90 Aktivist:innen haben am Morgen die Werkstore der neuen Rheinmetallfabrik im Wedding blockiert. Die bisherige Fertigung von Autoteilen wird dort zur Produktion von Artilleriemunition umgestellt. Für das Wochenende ruft eine Initiative zu weiteren Protestaktionen auf.
Am Donnerstagmorgen um 6:30 Uhr blockierten rund 90 Aktivist:innen die Zufahrt des Rheinmetall Werks in der Scheringstraße in Berlin-Wedding. Während etwa 50 Personen direkt vor den Werkstoren eine Sitzblockade errichteten, klebten sich weitere an umliegenden Straßenkreuzungen fest. Sie protestieren gegen Rheinmetalls Vorhaben, Wedding zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg wieder zum Produktionsstandort für Kriegswaffen zu machen.
Denn ab Sommer diesen Jahres soll das Werk, in dem zuvor die Rheinmetall-Tochter Pierburg Autoteile herstellte, Komponenten von 155-Millimeter-Artellieriemunition produzieren – 45 kg schwere Geschosse, die etwa in Gaza, Irak, Afghanistan und der Ukraine zum Einsatz kamen.
Die Protestierenden werfen Rheinmetall vor, sich durch Waffenlieferungen nach Israel, Saudi-Arabien und in die Türkei an Kriegsverbrechen mitschuldig zu machen und von ihnen zu profitieren. Weiterhin mache die Waffenfabrik die Nachbarschaft unsicher, da sie den Kiez zu einem potenziellen Kriegsziel mache.
Weiterer Protest angekündigt
Für das Wochenende ist weiterer Protest angekündigt. Die Initiative Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion veranstaltet vom 10. bis 12. Juli im Volkspark Humboldthain Aktionstage mit Vorträgen, Workshops und Kulturprogramm.
Am Samstag soll außerdem eine Großdemonstration unter dem Motto „Wedding ohne Waffenfabrik – Gemeinsam gegen Krieg“ stattfinden. Die Demonstration startet um 14 Uhr am S+U-Bahnhof Gesundbrunnen und zieht von dort in Richtung des Werksgeländes von Rheinmetall.

