Seit Wochen haben die Länder in Südeuropa mit verheerenden Waldbränden zu kämpfen. In Frankreich und Spanien wurden seitdem über 300.000 Menschen aus ihren Wohnungen evakuiert.
In Frankreich wüten seit Wochen verheerende Waldbrände. Besonders in den vergangenen Tagen hat sich das Feuer stark ausgebreitet. Demnach sind die Flammen in einer Region mittlerweile bis auf 15 Kilometer an die Großstadt Bordeaux im Südwesten des Landes vorgerückt.
Thomas Cazenave, der Bürgermeister von Bordeaux, schließt aktuell aber eine Evakuierung der Bevölkerung in der Stadt aus. Aus dem umliegenden Département Gironde mussten mittlerweile jedoch mehr als 200.000 Menschen flüchten. Mindestens 240 Häuser wurden bereits durch die Flammen zerstört.
Im Zuge dessen behauptete der französische Innenminister Laurent Nuñez, dass das Land bisher keine Waldbrände in diesem Ausmaß erlebt habe. Tatsächlich verbrannten in der Region rund um Bordeaux nach aktuellem Stand rund 42.000 Hektar Land. In der Region Gascogne nahe der spanischen Grenze zerstörte im Jahr 1949 ein Großbrand etwa 50.000 Hektar Land – das ist etwa fünfmal so groß wie die Fläche der französischen Hauptstadt Paris.
Auch Teile von Spanien brennen – bislang ein Toter gemeldet
Auch in Spanien bleibt die Lage aufgrund anhaltender Waldbrände angespannt. Rund um die Hauptstadt Madrid seien zwei von drei Bränden sogar zu einem Großbrand verschmolzen. Rund um Madrid und in weiteren Teilen des Landes sind aktuell um die 77.000 Hektar Land verbrannt.
Einsatzkräfte und Feuerwehrpersonal arbeiten weiterhin unermüdlich an der Bekämpfung der Brände. In ganz Spanien mussten bislang etwa 75.000 Menschen evakuiert werden, darunter auch zahlreiche Tourist:innen. Nahe der Küstenstadt Valencia wurde bisher gar ein Toter gemeldet, der in Folge des Waldbrandes sein Leben verlor.
In einem etwas kleineren Ausmaß hat auch Italien mit Waldbränden zu kämpfen. Im Süden des Landes wurden hierbei über 400 Personen nahe der Stadt Peschici über den Seeweg evakuiert, eine andere Route habe es nicht gegeben.
Klimawandel erhöht Risiko von Waldbränden
In weiten Teilen Südeuropas hatten Regenmangel und eine extreme Hitze in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass die Pinienwälder austrockneten. Dabei bleibt der Klimawandel mitsamt intensiveren und häufiger auftretenden Hitzewellen weiterhin der zentrale Faktor dafür, dass das Risiko von Waldbränden zunimmt.
Rekordhitze über Deutschland: Klimawandel treibt Europa an seine Grenzen
In Deutschland steht diese Woche eine weitere Hitzewelle bevor, am Donnerstag seien Höchstwerte von mehr als 35 Grad wahrscheinlich, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). Bei der vergangenen Hitzewelle im Juni kam es bereits vereinzelt zu Waldbränden in einzelnen Teilen Deutschlands, wie etwa in Brandenburg.

