Laut einem Bericht der New York Times hatten die USA und Israel einen Geheimplan zum Regime-Wechsel in Iran entwickelt. Dieser sah demnach die Einsetzung des ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vor. Mehrere Schritte des Plans scheiterten jedoch.
Während Iran und die USA weiterhin um eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg ringen, offenbart ein Bericht der New York Times Details zu einem Geheimpapier der USA und Israels. Demnach soll – noch bevor der Angriffskrieg durch die USA und Israel losgetreten wurde – ein Plan entwickelt worden sein, der den ehemaligen Präsidenten Irans, Mahmud Ahmadinedschad, als neuen Machthaber vorsah.
Schon am ersten Tag des Kriegs berichteten Medien vom Tod des ehemaligen Präsidenten. Kurze Zeit später wurde klar, dass Ahmadinedschad bei dem Luftangriff auf sein Wohnhaus in Teheran lediglich verletzt wurde. Ziel sollen dabei vor allem die Kräfte der Revolutionsgarde Irans gewesen sein, die Ahmadinedschad bewachten, um so eine Flucht zu ermöglichen. Denn der ehemalige Machthaber stand seit den Großprotesten im Winter 2025/26 unter Hausarrest.
Seit diesem ersten Kriegstag ist Ahmadinedschad untergetaucht. Laut der New York Times soll er das Vertrauen in den Plan der USA und Israels durch den Luftschlag auf sein Haus verloren haben. Seitdem hat Ahmadinedschad an keinen öffentlichen Auftritten mehr teilgenommen, und Details zu seinem aktuellen Aufenthaltsort gebe es auch nicht.
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Warum Mahmud Ahmadinedschad?
Schon seit geraumer Zeit gab es Gerüchte, dass Ahmadinedschad Kontakte zu westlichen Großmächten unterhalte. Die Verbindungen zu Israel erscheinen dabei am verwunderlichsten. Während seiner Präsidentschaft von 2005 bis 2013 galt er als einer der größten Gegner Israels. Unter anderem soll unter ihm das Atomprogramm Irans entscheidend vorangetrieben worden sein.
Außerdem wurden unter ihm Konferenzen in Teheran abgehalten, bei denen der Massenmord an den europäischen Juden während des Dritten Reichs, auch als Schoah bekannt, geleugnet wurde. Dies führte zu einer zusätzlichen Isolierung des Iran und Spannungen mit Israel.
Auch wenn Ahmadinedschad bis heute Zustimmung aus Teilen der iranischen Bevölkerung erfährt, wurde er seit seiner Wiederwahl 2009 zunehmend politisch isoliert. So führte bereits die umstrittene Wahl 2009 zu Protesten, an denen sich Millionen von Menschen beteiligten. In den Jahren 2017, 2021 und 2024 versuchte Ahmadinedschad immer wieder, sich für die Präsidentschaftswahl zu bewerben, doch der Wächterrat untersagte eine erneute Kandidatur.
Verkalkulierter Regimewechsel
Laut dem Bericht der New York Times soll tatsächlich Israel den Namen Ahmadinedschad im Kontext eines Regime-Wechsels ins Spiel gebracht habe. Die genauen Hintergründe sind dabei unklar, doch wie sich aus weiteren Informationen des Berichts schließen lässt, sollen auch andere Pläne der israelischen Planer:innen nicht aufgegangen sein: Demnach sollen vor allem israelische Vertreter:innen am Plan zum Regime-Wechsel in Iran beteiligt gewesen sein. Dieser soll aus verschiedenen Stufen bestanden haben.
So sollten die Tötung des damals amtierenden Präsidenten Ali Khamenei sowie Luftangriffe durch das israelische und US-Militär die erste Phase des Regime-Wechsels darstellen. Außerdem setzte der Geheimplan auf eine Mobilisierung der kurdischen Minderheit in Iran, die weitere Instabilität fördern sollte. In Phase drei sollte dann neben politischem Druck auch zentrale Infrastruktur lahmgelegt werden, um einen Sturz der aktuellen Regierung und die Installation einer „alternativen Regierung“ zu ermöglichen.
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Bis auf Phase eins konnte keines der vorher gesteckten Ziele erreicht werden. Nach dem Tod von Ali Khamenei wurde sein Sohn Modschtaba Khamenei zu seinem Nachfolger erklärt und übt dieses Amt seitdem aus.
Wie geht es weiter in Iran?
Der Beginn des Angriffskriegs der USA und Israel auf Iran liegt inzwischen fast drei Monate zurück. Seit dem 8. April haben sich die Beteiligten auf eine Waffenruhe geeinigt und kündigten an, miteinander in Verhandlungen zu treten.
Jüngsten Berichten zufolge soll es zwischen US-Präsident Donald Trump und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu Uneinigkeit über die Strategie und den weiteren Verlauf des Iran-Kriegs geben. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sollen die beiden Regierungschefs über ihr weiteres Verfahren diskutiert haben. Dabei seien unterschiedliche Vorstellungen aufeinander getroffen.
Laut Trump gäbe es „ernsthafte Verhandlungen“ mit Iran. Auch Katar und Pakistan sollen in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern einen überarbeiteten Friedensvorschlag vorgelegt haben, der die Spannungen zwischen Iran und den USA lösen soll. Netanjahu setze dagegen auf eine neue Welle von Angriffen auf Iran. Bereits nach der Einigung auf eine Waffenruhe in Iran hatte das israelische Militär begonnen, Ziele im Libanon anzugreifen.
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Nach dem Gespräch vor 2 Tagen soll der israelische Premierminister „in Aufruhr“ gewesen sein. Trump soll darauf lediglich entgegnet haben, dass Netanjahu tun werde, was er ihm sage. Gleichzeitig warnt Trump Iran vor einem weiteren Scheitern der Verhandlungen und spricht von einer Einigung, die „sehr schnell“ oder „in wenigen Tagen“ zustande kommen könnte. Im gleichen Atemzug stellt er seinerseits eine Wiederaufnahme der Angriffe auf Iran in den Raum.

