Umkämpfte Handelsrouten: Indonesien wünscht sich Maut für Straße von Malakka

Neben der Straße von Hormus ist die Meeresenge von Malakka eine der wichtigsten maritimen Handelsrouten der Welt. Der Finanzminister Indonesiens wünscht sich künftig eine Maut zu erheben, um einen finanziellen Nutzen daraus zu schlagen und den Druck auf andere Mächte zu erhöhen.

Im Zuge des Iran-Kriegs wird die Straße von Hormus breit thematisiert. Da über sie ein großer Teil des weltweiten Ölhandels läuft, nutzt der Iran die Handelsroute, um Druck auszuüben. Schon jetzt erheben die iranischen Revolutionsgarden informelle Gebühren für passierende Schiffe.

Von diesem Vorhaben hat sich der indonesische Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa inspirieren lassen, und öffentlich seine Überlegung verkündet, das Gleiche bei der Straße von Malakka zu tun. Bei der Straße von Malakka handelt es sich ebenfalls um eine der bedeutendsten internationalen maritimen Handelsrouten. Es werden beispielsweise 40 Prozent des weltweiten Handels über diese Route verschifft. Auch im Ölhandel kommt der Straße eine große Bedeutung zu. Im Jahr 2025 wurden täglich rund 23,2 Millionen Barrel Öl und damit 29 Prozent aller maritimen Öllieferungen vollzogen. Bei der Straße von Hormus hingegen sind es mit knapp 20,9 Millionen Barrel pro Tag weniger.

Plötzlich andersherum: USA blockieren die Straße von Hormus

Die Straße von Malakka liegt zwischen Singapur, Malaysia und Indonesien. An ihrer schmalsten Stelle hat sie eine Breite von lediglich knapp 2,8 Kilometern und ist damit um ein Vielfaches schmaler als die schmalste Stelle der Straße von Hormus (33 Kilometer).

Keine Unterstützung durch Nachbarländer – Singapur und Malaysia blockieren

Sowohl Singapur als auch Malaysia haben sich unmittelbar gegen den Vorschlag der Maut positioniert. Von Seiten Singapurs wird das vor allem wirtschaftliche Gründe gehabt haben. Die Wirtschaft Singapurs selbst, die zu großen Teilen auf dem Handel mit Treibstoffen beruht, ist nämlich von einem reibungslosen Durchqueren der Straße von Malakka abhängig.

Malaysia hat andere Beweggründe, sich gegen diesen Vorstoß zu positionieren, was sie auch eigenständig bestätigt haben. Von Seiten Malaysias kam nämlich selbst des Öfteren der Vorschlag, eine Maut für die Durchquerung zu erheben. Sie kritisierten vor allem, dass dieser Vorschlag nicht mit ihnen abgesprochen wurde.

Trotz dieser ablehnenden Reaktion der beiden Anrainerstaaten ist die Erhebung der Maut damit nicht direkt ausgeschlossen. Wie weiter oben bereits erwähnt, ist die Meerenge an ihrer schmalsten Passage 2,8 Kilometer breit. Hinzu kommt, dass Indonesien über eine große militärische Flotte verfügt. Im Vergleich zu Deutschland verfügt Indonesien nämlich über das Fünffache an Schiffen und wäre somit auch allein dazu in der Lage, die Straße von Malakka bis zu einem gewissen Punkt zu sperren.

USA und China werden nicht tatenlos zusehen

Allerdings sprechen auch einige Faktoren dagegen. Würde Indonesien die Straße von Malakka schließen, dürfte es mit Reaktionen von den USA und China rechnen. Besonders für China, aber eigentlich ganz Ostasien, hat die Meerenge eine große Relevanz. China erhält beispielsweise 80 Prozent aller Öllieferungen über die Straße von Malakka und hat damit ein großes Interesse, keine Mautgebühren auf diese zahlen zu müssen.

Seit Beginn des letzten Jahres ist Indonesien Teil des BRICS-Bündnisses, das einen Gegenpol zur NATO darstellt. Innerhalb von diesem versucht Indonesien zwar vor allem die eigenen Interessen zu unterstützen und sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Allerdings ist hierbei dennoch ein Faktor, dass es sich die indonesische Regierung nicht mit dem mächtigen Handelspartner in China verscherzen will, weswegen eine Einschränkung der chinesischen Importe eher unwahrscheinlich ist.

„Shield of the Americas“: USA formieren imperialistisches Militärbündnis gegen China

Es liegt ebenfalls nicht im Interesse der USA, dass diese Meerenge gesperrt wird oder der Handel mit einer Maut versehen wird. Besonders bei den USA zeigt sich in der letzten Zeit eine besonders große Bereitschaft, die eigenen Interessen auch militärisch durchzusetzen, wie es allein in diesem Jahr in Venezuela und dem Iran der Fall gewesen ist. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sie, sollte die Straße von Malakka gesperrt werden, auch mithilfe militärischen Drucks die Meerenge versuchen werden zu öffnen.

US-amerikanische Machtdemonstration im Indischen Ozean

Vor nicht einmal zwei Wochen ist ein US-Kriegsschiff die Meerenge passiert. Bei dem Schiff handelte es sich um die USS Miguel Keith, die von der US-Navy als „anpassbare, schwimmende Befehlsbasis, von der aus Hubschrauber und kleine Boote starten können, mit Unterkünften für Truppen sowie Führungs- und Einsatzräumen“ beschrieben wird. Die Durchquerung ist zwar rechtmäßig gewesen, lässt sich aber durchaus auch als Demonstration der eigenen Macht verstehen.

Mittlerweile ist der indonesische Finanzminister bereits zurückgerudert und hat von dieser Überlegung abgelassen. Die Hürden scheinen sich also aktuell noch nicht stemmen zu lassen. Dennoch lässt sich diese Aussage als Vorstoß verstehen, die eigene Macht ausweiten zu wollen.

Im Falle eines größeren Konflikts wird die Straße von Malakka aufgrund ihrer strategischen Bedeutung also eine große Rolle einnehmen. Wie sich die verschiedenen imperialistischen Mächte in Zukunft also darum streiten werden, bleibt abzuwarten.

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