Sechs Tote in zwei Tagen: US-Militär setzt Hinrichtungen im Pazifik fort

Seit September 2025 führen die USA illegale Angriffe auf Boote in internationalen Gewässern durch, die sie selbst als Drogenschiffe deklarieren, ohne wirkliche Beweise zu liefern. In den vergangenen Tagen wurden dabei sechs weitere Personen ermordet. Der Widerstand und Aufschrei bleiben klein.

Schon seit über einem halben Jahr beschießt das US-Militär mutmaßliche Drogenschiffe in internationalen Gewässern. Zuletzt töteten Angriffe auf vermeintlich drogenschmuggelnde Boote am 13. April sowie am 14. April jeweils zwei und vier Personen. Die Angriffe sind Teil der Operation „Southern Spear“. Seit Inkrafttreten dieser Operation verstärkten die USA ihre militärische Präsenz im Pazifik sowie im karibischen Meer. Sie spitzte sich zuletzt im Januar mit den Bodenangriffen auf Venezuela und der Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro zu.

Parallel führen die USA nun seit acht Monaten Angriffe auf kleine Schiffe durch, die sie als „Drogenterroristen“ bezeichnen. Beweise, dass es sich um drogenschmuggelnde Boote handelt, werden jedoch kaum geliefert. Das US-Kommando gibt lediglich bekannt, dass sich die Boote auf „bekannten Drogen-Schmuggelrouten“ befanden. Laut Behörden und Angehörigen waren einige der Betroffenen Fischer.

US-Kriegsminister Hegseth: „Maximale Tödlichkeit“

Besonders neu sind solche Operationen der USA nicht. Vor Beginn der Operation wurden Schiffe bereits von den USA abgefangen und die Besatzung festgenommen, nicht jedoch gleich in die Luft gesprengt. Einige der Schiffe, darunter die der letzten beiden Angriffe, bewegten sich außerdem zur Zeit des Angriffs gar nicht mehr. Ein anderes Schiff im November 2025 war vollständig zensiert, was die Behauptung von Drogenschmuggel noch fragwürdiger macht.

Angeblich begründet die Beratungsstelle des Justizministeriums die Angriffe damit, dass sich die USA in einem „bewaffneten Konflikt“ mit „Drogenkartellen“ befinden würden und sie daher legitime Ziele tödlicher Angriffe seien. Kriegsminister Pete Hegseth selbst spricht jedoch von einer Agenda der „maximalen Tödlichkeit, nicht lauwarmer Legalität“.

Ein anderer Angriff stellt die Fragwürdigkeit jeglicher Legalität und Legitimität weiter infrage. So soll 2025 ein „Double-Tap“-Angriff zwei Überlebende eines Angriffes, die sich an das brennende Wrack geklammert hatten, von einem zweiten, kurz auf den ersten folgenden Angriff getötet haben. Diese Art von Angriffen wird von vielen Menschenrechtler:innen verurteilt und wurde unter anderem auch von Israel im Gaza-Genozid genutzt, um Hilfskräfte und Presse zu ermorden, die zur Hilfe eilten.

US-Kriegsminister Pete Hegseth: Mord in der Karibik

Widerstand bleibt größtenteils aus

Die American Civil Liberties Union, das Center for Constitutional Rights und die New York Civil Liberties Union reichten kurz darauf auch Klage beim US-Bezirksgericht für Süd-New York ein. Laut dem hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte Volker Türk handele es sich um illegale außergerichtliche Tötungen.

Schon seit langem werden Operationen unter dem „war on terror“ und „war on drugs“ von Menschenrechtsorganisationen und Völkerrechtler:innen dafür kritisiert, dass sie sich in einer rechtlichen Grauzone befinden. Wirkliche Konsequenzen gibt es derzeit nicht und der Widerstand bleibt ebenfalls schwach. Im Kongress wurde lediglich kritisiert, dass die Entscheidung ohne den Kongress gefällt wurde, nicht aber die Tat selbst.

Geopolitische Interessen im Zentrum

Die USA nutzen „Anti-Drogen/Terror“-Operationen als Vorwand, ihre eigenen geopolitischen Interessen durchzusetzen. Während in der Öffentlichkeit der „Drogenterrorismus Venezuelas“ in den Vordergrund gerückt wurde, sprach Donald Trump auch mehrmals von angeblich gestohlenem Öl auf venezolanischem Boden, welches US-Konzernen zustehen würde.

Venezuela nach der Entführung Maduros: Machtkampf, Öl und der Griff der USA

Seit der Entführung Maduros ist der Öl-Import aus Venezuela in die USA immens gestiegen und ermöglicht eine sicherere Ölversorgung. Ganz im Interesse des US-Imperialismus werden damit noch größere Spritpreis-Explosionen trotz des eigenen Angriffskrieges auf den Iran und Libanon verhindert.

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