Am 8. Mai gehen zum dritten Mal Schüler:innen auf die Straße statt in den Unterricht, um gegen Wehrpflicht, Aufrüstung und Krieg zu demonstrieren. Bei der zweiten bundesweiten Schulstreikkonferenz konnte die Bewegung erneut zusammenkommen und die nächsten Schritte diskutieren.
Am vergangenen Wochenende fanden sich in Göttingen etwa 300 Schüler:innen zu einer erneuten Schulstreikkonferenz zusammen. Zur Konferenz eingeladen hatte die Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht.
Auf dem Programm stand zunächst eine Podiumsdiskussion, bei der verschiedene antimilitaristische und sozialistische Jugendorganisationen vertreten waren. Die Sprecher:innen betonten dabei, dass vor allem eine Verbreiterung der Schulstreik-Bewegung dringend nötig sei. Man wolle mehr Jugendliche ansprechen, aber auch inhaltlich die Verbindungen zwischen verschiedenen Kämpfen aufzeigen. Die Bewegung solle sich also nicht nur gegen die Wehrpflicht richten, sondern gegen die gesamte Aufrüstung und besonders auch die damit verbundenen Sozialkürzungen.
Auch wie man besondere Teile der Jugendbewegung anspricht und den Kampf gegen Krieg und Aufrüstung mit dem Kampf gegen den Kapitalismus verbindet, wurde zum Thema. So erklärte der Sprecher der DIDF-Jugend, man müsse auch mehr auf migrantische Jugendliche zugehen und deren Standpunkt aufgreifen. Die Sprecherin der Internationalen Jugend wies derweil darauf hin, dass der Kampf gegen die Aufrüstung auch ein Kampf gegen das System sein müsse, das Kriege immer wieder verursacht.
Praktische Erfahrungen sammeln
Der Nachmittag war in verschiedene Workshop-Phasen unterteilt. Aufbau von Streikkomitees, Rolle von Frauen in der Bundeswehr, Umgang mit Repressionen – für Probleme, die die Schulstreikbewegung aktiv beschäftigen sollten, praktische Ansätze vermittelt werden.
Der Umgang mit Repressionen durch Schulleitungen und Polizei war für viele dabei ein besonders wichtiges Thema. Nach den letzten beiden Streiks hatte es in vielen Städten Einschüchterungsversuche gegeben, etwa in Form von Verwarngeldern oder verweigerten Nachschreibeterminen. Teilweise waren Schüler:innen auch in ihren Schulen eingesperrt oder wegen Demoparolen festgenommen worden.
Zweiter Schulstreik gegen die Wehrpflicht – Repressionen auf Hochtour
Die nächsten Schritte im antimilitaristischen Kampf gehen
Doch es sollten nicht nur theoretische Diskussionen geführt und praktische Erfahrungen weitergegeben werden. Sinn der Konferenz war auch das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Wehrpflicht sowie Krieg und Aufrüstung allgemein, konkret zu planen.
Dazu wurde unter anderem beschlossen, durch Streikkomitees die Verankerung in den Schulen weiter zu vertiefen: „Dort treffen sich aktive Schüler*innen, bereiten die Streiks vor, diskutieren nächste Schritte und organisieren weitere Aktionen. Unser Ziel ist es, noch mehr Mitschüler*innen zum Streiken zu gewinnen!“
Auch die besondere Bedeutung vom nächsten Streiktag am 8. Mai – dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus – wurde in dem Papier festgehalten: „Wir organisieren unseren nächsten Streiktag am 8. Mai, dem 81. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg. Denn wir wollen nicht in einem Krieg für Deutschlands dritten Anlauf zur Weltmacht sterben!“
Darüber hinaus wurden weitere Beschlüsse gefasst, so etwa die Störung von Bundeswehr-Auftritten an Schulen und die Verbindung mit anderen Kämpfen und Bewegungen. Das Datum für die nächste Schulstreik-Konferenz wurde auf den 18./19. Juli festgelegt. Außerdem wurde sich auf eine bundesweite Aktionswoche gegen den Veteranentag in der Woche vom 16. bis 22. Mai geeinigt.

