Zwischen der Polizeidirektion und dem Obersten Gericht in Athen befindet sich das selbstverwaltete Stadtviertel Prosfygika. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die Regionalregierung einen ausgearbeiteten Plan zur Räumung entwickelt hat – finanziert durch Mittel der Europäischen Union. Wir haben mit Marco und Christos über das Leben und den Widerstand der Nachbar:innen gesprochen.
Was ist Prosfygika und wie würdet ihr seine gesellschaftliche und politische Bedeutung beschreiben?
Christos: Prosfygika ist ein Viertel aus acht Häuserblöcken mit insgesamt 228 Wohnungen, im Zentrum von Athen gelegen – direkt zwischen der Generalpolizeidirektion von Attika und dem Obersten Gerichtshof. Die Häuser wurden in den 1930er Jahren für Geflüchtete aus Kleinasien gebaut. Die Bewohner:innen spielten 1944 eine wichtige Rolle im Partisanenwiderstand gegen die britischen Besatzungstruppen und die griechische Bourgeoisie. Diese Geschichte des Widerstands von unten ist bis heute in den Gebäuden eingeschrieben – Einschlusslöcher aus dem Bürgerkrieg sind noch sichtbar.
Ab den 2000er Jahren begann der Staat, im Rahmen eines Gentrifizierungsplans den Druck auf das Viertel zu erhöhen und Menschen aus ihren Wohnungen zu verdrängen, oft gegen geringe Entschädigungen. Durch den Widerstand der Bewohner:innen verblieb jedoch etwa ein Viertel der Eigentümer:innen, und die Gebäude wurden vom Staat als Denkmäler der neueren Geschichte anerkannt.
Das Viertel blieb jedoch nicht leer: In den frühen 2000ern zogen zunehmend Menschen ein – Migrant:innen, Geflüchtete, Menschen aus anarchistischen und kommunistischen Bewegungen, türkische und kurdische revolutionäre Organisationen – Menschen von unten. Gleichzeitig breitete sich auch eine kleinkriminelle Mafia im Viertel aus, besetzte Wohnungen, beutete migrantische Familien aus und betrieb Drogenlabore sowie Handel – direkt neben der Polizeidirektion, während die Polizei von diesen Strukturen profitierte und ihren Anteil erhielt.
Im Jahr 2010, als die Probleme mit der Mafia eskalierten, entschieden sich einige Besetzer:innen, die nicht gehen wollten, selbst zu handeln und begannen mit der Kollektivierung. Aus der Notwendigkeit heraus, sich zu organisieren und die Häuser zu befreien, gründeten sie die Versammlung der besetzten Prosfygika, mit dem Ziel, eine politische Gemeinschaft bzw. Kommune aufzubauen.
Dies steht in Kontinuität mit dem Aufstand von 2008 in Griechenland, der nach der Ermordung des 15-jährigen Alexis Grigoropoulos durch die Polizei ausbrach. Es folgte eine Bewegung von Volksversammlungen als Antwort auf Krise, staatliche Gewalt und neoliberale Politik. Was in Mitteleuropa oft nur als Finanzkrise in Griechenland wahrgenommen wurde, führte zu einer breiten Selbstorganisierung der Gesellschaft und zur Suche nach Alternativen jenseits des kapitalistischen Systems, was unzählige Initiativen in verschiedenen Lebensbereichen mit sich brachte.
Die bewusste Entscheidung der Hausbesetzer:innen in Prosfygika, sich als Gemeinschaft zu organisieren, führte zur Schaffung einer Generalversammlung als höchstem Entscheidungsorgan und zur Entwicklung eines gemeinschaftlichen Lebens auf Basis freiheitlicher Werte. Dieser Prozess dauert bis heute an.
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Heute leben etwa 400 Menschen aus 27 Regionen der Welt zusammen und sprechen 20 verschiedene Sprachen. Genoss:innen jeden Alters – von älteren Personen bis zu etwa 50 Kindern – haben hier ein Zuhause. Was uns alle verbindet, trotz unserer Unterschiede und obwohl wir manchmal keine gemeinsame Sprache sprechen, ist unsere gemeinsame Vision für die Gestaltung eines gemeinschaftlichen Lebens auf der Grundlage von Horizontalität, Solidarität, Mitbestimmung und Selbstverwaltung.
