21 Prozent der Menschen in Deutschland können sich einen einwöchigen Urlaub nicht leisten. Unter dem ärmsten Teil der Bevölkerung sind es sogar nur etwa die Hälfte. Alleinerziehende sind dabei besonders betroffen.
Laut einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts kann sich gut ein Fünftel (21 Prozent) aller Deutschen nach eigenen Angaben keinen einwöchigen Urlaub leisten. In den ärmsten Haushalten sind sogar 48 Prozent betroffen. Unter die Kategorie Urlaub zählt in der Befragung aber auch zum Beispiel der Urlaub bei Freund:innen oder Verwandten.
Zwar blieb der Anteil im Vergleich zum Jahr 2024 unverändert und lag 2023 sogar höher bei 23 Prozent, jedoch basieren die Daten für 2025 auf einem Mikrozensus der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) aus dem Jahr 2022. Da es sich um eine EU-weite Statistik handelt, lassen sich aber auch Vergleiche zu anderen EU-Staaten machen.
Alleinlebende und Alleinerziehende besonders betroffen
Laut der Statistik sind alleinerziehende Haushalte mit 39 Prozent besonders betroffen im Vergleich zu Haushalten mit zwei Erwachsenen und Kindern (18 Prozent). Da der Großteil der Alleinerziehenden weiblich ist, sind Frauen stärker betroffen. Mit 29 Prozent können sich auch Alleinlebende im Vergleich zu Haushalten mit zwei Erwachsenen und keinen Kindern (16 Prozent) deutlich seltener einen einwöchigen Urlaub leisten.
Beim ärmsten Fünftel der Bevölkerung von rund 1.600 Euro im Monat gab fast die Hälfte an, sich keinen Urlaub leisten zu können, beim Fünftel mit einem Einkommen bis zu 2.100 Euro waren es knapp ein Drittel und bei der Gruppe bis zu 2.700 Euro immer noch knapp ein Fünftel. Für die Einteilung der Einkommensgruppen wird das Nettoäquivalenzeinkommen verwendet, welches ein bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen ist, um unterschiedliche Haushaltszusammensetzungen vergleichbar zu machen.
Große Ungleichheit zwischen EU-Staaten
Am häufigsten können sich Menschen in den südöstlichen EU-Mitgliedstaaten einen Urlaub nicht leisten: 61 Prozent in Rumänien, 47 Prozent in Griechenland, 39 Prozent in Bulgarien und Ungarn. In den westlichen Staaten sieht das anders aus: 11 Prozent in Luxemburg, 12 Prozent in Schweden und 13 Prozent in den Niederlanden. Mit 21 Prozent schneidet Deutschland ein wenig besser als der EU-Durchschnitt (28 Prozent) ab.

