieg gegen den Iran und die damit zusammenhängenden Teuerungen stehen im Fokus der Proteste.

3.100 Demonstrationen mit Millionen Teilnehmer:innen in über 50 Städten. Am Samstag verwandelten sich Straßen und Plätze in den Vereinigten Staaten in ein Meer aus Protestierenden. Mit der Losung „No Kings“ gingen Millionen Menschen in über 3.100 Städten und Gemeinden auf die Straße – von den Metropolen New York und Los Angeles bis zu kleinen Orten wie Driggs, Idaho. Den Organisator:innen zufolge beteiligten sich rund acht Millionen Menschen an der größten Protestwelle seit Beginn der Bewegung. Auch international erhoben Demonstrierende ihre Stimmen: in Rom, in London, in Paris, Sydney oder Tokyo.

Es ist der dritte große „No Kings“-Protest seit Donald Trumps Amtsantritt als US-Präsident. Die Proteste begannen im Sommer letzten Jahres als Reaktion auf Kürzungen im Staatshaushalt und die Entlassung tausender Staatsbeamteter, sowie auf das gewaltvolle Vorgehen der Migrationsbehörde ICE.

Mittlerweile haben sich die „No Kings“-Proteste auch auf andere Forderungen ausgeweitet. Unter anderem wird der Angriffskrieg der USA auf den Iran von vielen sehr kritisch gesehen: „Früher hatte ich Angst, meinen Job zu verlieren“, sagte eine 56-jährige Bundesangestellte. „Aber nachdem sie Kriege begonnen und Menschen verfolgt haben, war der Punkt erreicht – wir müssen uns wehren.“

Auch die steigenden Preise und Lebenshaltungskosten spielten bei den Demonstrationen am Samstag eine größere Rolle. Denn der Krieg gegen den Iran hat verheerende Auswirkungen auf die Lieferungen von Öl und steigende Spritpreise in nahezu allen Teilen der Welt.

Irankrieg: Super-GAU für die Weltwirtschaft?

Auch die aggressive US‑Außenpolitik gegenüber Venezuela, Kuba und anderen Teilen Lateinamerikas steht in der Kritik. Banner mit der Aufschrift „Blockade von Kuba aufheben – Hände weg von Venezuela und Nicaragua“ waren z.B. auf einer Demonstration in San Diego zu sehen.

„ICE out“ – Widerstand gegen aggressive Migrationspolitik

Das eskalierende Vorgehen der Migrationsbehörde ICE stand ebenfalls im Zentrum der gestrigen Proteste. Insbesondere die Morde von Renée Nicole Good oder Alex Jeffrey Pretti hatten im Januar und Februar heftige Proteste und einen Generalstreik ausgelöst: „Wir sind hier – und wir gehen nicht weg!“, war auf Spruchbändern zu lesen. Auch der weltberühmte Musiker und Sänger Bruce Springsteen griff das Thema in einem Auftritt bei den Protesten am Samstag auf: „King Trump’s private army from the DHS, guns belted to their coats, came to Minneapolis to enforce the law — so their story goes“, sang er vor zehntausenden Menschen.

Die ICE (United States Immigration and Customs Enforcement) ist die US-Einwanderungs- und Zollbehörde und wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gegründet, um die US-Einwanderungspolitik zu verschärfen. Schon während der ersten Amtszeit von Donald Trump kam es zu groß angelegten Razzien und Trennungen von Familien; für 2024 gaben die Behörden 3.000 Festnahmen pro Tag an. Ende Januar 2026 befanden sich mehr als 70.000 Personen in Abschiebehaft. Festnahmen durch ICE erfolgen häufig allein aufgrund von Akzent, Herkunft oder Beruf. Selbst Menschen mit legalem Aufenthaltsstatus, indigene Menschen sowie wartende Personen bei Terminen oder routinemäßigen Meldungen sind davon betroffen.

Massenhafter Protest gegen ICE

Die Organisator:innen der Proteste betonten, dass die Bewegung über die Demonstrationen hinaus wirken solle: „Die Menschen sollen weiterhin für Migrantenhilfe, gegen diesen illegalen und katastrophalen Krieg aktiv sein“, erklärte Leah Greenberg, Mitorganisatorin der Proteste.

Die „No Kings“-Bewegung zeigt vor allem eines: Unter der Trump-Regierung und ihrer aggressiven Politik nach innen und außen erhebt eine breite Masse ihre Stimme: „Donald Trump mag so tun, als würde er nicht zuhören, aber er kann die Millionen Menschen auf den Straßen heute nicht ignorieren“, sagte Randi Weingarten, Demonstrantin aus Minnesota.

Die Nachbarschaftsorganisation Unión del Barrio fasst das Motto der Demonstrationen auf ihrem Banner zusammen: „Nein zu Razzien – Nein zum Krieg – Nein zu den Kürzungen im Bildungssektor!“

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