Jugendlicher in Erfurt von Faschisten mit Schlagring angegriffen

Nach einem brutalen Machetenangriff in Berlin vor einem Monat wurde nun ein junger Antifaschist in Erfurt Opfer eines faschistischen Angriffs. Als Antwort auf diesen Einschüchterungsversuch und gegen die Zunahme faschistischer Gewalt ruft die Gruppe Rotes Erfurt am Sonntag zu einer Demonstration auf.

Am Freitag wurde ein junger Antifaschist der kommunistischen Jugendgruppe Rotes Erfurt auf seinem Weg nach Hause Opfer eines faschistischen Angriffs. Laut eines Statements von Rotes Erfurt stieg der Jugendliche aus der Bahn, als ihm sein Name nachgerufen wurde. Als er sich daraufhin umdrehte, traf ihn ein Schlag mit einem Schlagring direkt auf sein Auge. Die Faschisten beschimpften ihn mehrmals als „Zecke“. Zudem drohten sie ihm mit noch härterer Gewalt beim nächsten Mal.

Die Angreifer identifizierte der Jugendliche als zwei bekannte Neonazis aus dem Umfeld einer faschistischen Jugendorganisation. Sie sollen zusammen mit anderen Faschisten Kampfsporttraining betreiben. Der Angegriffene ist in Erfurt als antifaschistischer Aktivist bekannt und wurde von den Faschisten wohl gezielt ausgewählt.

Steigende faschistische Gewalt

Der Angriff in Erfurt auf den Jugendlichen reiht sich zudem ein in eine Zunahme an faschistischer Gewalt. Im Sommer 2024 hatte es beispielsweise am Bahnhof Ostkreuz in Berlin einen Angriff von organisierten Faschisten auf die Anreise zu einer antifaschistischen Demonstration gegeben. Mit Schlagstöcken und Pfefferspray griffen sie die Antifaschist:innen an. Mehrere mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Nach faschistischem Machetenangriff: Berlin wehrt sich

Ende März 2026 wurden dann im Berliner Stadtteil Friedrichshain eine Aktivistin der Internationalen Jugend und ihre Freund:innen von Faschisten mit einer Machete angegriffen. Dabei erlitten zwei von ihnen Verletzungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Angreifer hatten mit der Machete auf den Kopf der Jugendlichen gezielt und somit auch den Tod der Aktivistin in Kauf genommen.

Als Antwort auf den Angriff versammelten sich eine Woche später unter dem Motto „Greift ihr eine an, antworten wir alle!“ knapp 1.000 Menschen und zogen mit einer Demonstration durch den Stadtteil.

Der steigenden faschistischen Gewalt stehen laut aktuellen Zahlen des Bundesinnenministeriums hunderte offene Haftbefehle gegen Faschist:innen gegenüber. Darunter fallen 515 Personen, die zur „rechtsextremen Szene“ zählen, sowie 185 Menschen, die den sogenannten Reichsbürger:innen zugerechnet werden.

Über 750 offene Haftbefehle gegen Personen aus dem faschistischen Lager

„Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“

Die Gruppe Rotes Erfurt stellt sich entschieden gegen den Versuch der Einschüchterung durch die Faschisten. „In Erfurt werden progressive Jugendliche immer wieder beleidigt, verfolgt und angegriffen“, so die Jugendgruppe. Man müsse die Gefahr der neuen Faschisten erkennen und dürfe diese nicht unterschätzen. Die sozialistischen Jugendlichen würden sich davon jedoch nicht unterkriegen: „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen.“

„Wir müssen uns dagegen organisieren und gemeinsam wehren“, erklärt Rotes Erfurt und ruft zur Demonstration am Sonntag, den 19. April um 17 Uhr am Willy-Brandt-Platz in Erfurt auf.

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