Aus diesem Grund haben wir 22 selbstorganisierte Strukturen geschaffen, die die Grundbedürfnisse der Gemeinschaft abdecken. Die erste Struktur war die kollektive Bäckerei Berkin Elvan – benannt nach einem von der türkischen Polizei getöteten Jugendlichen. Es folgten Strukturen wie die autonome Frauenstruktur, die Gesundheitsstruktur sowie das Kinderhaus und die Selbstbildungsstruktur, und der Prozess, neue Strukturen zu entwickeln, dauert noch an.
Marco: Nachdem wir 15.000 Quadratmeter Land direkt im Zentrum der Metropole Athen befreit haben, entstehen hier andere Beziehungen gegen die Herrschaft von Patriarchat, Staat und Kapitalismus. Das Viertel Prosfygika ist ein Raum, in dem ein lebendiger Gegenentwurf zur vorherrschenden sozialen und wirtschaftlichen Ordnung in der Praxis aufgebaut werden kann. Es zeigt immer wieder, dass soziale Selbstorganisation möglich ist, selbst unter härtesten Bedingungen, und trotzt damit der allgemeinen Vorstellung vom Unmöglichen. Der Vorschlag für ein kollektives Leben und die Bedeutung, die wir dem Aufbau von genoss:innenschaftlichen Beziehungen beimessen, unterscheiden sich radikal von der Isolation des Individuums in der neoliberalen Ordnung.
Wir sehen uns nicht getrennt von den verschiedenen anderen Kämpfen, die derzeit weltweit stattfinden, sondern inmitten des Dritten Weltkriegs, in dem wir uns gerade befinden, wo eine Vielzahl unterschiedlicher Kriege gegen die Bevölkerung geführt wird, während konkurrierende kapitalistische Staaten versuchen, sich eine dominante Position im globalen kapitalistischen System zu sichern. Schon vor der Gründung der Gemeinschaft der besetzten Prosfygika hatte das Viertel Verbindungen zu den revolutionären Kämpfen in Kurdistan und der Türkei. Von Anfang an ist Internationalismus als Solidarität mit den Kämpfen der kurdischen Freiheitsbewegung, der Zapatista und der verschiedenen globalen antiautoritären Bewegungen von zentraler Bedeutung für unsere Gemeinschaft.
Welche Strukturen, Initiativen und Formen der Selbstorganisation gibt es derzeit innerhalb von Prosfygika?
Christos: Als Gemeinschaft organisieren wir uns auf der Grundlage horizontaler Entscheidungsfindung, Autonomie und gemeinsamer Verantwortung. Jede Woche findet eine Vollversammlung statt, die für alle offen ist und als oberstes Entscheidungsgremium fungiert, in der Themen und Vorschläge aus den Strukturen diskutiert und alle Entscheidungen getroffen werden.
Die zweite Versammlung mit entscheidender Funktion ist die Versammlung der Frauenstruktur, der autonomen Selbstorganisation der Frauen in der Gemeinschaft, die unabhängig Entscheidungen zu verschiedenen Themen treffen kann, während sie die Generalversammlung informiert und deren Entscheidungen mitgestaltet.
Im Laufe der Jahre sind 22 Strukturen entstanden, um die grundlegenden Lebensbedürfnisse zu decken. Wenn beispielsweise Kinder unterschiedlichen Alters, die in der Gemeinschaft leben, Nachhilfe oder kreative Aktivitäten benötigen sowie Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen, bietet unsere Kinder- und Selbstbildungsstruktur Hilfe an. Wenn Lebensmittel benötigt werden, sorgen unsere Logistikstruktur und die selbstorganisierte Bäckerei Berkin Elvan dafür, dass die Gemeinschaft versorgt wird.
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Diese Strukturen arbeiten autonom, verfügen über eigene Versammlungen, Genoss:innen mit spezifischen Verantwortlichkeiten sowie ein eigenes Budget, ein spezifisches Programm und eine eigene Agenda. Sie sind jedoch nicht voneinander unabhängig, da alle Strukturen im Einklang mit der allgemeinen Ausrichtung und gemäß den in den großen Generalversammlungen getroffenen Vereinbarungen zusammenarbeiten.
