In Kolumbien stehen in einem Monat die Präsidentschaftswahlen an. In diesem Zusammenhang findet derzeit eine groß angelegte mediale Kampagne zu Ungunsten eines sozialdemokratischen Kandidaten statt. Zudem erschüttert eine Serie von Anschlägen das Land.
Am 31. Mai finden in Kolumbien die Präsidentschaftswahlen statt. Für die sozialdemokratische Partei Pacto Histórico tritt als Kandidat Iván Cepeda an. Pacto Histórico stellt bereits den aktuellen Präsidenten Gustavo Petro und liegt auch bei der kommenden Wahl in den Umfragen an.
Nun wurde durch eine Recherche bekannt, dass die konservative Partei Centro Democrático für eine großangelegte Hetzkampagne gegen Cepeda verantwortlich ist. Unter dem Namen „Operation Jupiter“ soll der Kandidat Cepeda mittels Posts auf Social Media und durch Veranstaltungen unter dem Deckmantel von Workshops diskreditiert werden.
Bei den genannten Workshops, die innerhalb von Unternehmen organisiert werden, sollen Beschäftigte auch zur Teilnahme gezwungen worden sein. Somit soll der Ruf des Sozialdemokraten Cepeda geschädigt und im Gegenzug das Centro Democrático als Lösung präsentiert werden.
Hinter der Aktion steht der Recherche zufolge ein Vertrauter eines Ex-Präsidenten, der dem Centro Democrático angehört. Die Kosten der Operation Jupiter werden mit umgerechnet 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Sehr viel schwerwiegender dürften jedoch die Mordpläne sein, die mutmaßlich gegen Cepeda gerichtet sind. Präsident Petro verurteilte diese Pläne öffentlich. Außerdem informierten die kolumbianischen Behörden die US-amerikanische CIA, was eine sichere Durchführung der baldigen Präsidentschaftswahlen ermöglichen soll.
Mehrere zeitgleiche Anschläge
Seit dem 24. April kam es, inmitten des Wahlkampfs, zudem zu mehreren Anschlägen: An verschiedenen Orten explodierten Sprengsätze, die laut den kolumbianischen Behörden von der Gruppe Jaime MartÃnez gelegt worden sein. Bei dieser Organisation handelt es sich um eine Abspaltung der linken Guerilla-Organisation FARC, die offiziell im Jahr 2016 einen Waffenstillstand mit der Regierung unterzeichnete.
Beim tödlichsten Anschlag der Serie beträgt die Anzahl der Opfer mindestens 19. Präsident Petro sprach in Bezug auf diesen Anschlag, der die Insassen eines Kleinbusses traf, von den mutmaßlichen Tätern als „Terroristen, Faschisten und Drogenhändler“.
Die Ereignisse könnten großen Einfluss auf den Präsidentschaftswahlkampf haben, da die Sicherheitspolitik dort als eines der Hauptthemen gilt. Ob die Bombenserie mit den Wahlen in Verbindung steht, ist bislang noch nicht geklärt. Trotzdem könnten diese Ereignisse jenen Kandidaten einen Aufschwung verschaffen, die sich mit einem harten Umgang mit derartigen Gruppierungen profilieren.

