Mitten in den Verhandlungen und einer beschlossenen Waffenruhe greifen die USA verschiedene Ziele im Iran an. Auch der Iran reagiert mit Beschuss auf amerikanische Luftfahrzeuge.
In der Nacht vom 25. auf den 26. Mai griffen die USA erneut Ziele im Iran an. Trotz einer aktuellen Waffenruhe wurden sowohl Raketenstützpunkte als auch die Insel Larak, die auf der Straße von Hormus liegt, angegriffen. Bei den Angriffen starben mehrere Personen.
Im April dieses Jahres einigten sich die USA und der Iran auf eine Waffenruhe. Aktuell finden Verhandlungen zwischen den beiden Staaten statt, die den weiteren Verlauf des Konflikts bestimmen sollen.
Konkrete Forderungen, die im Rahmen dieser Verhandlungen präsentiert wurden, sind z.B. eine Verlängerung der Waffenruhe, wirtschaftliche Zugeständnisse, die Freigabe von eingefrorenen iranischen Konten und eine teilweise Öffnung der Straße von Hormus.
Iran-Krieg: Auch Saudi-Arabien und die Emirate haben angegriffen
Bereits zuvor ist es trotz Waffenruhe zu Angriffen von beiden Seiten gekommen. Im Mai wurden durch den Iran beispielsweise Schiffe der USA angegriffen.
Trotz der Angriffe gehen die Verhandlungen weiter
Im Laufe des gestrigen Tages erklärte der US-Außenminister, dass ein Abkommen auch trotz der Angriffe noch möglich sei. Trump soll laut ihm „den Wunsch geäußert [haben], eine Einigung zu erzielen“. Es soll laut ihm aber auch darum gehen, „entweder einen guten Deal […] oder gar keinen“ zu erreichen. Die Aufstellung so eines Planes benötige noch mehr Zeit.
Von Seiten des Irans fallen die Prognosen deutlich negativer aus. Laut dem iranischen Führer Ayatollah Modschtaba Chamenei können sich die USA nicht mehr auf die Unterstützung der US-Militärbasen durch die Golfstaaten verlassen. Laut der Revolutionsgarde werde man sich das Recht auf Vergeltung vorbehalten. Es soll auch zu kleineren Angriffen gekommen sein. Auf eine US-Drohne vom Typ RQ-4 und ein Kampfflugzeug des Typs F-35 wurde gefeuert und eine US-Drohne vom Typ MQ-9 Reaper wurde geortet, gaben die iranischen Revolutionsgarden in einer Mitteilung am Dienstagvormittag bekannt.
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass der Iran als Rahmenbedingung für ein Abkommen die Freigabe der Hälfte an eingefrorenen Vermögenswerten verlangte. Dabei würde es sich dann um knapp 24 Milliarden Dollar handeln. Der Rest solle dann innerhalb von weiteren 60 Tagen freigegeben werden.
Einige zentrale Fragen wie beispielsweise das iranische Atomprogramm bleiben weiterhin noch offen. Um diese Frage werde man sich dann erst in dem Zeitraum nach einem ersten Abkommen kümmern. Auch zwischen Israel und dem Libanon halten die Angriffe derweil an. In derselben Nacht wurden auch im Libanon mehrere Personen durch israelische Raketen getötet.
Abkommen auf wackligen Beinen
Wie schnell und ob es in der nächsten Zeit zu einem Abkommen kommen wird, lässt sich nicht eindeutig sagen. Klar ist jedoch, dass es selbst im Falle einer Verlängerung der Waffenruhe keine Garantie für Frieden gibt, was auch der vergangene Angriff verdeutlicht hat. Sämtliche Einigungen werden immer auf wackeligen Beinen stehen.
Iran-Krieg: Eine taktische Atempause im imperialistischen Machtkampf?
Sowohl die USA als auch der Iran führen diesen Konflikt mit dem Hintergedanken, ihre Macht auszubauen oder aufrechtzuerhalten. Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus sorgt dafür, dass sich beide Kräfte an diese Handelsroute klammern. Eine Einigung zwischen den beiden Kräften wird immer ein Ausdruck von diesem Verhältnis zueinander sein.