Alle Strukturen der Gemeinschaft orientieren sich an den Bedürfnissen der Gemeinschaft. Neben den Strukturen beherbergt die Gemeinschaft auch andere Initiativen und pflegt Beziehungen zu ihnen, wie zum Beispiel die Homeless Solidarity Crew, die an fünf Tagen in der Woche für Obdachlose kocht. Das Ziel ist stets die Schaffung einer organischen Beziehung; ein gutes Beispiel dafür ist die Gesundheitsstruktur der Gemeinschaft, die seit ihrer Gründung mit der Psy-Initiative zusammenarbeitet, einer Initiative, die psychologische und psychiatrische Unterstützung aus einer kritischen, systemkritischen Perspektive bietet.
Welche Bedeutung hat Prosfygika im Kontext internationaler linker Kämpfe?
Marco: Wir verstehen den Angriff, dem wir als Prosfygika ausgesetzt sind, als Teil eines allgemeinen Angriffs, dem wir als Bewegungen und Gesellschaften ausgesetzt sind. Der Staat will das Viertel zerstören, da es ein befreiter Raum ist, in dem alternative Modelle der Selbstorganisation entstehen, und weil die Gemeinschaft ein Gegenmodell zur düsteren Realität des Lebens unter der Herrschaft des neoliberalen Kapitalismus fördert. Die Räumung des Prosfygika-Viertels würde nicht nur die Obdachlosigkeit von 400 Menschen bedeuten, sondern im Grunde auch die Zerstörung eines der größten soziopolitischen Projekte in Europa und dessen Bedeutung für revolutionäre Bewegungen und die Gesellschaft.
Die aktuellen staatlichen Pläne für Prosfygika sind Teil des Angriffs, der bereits zur Zerstörung sozialer Räume und zur Entleerung von Stadtvierteln geführt hat. Da die linke/antiautoritäre Bewegung in diese Verteidigungssituation gedrängt wird, müssen wir alle neuen Werkzeuge, neue Taktiken und Vorschläge finden, wie wir auf die Angriffe reagieren können, denen wir ausgesetzt sind, und wie wir uns als Bewegungen in eine Position der Offensive und des Angriffs bringen können. Es ist klar, dass dies nicht durch die Wiederholung derselben Automatismen geschehen kann, die uns bereits im Stich gelassen haben, und dass es nicht isoliert von der Gesellschaft geschehen kann.
Der aktuelle Vorschlag zur gemeinsamen Organisation für die Verteidigung der besetzten Gemeinschaft Prosfygika kann ein Schritt in Richtung der Suche nach Antworten sein – ein Vorschlag, wie wir alle gemeinsam neue Kraft finden können, um unsere angegriffenen Räume zu verteidigen und in die Offensive zu kommen. Unsere Entscheidung, in den Hungerstreik zu treten, ist ebenfalls in diesem Sinne zu verstehen: Wir lassen nicht zu, dass der Staat uns in eine wartende Position zwingt und eine Atmosphäre von Angst und Lähmung erzeugt. Stattdessen gehen wir in unseren eigenen, selbstbestimmten Plan der Offensive über, tragen die Forderungen des Hungerstreiks in die Gesellschaft, bauen eine breite Front der Solidarität auf und setzen gleichzeitig die selbstorganisierte Sanierung der Gebäude sowie den Aufbau neuer Strukturen fort.
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Wie ist der aktuelle Stand beim Räumungsverfahren?
Christos: Im Sommer letzten Jahres hat die Regionalregierung von Attika gemeinsam mit dem Kulturministerium und der öffentlichen Arbeitsvermittlung einen Plan zur „Sanierung“ der ersten vier Wohnblöcke von Prosfygika ausgearbeitet, unter dem Vorwand, Sozialwohnungen und Unterkünfte für die Patienten des Agios-Savvas-Krankenhauses zu schaffen. Diese Begründung ist heuchlerisch, da wir hier mit insgesamt 400 Menschen leben und bereits eine Unterbringungsstruktur für Patienten des Krankenhauses geschaffen haben, die wir in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft des Ag. Savvas-Krankenhauses betreiben. Der staatliche Plan wird mit einem geschätzten Budget von 15 Millionen Euro von der Europäischen Union finanziert.
