Plötzlich andersherum: USA blockieren die Straße von Hormus

Nach gescheiterten Friedensverhandlungen blockieren nun die USA die Straße von Hormus. Damit zieht die US-Regierung auch China tiefer in den Konflikt.

Nachdem in der vergangenen Woche überraschend eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA verkündet wurde, folgten Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden. Für diese reisten sowohl iranische als auch US-amerikanische Diplomaten sowie US-Vizepräsident J.D. Vance nach Pakistan. Schon im Vorfeld bot sich die pakistanische Regierung als Vermittler für eine Waffenruhe an.

Die Gespräche dauerten 21 Stunden, ehe sie ohne Einigung endeten. Knackpunkt wird vor allem das iranische Atomprogramm gewesen sein. Schon bei Kriegsbeginn war das Beenden des Atomprogramms eines der Kriegsziele der Koalition aus Israel und den USA. Gerade deshalb stieß US-Präsident Donald Trumps Akzeptanz des Zehn-Punkte-Plans als Verhandlungsgrundlage auf große Verwirrung. In diesem formuliert der Iran nämlich das Recht auf Urananreicherung als eine der Hauptforderungen.

Den Grund für den Abbruch der Gespräche bestätigte Trump ebenso. Gegenüber Fox News erklärt er, es sei ein gutes Treffen gewesen, „abgesehen von einem Problem: Sie wollen Atomwaffen. Das wird nicht passieren.“

Abbas Araghchi, der iranische Außenminister, gibt wiederum den USA die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen. Man sei einer Abmachung sehr nahe gekommen, dann aber auf „Maximalismus, sich verändernden Zielsetzungen und Blockaden“ durch die US-Regierung gestoßen.

Temporäre Waffenruhe im Iran bei gleichzeitiger Offensive auf Libanon

Straße von Hormus nun von USA blockiert

Um den Druck auf den Iran nach gescheiterten Verhandlungen zu erhöhen, blockieren die USA nun ebenfalls die Straße von Hormus. Eine Wendung, die viele überrascht – hatte die US-Regierung zuvor doch vehement auf die Öffnung der Handelsroute gedrängt.

Ziel der eigenen Blockade soll es nun sein, den Iran sowie andere geostrategische Konkurrenten zu treffen. Die Blockade von Schiffen, die aus iranischen Häfen kommen oder diese als Ziel haben, schwächt die iranische Wirtschaft, die ohnehin bereits stark sanktioniert ist, weiter.

Auf der anderen Seite wird mit dieser Blockade der Druck vor allem auch auf China erhöht. Die Volksrepublik bezieht über die Hälfte ihrer Ölimporte über diesen Seeweg und chinesische Schiffe konnten bisher trotz der iranischen Blockade die Straße von Hormus passieren.

In Reaktion stellt sich China nun deutlicher hinter die westasiatische Regionalmacht. „Der Iran kontrolliert die Straße von Hormus und sie ist für uns offen“, erklärt der chinesische Verteidigungsminister Dong Jun und warnt die USA davor, China in den Konflikt einzubeziehen: „Wir haben Handels- und Energieabkommen mit dem Iran geschlossen. Diese werden wir respektieren und erwarten, dass andere sich nicht in unsere Angelegenheiten einmischen.“

Weitere Teuerungen abzusehen

Insgesamt 3.000 Schiffe und 20.000 Seeleute sind aufgrund der Blockade gestrandet. Durch eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus verstärken sich außerdem die Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.

Zuletzt stiegen auch die Ölpreise wieder, nachdem sie mit Verkündung der Waffenruhe stark gesunken waren, jedoch immer noch deutlich über dem Niveau von vor dem Krieg lagen.

„Entlastung”: 17 Cent weniger pro Liter Sprit?

Auch die Welternährungsorganisation warnt vor steigenden Lebensmittelpreisen und einer Lebensmittelknappheit infolge von steigenden Preisen, vor allem für Düngemittel und Treibstoff. Auch erhöhen sich die Kosten für Hilfsorganisationen aufgrund der Blockade der Straße von Hormus.

Angriffe auf den Libanon halten an

Im Libanon halten die israelischen Angriffe derweil an, dabei kam es auch zuletzt wiederholt zu Tötungen durch israelische Luftangriffe. Während der Iran darauf pocht, dass auch der Libanon in den Waffenstillstandsvertrag eingeschlossen wird, dementiert Israel dies.

Jedoch werden nun Verhandlungen zwischen Israel und der libanesischen Regierung in Washington stattfinden – die ersten dieser Art seit 1993. Wie erfolgreich diese Gespräche allerdings sein können, bleibt fraglich, was vor allem an der Hisbollah liegt. Die Gruppe betont, dass sie Verhandlungen ablehne und auch die libanesische Regierung auffordere, nicht mit Israel zu verhandeln.

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