Das Repräsentantenhaus der USA beschloss zusammen mit der Hilfe einiger Democrats ein weiteres Gesetz gegen „Gender-Ideologie“ an Schulen. Eine Bestätigung durch den republikanisch kontrollierten Senat würde zu Zwangsoutings von trans Personen führen.
Am 20. Mai beschloss das Repräsentantenhaus ein weiteres transfeindliches Gesetz unter dem Deckmantel des „Kinderschutzes“. So sollen Schulen finanzielle Mittel entzogen werden, wenn Lehrkräfte und Personal das Geschlecht und die Namen von trans Personen anerkennen, ohne dabei die Eltern zu informieren. Das Gesetz würde Schulen außerdem verbieten, „Gender-Ideologie“ zu verbreiten, was letztlich bedeutet, dass nicht über Transgeschlechtlichkeit aufgeklärt werden dürfte, weshalb das Gesetz oft auch als „Don’t say trans“-Gesetz bezeichnet wird.
Das Gesetz wurde zwar noch nicht endgültig beschlossen, jedoch muss es nur noch durch den republikanisch kontrollierten Senat abgesegnet werden und von Trump unterschrieben werden. Allein 2026 wurden in den USA bereits 50 transfeindliche Gesetze beschlossen. Auffällig ist bei der Abstimmung über dieses Gesetz im Repräsentantenhaus, dass mit 217 Für- und 198 Gegenstimmen, auch 8 Democrats für das Gesetz stimmten. Auch Eugene Vindman, der Mitglied des Kongress-Gleichstellungsausschusses (für LGBTI+ Personen) ist, stimmte dabei für das Gesetz.
Gesetz würde Gewalt gegen trans Personen begünstigen
Kritik gegen das Gesetz fokussiert sich primär auf herbeigeführte Zwangsoutings von trans Personen bei ihrer Familie. Da trans Personen von ihrer Familie häufig nicht unterstützt werden, sind sie gezwungen, sich vor ihrer Familie zu verstecken, und können nur in der Schule oder bei Freund:innen offen sie selbst sein. Zwangsgeoutete trans Personen erfahren zu Hause oft psychische, physische und sexualisierte Gewalt oder werden von ihrer Familie ausgesetzt und in die Obdachlosigkeit getrieben.
Mit der allgemeinen Rechtsentwicklung und damit auch der Hetze gegen LGBTI+ Personen nimmt auch die Gewalt auf der Straße zu. Allein in den letzten zwei Wochen fallen dabei Fälle wie der von Juniper Blessing auf, einer trans Frau aus Seattle, die mit 40 Messerstichen im Wäscheraum ihres Studierendenwohnheims ermordet wurde.
Transfeindliche Gesetze: Primär an Schulen und Gesundheitsversorgung
Während öffentliche Debatten sich oft über die angebliche „Gefahr“ von trans Frauen oder „unfairen Vorteilen“ im Sport drehen, machten vorgeschlagene Gesetze im Bereich der Bildung und der gesundheitlichen Versorgung laut dem Trans Legislation Tracker knapp die Hälfte aus.
Von den 1022 vorgeschlagenen Gesetzen im Jahr 2025 waren es 280 im Bereich der Bildung und 214 im Bereich der Gesundheitsversorgung, wobei sich diese in der Vergangenheit primär gegen die Versorgung von Minderjährigen richteten, zielen sie vermehrt auch auf die Versorgung Erwachsener ab, z.B. durch Erhöhen der Altersgrenze. Nur 127 richteten sie auf den Bereich Sport und 59 auf öffentliche Toiletten. Beschlossen wurden mit 126 etwa 12 Prozent der vorgeschlagenen Gesetze.
Insgesamt ist seit 2023 ein großer Anstieg an vorgeschlagenen und beschlossenen transfeindlichen Gesetzen zu verzeichnen, wobei 2025 das erste Mal über 100 beschlossen und 1.000 vorgeschlagen worden sind. Allein in den ersten 6 Monaten dieses Jahres wurden dabei schon 778 Gesetze eingebracht und die Zahl wird in Zukunft wahrscheinlich weiter steigen.