Gegen den Plan des Staats veröffentlichten wir im Januar einen ersten Aufruf zur Notsituation und begannen den Hungerstreik bis zum Tod von Aristotelis Chantzis am 5. Februar, wobei die Forderungen lauteten,
1) dass die Regionalregierung von Attika vom Vertrag zurücktritt,
2) dass alle Bewohner:innen in ihrem physischen und sozialen Umfeld bleiben können,
3) und dass der kürzlich gegründeten gemeinnützigen juristischen Person „Bewohner und Freunde der Prosfygika Alexandras Av.“ Garantien für die Sanierung der historischen Gebäude gegeben werden.
Die Forderungen an den Staat, der sich immer wieder als ungerecht erweist, stehen nicht im Mittelpunkt unseres Kampfes, sind aber wichtig, um eine Kommunikationsgrundlage zu schaffen. Sollte der Staat seinen Angriffsplan weiter vorantreiben, werden auch wir weitere Schritte in unserem Plan zur Selbstverteidigung und zum Gegenangriff unternehmen.
Gab es bereits frühere Versuche seitens des Staats, Prosfygika zu räumen, und wenn ja, inwiefern unterscheiden sich die aktuellen Entwicklungen von den früheren?
Christos: Ja, im Laufe der Jahre gab es mehrere Versuche, Prosfygika zu räumen. Der letzte größere Plan stammte von der Syriza-Regierung im Jahr 2019, wurde jedoch nie umgesetzt. Zudem war die Gemeinschaft mit mehreren schweren Angriffen konfrontiert, wie der Entführung und anschließenden Verhaftung eines Genossen der Gemeinschaft unter erfundenen Vorwürfen im Jahr 2022 sowie dem Angriff im Jahr 2024, bei dem drei Jugendliche der Gemeinschaft verhaftet wurden, während sie am Gästehaus für die Patienten des Ag. Savvas-Krankenhauses arbeiteten.
Dennoch schätzen wir ein, dass der aktuelle Plan des Staats der gefährlichste und schwerwiegendste ist, der bisher ausgearbeitet wurde, da er bereits vollständig durch Gelder der Europäischen Union finanziert ist, rechtliche Probleme aus früheren Versuchen des Staates, die Gebäude zu räumen, umgeht und der aktuelle Plan mit einem konkreten Zeitplan in einer Situation verschärfter Repression einhergeht.
Wie beurteilt ihr die aktuellen Räumungsversuche und die dahinterstehende staatliche Strategie aus politischer Sicht?
Marco: Wie wir bereits gesagt haben, betrachten wir den Angriff auf die besetzte Gemeinschaft von Prosfygika als Teil eines umfassenden Angriffs der herrschenden Klasse auf die Gesellschaft, mit dem Ziel, alle Formen des sozialen Widerstands und der Solidarität auszumerzen. In den vergangenen Jahren gab es eine Welle von Räumungen, durch die nur noch wenige befreite Räume übrig geblieben sind, die wir nun mit allen Mitteln verteidigen müssen.
Die Räumungswelle geht einher mit der Einführung eines neuen Strafgesetzbuchs in Griechenland, das die massenhafte Inhaftierung jener Teile der Gesellschaft ermöglicht, die nicht profitabel verwertet werden können. Mit dieser Verschärfung seiner rechtlichen Mittel startet der Staat den Angriff auf Prosfygika – sowohl, weil das Regime von Kyriakos Mitsotakis die Gemeinschaft als ideologischen politischen Gegner und als Bedrohung betrachtet, die es zu zerstören gilt, als auch, weil es den umfassenden Gentrifizierungsplan für das Gebiet weiter vorantreiben will, in den auch der Neugestaltungsplan für Prosfygika eingebettet ist.
Griechenland fungiert einerseits als Massenlager und „Gefängnis“ für billige Arbeitskräfte im Sinne der Bedürfnisse Europas, andererseits als Vorposten der NATO für den Zugang zum östlichen Mittelmeer sowie als wichtiger Energieknotenpunkt für Gas, das nicht von Russland abhängig ist. Die Eskalation staatlicher Repression gegen jede Form sozialen Widerstands ist der Weg, mit dem der Staat diese Interessen der Oligarchie, der EU und der NATO zu sichern versucht. Im Einklang mit dieser militärischen Logik und dem Übergang des Staats in einen permanenten Ausnahmezustand kann der Angriff auf selbstorganisierte Räume auch als Versuch verstanden werden, jede Möglichkeit der Bildung eines revolutionären Gegenpols zu zerstören, der diese Interessen infrage stellen könnte.
Was sind eure nächsten Schritte und wie wollt ihr auf die aktuelle Situation reagieren?
