Preisexplosion: Miete in Großstädten um 43 Prozent gestiegen

In den letzten zehn Jahren sind die Mieten in deutschen Großstädten um 43 Prozent angestiegen. Die Mietpreisexplosion reiht sich in zahlreiche Teuerungen in anderen Bereichen ein.

Nach neuesten Auswertungen sind Mieten für Wohnungen in deutschen Großstädten in den letzten 10 Jahren um ganze 43 Prozent gestiegen. Die Daten hat das Bauministerium erhoben, indem Mietinserate aus 14 Städten abgeglichen wurden.

Die fatalsten Preiserhöhungen gab es in Berlin, wo Mietpreise im Schnitt 69 Prozent teurer geworden sind. Für einen Quadratmeter muss man in Berlin also nun im Schnitt 15,26 Euro zahlen. In Leipzig gab es ein ähnliches Ergebnis; die Preise stiegen hier durchschnittlich um 67 Prozent. Auch beunruhigende Werte wurden in Bremen, Duisburg, Essen, Düsseldorf und Hamburg gefunden, wo die Anstiege 42-46 Prozent betrugen. In München stiegen die Preise mit 37 Prozent vergleichsweise wenig, dennoch bleibt München mit 21,29 Euro pro Quadratmeter am teuersten.

Zu wenig Wohnungen

Ein Problem ist nicht nur, dass die Wohnungen zu teuer sind, sondern auch, dass es zu wenig gibt. Hohe Zinsen sowie teures Bauland und Materialien sorgen dafür, dass deutlich weniger neue Wohnungen gebaut werden. Das führte dazu, dass bereits November 2023 ein Einbruch von 30 Prozent gemeldet wurde.

Ein weiterer Effekt ist, dass die Zahl der Sozialwohnungen immer weiter zurückgeht. So gab es 1990 noch fast 3 Millionen Sozialwohnungen, während es 2023 nur noch knapp über einer Million waren. Dazu kommt noch, dass das von der Ampelregierung angekündigte Ziel des Baus von 100.000 Sozialwohnungen und 400.000 Wohnungen pro Jahr deutlich verfehlt wurde.

Wohnungskrise: Firmen bauen keine Sozialwohnungen mehr

Sozialwohnungen zu bauen ist für die Unternehmen uninteressant, da sie nur wenig Rendite einbringen. Mehr Ertrag bringen teuer zu vermietende Wohnungen, welche dadurch mehr im Fokus stehen und die generellen Mietpreise nach oben verschieben.

Immer mehr Obdachlosigkeit

Das knappe Angebot an Wohnungen und die hohen Preise sind für die arbeitende Bevölkerung natürlich stark spürbar. So kommt es auch immer öfter dazu, dass Personen wohnungslos oder gar obdachlos werden. Ende 2025 waren von Wohnungslosigkeit 474.000 Personen betroffen. 84 Prozent der Wohnungslosen, also ganze 409.000, sind Personen, die nach Deutschland geflüchtet sind. Personen, die keinerlei Bleibe haben, also obdachlos sind, werden dabei gar nicht in die Statistik hinzugezählt. Die tatsächliche Zahl, wie viele Personen eigentlich eine Wohnung benötigen, ist also nur zu erahnen.

Vor allem betroffen ist auch die Jugend, die besonders häufig von Wohnungslosigkeit betroffen ist. Die erfasste Zahl der wohnungslosen Jugendlichen liegt bei 137.000 Personen. Das bedeutet, dass sich diese Zahl seit 2022 fast verdreifacht hat.

Jugendwohnungslosigeit auf Höchststand – Das Elend hat System

Inflation steigt weiter an

Nicht nur die Mietpreise sind in die Höhe geschossen, sondern generelle Preiserhöhung lässt nicht nach. Die starke Inflation ist vor allem seit der Wirtschaftskrise 2018/19 spürbar. Sie verschärfte sich dann durch die darauffolgenden Krisen.

Der Krieg in der Ukraine hatte große Auswirkungen, da dadurch kein russisches Gas mehr importiert wurde, die Energiepreise extrem stiegen, was sich dann auf sämtliche Produkte übertrug. Nun zeigt der Krieg im Iran seinen Effekt, da ein großer Teil des Öltransportes durch die Blockade der Straße von Hormus verhindert wird.

Die höheren Kosten, welche in der Produktion anfallen, werden jedoch nicht von den Produzenten getragen. Stattdessen werden die Kosten meist an die Verbraucher:innen in Form von Preiserhöhungen weitergegeben. Am direktesten ist das bei Lebensmitteln spürbar, vor allem bei den Hausmarken, welche eigentlich die günstige Alternative sind. Da die Gewinnspannen dort am geringsten sind, da es also keinen Spielraum gibt, muss sich jede Veränderung der Produktionskosten direkt im Verkaufspreis widerspiegeln. Dass die eigentlich günstigen Lebensmittel die stärksten Teuerungen vorweisen, ist eine weitere Belastung für Personen, die finanziell schlechter aufgestellt sind.

Wachstumsprognose halbiert, Inflationsrate gestiegen

Der deutsche Staat liefert keine Lösung

Während die Preise immer weiter steigen, bleiben die Löhne größtenteils gleich niedrig. In Kombination mit den enormen Teuerungen führt das zu einem massiven Reallohnverlust. In den letzten fünf bis zehn Jahren.

Das Geld des deutschen Staates, die Steuern, werden dann auch noch statt in die Bedürfnisse der Bevölkerung in große Konzerne gesteckt. Derzeit profitieren vor allem Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, welche hunderte Milliarden bekommen, damit die Aufrüstung in Deutschland vorangetrieben wird.

Die Regierung liefert zwar immer wieder neue Regelungen, welche eine Lösung darstellen sollen, jedoch nicht viel effektiv an der Realität ändern. Ein Beispiel im Kontext der rasant steigenden Mietpreise ist die Mietpreisbremse. Diese legt fest, dass der Mietpreis den lokalen durchschnittlichen Preis nicht stark überschreiten soll. Das verhindert aber den generellen Anstieg nicht und setzt diesen kaum ein Hindernis.

Ein anderes Beispiel ist die neue „Spritpreisbremse“, die unter anderem dafür sorgen soll, dass nur noch einmal am Tag die Spritpreise erhöht werden dürfen. Auch das schafft aber keine wirkliche Abhilfe.

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