Während die USA in den letzten Wochen den Großteil ihrer Raketentechnik dafür genutzt haben, Krieg gegen den Iran zu führen, startete in Florida eine weitere Rakete – diesmal Richtung Mond. Ein neues „Space Race“ gegen China ist in vollem Gange.
Am 1. April startete um 18:35 Uhr Ortszeit vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida die Artemis-II-Mondmission der NASA. Die Rakete sowie die Raumkapsel vom Typ Orion beförderten drei Astronauten und eine Astronautin erfolgreich Richtung Mond. Die vier umkreisten auf ihrer Route einmal den Mond und kehrten dann wieder heil zur Erde zurück. Damit sind sie die Menschen, die bisher am weitesten von der Erde entfernt waren, und die ersten, welche die Rückseite des Monds mit bloßem Auge gesehen haben.
Die Artemis-II-Mission gehört zum Artemis-Programm der NASA. Im Jahr 2022 startete die erste Rakete unbemannt zum Mond, um Tests für die weiteren Flüge durchzuführen. Die NASA plant, dass 2028 wieder Menschen auf dem Mond stehen. Schritt für Schritt soll dann die Mondoberfläche nach einem geeigneten Standort für eine dauerhafte Mondbasis abgesucht werden. Sie soll den nächsten größeren Meilenstein auf dem Weg zum Mars darstellen.
Eine solche Mondbasis könnte nämlich bei möglichen Marsmissionen für einen Zwischenstopp genutzt werden. Soweit der Plan für den roten Planeten. Eine solche Mondbasis hat aber auch noch weitere Vorteile, die den USA parallel zur Kolonisierung unseres Sonnensystems zugute kommen.
Die Reise zum Mars und der imperialistische Kampf um den Weltraum
„Space Race“ gegen China
Langfristig könnten solche Missionen der Nutzung von Ressourcen anderer Himmelskörper dienen. Denn die Menschheit benötigt aktuell im Schnitt die Vorkommen von 1¾ Erden. Weil diese also begrenzt sind, benötigt es andere Quellen. Da die Erde nicht der einzige Himmelskörper ist, der solche Wertstoffe birgt, ist die Erforschung des Monds sowie weiterer Planeten ein interessantes Gebiet, um begehrte Ressourcenvorkommen ausfindig zu machen. Die Umsetzung solcher Pläne ist noch ein weit entferntes Ziel, für das Missionen wie Artemis II allerdings ein kleiner Baustein sind.
Gleichzeitig wollen die USA ihre Position als Weltmacht auch an der politischen Front verteidigen. Das neue „Space Race“ – dieses Mal gegen China – zu gewinnen, indem man die Nation mit einer Mondbasis und gegebenenfalls den ersten Menschen auf dem Mars werden würde, ist dabei ein gutes Argument: „Wir befinden uns in einem neuen Wettlauf ins All mit China“, hatte US-Senator Ted Cruz im Herbst 2025 erklärt. China investiere ebenfalls massiv in die Raumfahrt und plane bis 2030 auf dem Mond zu sein. Mit der Tiangong-Station im niedrigen Erd-Orbit hat China zudem eine – wenn auch deutlich kleinere – mit der ISS vergleichbare Raumstation.
Auch wenn eine Mondbasis aktuell noch keinen vielseitigen Nutzen für geopolitische Zwecke hat, sind es besonders die Missionen in der näheren Erdumlaufbahn, die für die imperialistischen Staaten interessant sind. So steigt beispielsweise die Anzahl an Satelliten immer weiter. Aktuell sind etwas mehr als 10.000 Satelliten in Nutzung, bis Ende des Jahrzehnts könnten es laut ESA bis zu 100.000 werden.
Nutzen für den Krieg
Satelliten und damit einhergehende Mittel wie GPS sind nicht nur für den alltäglichen zivilen Gebrauch nutzbar. Auch moderne Kriege sind ohne eine solche Technik längst undenkbar. Sie werden dort für die Logistik, aber auch für die Steuerung von Drohnen und Marschflugkörpern genutzt. Gleichzeitig rückt damit auch die gezielte Störung der Satellitennavigationssignale zunehmend in den Fokus der Kriegsführung.
Hinzu kommt, dass diejenigen Unternehmen, welche die erwähnten Raketen bauen, ebenfalls sowohl von der Entwicklung der Raketentechnik als auch von den Flügen selbst profitieren. Immerhin kann man von einer Rakete mit dem Ziel zum Mond viel für eine Rakete zur Entsendung neuer Satelliten oder auch für militärische Ziele auf der Erde lernen. So wirken allerhand Rüstungskonzerne wie Boeing, Northrop Grumman und Lockheed Martin am Bau der Artemis-Raketen mit.
Aber auch Unternehmen aus der privaten Raumfahrtbranche sind in den zukünftigen Artemis-Missionen fest eingeplant. So sollen im Jahr 2028 Mondlandesysteme von SpaceX und Blue Origin für die nächste bemannte Mondlandemission getestet werden – sie gehören den Milliardären Elon Musk und Jeff Bezos.