Christos: Wir rufen zu wöchentlichen offenen Treffen für die Verteidigung von Prosfygika auf, die große Unterstützung von Menschen aus ganz unterschiedlichen politischen und sozialen Hintergründen erhalten. Während unser Kampf immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, arbeiten wir gleichzeitig am Aufbau neuer Strukturen innerhalb der Gemeinschaft. Um den Druck zu erhöhen, haben wir seit dem 24. Februar einen rotierenden Hungerstreik begonnen: Jeden Dienstag um 9 Uhr treten jeweils andere Genoss:innen für bis zu drei Tage in den Hungerstreik. Gleichzeitig sind wir bereits dabei, die selbstorganisierte Instandsetzung des Viertels voranzutreiben – eines unserer bisher größten Projekte.
Im Allgemeinen wollen wir eine breite gesellschaftliche Front gegen die staatlichen Pläne aufbauen, und wir sind fest von unserem Sieg überzeugt. Seit dem ersten Tag hat die Gemeinschaft die gängige Vorstellung vom „Unmöglichen“ widerlegt. Die Genoss:innen konnten sich damals nicht vorstellen, dass ein organisiertes Viertel direkt neben der Generalpolizeidirektion und dem Obersten Gericht bestehen kann.
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16 Jahre später sehen wir – durch einen Prozess, in den viel Arbeit und auch Opfer geflossen sind –, was durch kollektiven Willen und Entschlossenheit aufgebaut werden kann. Während viele sagen mögen, dass dieser Kampf nicht zu gewinnen sei, haben wir bereits entschieden, dass wir ihn gewinnen werden. Für uns gibt es keine andere Möglichkeit, als zu kämpfen und zu siegen – denn wir wollen leben, und dafür sind wir bereit, die Gemeinschaft mit allen notwendigen Mitteln zu verteidigen. Wie wir sagen: Wenn wir fallen, dann fallen wir auf ihre Köpfe.
Marco: Wir werden nicht aufhören, den Kampf weiter auszubauen, Solidaritätsnetzwerke zu knüpfen und daran festzuhalten, dass wir nicht nur ein einziges befreites Prosfygika brauchen, sondern in den kommenden Jahren viele verschiedene organisierte und befreite Stadtviertel – in jedem Teil Athens, in ganz Griechenland, in Europa und weltweit. Wir wollen nicht nur einen Funken Hoffnung am Leben erhalten, sondern ein Feuer des Widerstands entfachen und verbreiten. Entweder wir gewinnen oder wir gewinnen!
Welche Botschaft wollt ihr an unsere Leser:innen in Deutschland richten?
Wir rufen dazu auf, Prosfygika durch physische Präsenz zu stärken, den Selbstverteidigungsplan des Viertels zu unterstützen und bei technischen Arbeiten und beim Aufbau von Strukturen mitzuhelfen. Wer sich beteiligen möchte, soll sich per E-Mail an uns wenden.
Da unser Kampf nicht nur für Prosfygika, sondern für einen organisierten Gegenpol zur kapitalistischen Moderne geführt wird, rufen wir insbesondere organisierte Brigaden dazu auf, in die Gemeinschaft zu kommen und in all den Orten, aus denen sie stammen, Widerstand und Autonomie zu organisieren.
Außerdem rufen wir Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen dazu auf, uns bei der Öffentlichkeitsarbeit auf allen Ebenen zu unterstützen: mit Bannern, Graffiti, Beiträgen in sozialen Medien, dem Verfassen eigener Texte und Posts oder dem Aufbau von Netzwerken.
Für den selbstorganisierten Wiederaufbau des Viertels und die Unterstützung des Hungerstreiks sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Wir haben eine Firefund-Kampagne für die erste Finanzierungsphase gestartet. Über unsere E-Mail gibt es zudem aktuelle Informationen zur internationalen Kampagne Save Prosfygika, damit Solidaritätsbewegungen aus dem Ausland sich mit der gemeinsamen Kampagne koordinieren und dadurch wirksamer werden können. Unsere Gemeinschaft findet ihr außerdem auch auf unserem Blog oder auf Instagram und X.
Unterstützt die Forderungen der Gemeinschaft, die durch den Hungerstreik zum Ausdruck gebracht werden, indem ihr euch auf der genannten Plattform registriert!

