Anhaltender Protest gegen Montagsspiele in der Frauen-Bundesliga

Montagsspiele sind bei Fußballfans verhasst, trotzdem finden sie in der Frauen-Bundesliga immer wieder statt. Während der DFB mit der Sichtbarkeit des Frauenfußballs argumentiert, stehen vor allem der Verkauf von TV-Rechten und Einnahmen für die Vereine im Vordergrund.

Montagsspiele sind im Fußball bei den Fans, die gerne live im Stadion mit dabei sind, äußerst unbeliebt. Grund dafür ist, dass sich viele Fans dann oft Urlaub nehmen müssen, um zum Spiel anzureisen. Bei weiter entfernteren Auswärtsspielen müssen Fans sogar oftmals gleich zwei Urlaubstage nehmen, um das eigene Team zu unterstützen. Das Resultat sind dann leerere Stadien und eine schlechtere Stimmung bei den Spielen.

Immer wieder protestierten Fans gegen die Montagsansetzungen und das mit Erfolg: Zur Saison 2021/22 wurden die Montagsspiele in der Männer-Bundesliga abgeschafft. In der Fußballbundesliga der Frauen sieht die Lage aber anders aus: Seit der Saison 2023/24 finden dort regelmäßig Montagsspiele statt. Zudem ist der Spielplan sehr zerstückelt, und die Spiele finden am Freitag, Samstag, Sonntag und Montag, zu unterschiedlichen Uhrzeiten statt. Im Vergleich wird der Großteil der Männerpartien in der Samstagskonferenz ausgetragen.

Anhaltender Protest der Fans

Seit der Einführung der Montagsspiele gab es unter den Fans der Frauen-Bundesliga immer wieder Protest dagegen und außerdem gegen die Zerstückelung des Spielplans. Immer wieder werden in Stadien Banner mit Aufschriften wie „Montagsspiele abschaffen“ hochgehalten. Im Februar verweigerten die Fans zudem mit einer 14-minütigen Schweigepauseminute im Stadion den Support – eine Minute für jeden Bundesliga-Klub –, um ihren Unmut bezüglich der Montagsspiele auszudrücken.

Als am Montag vergangener Woche die genauen Spielzeiten der ersten fünf Spieltage der kommenden Saison veröffentlicht wurden, führte dies zu einer neuen Welle an Protest. Die Fans des FC Bayern Münchens riefen beispielsweise zum Boykott des anstehenden Auswärtsspiels gegen Bayer Leverkusen auf, welches auf einen Montag datiert wurde. Zusätzlich zu dem Auswärtsspiel wurde für die Bayern-Frauen noch ein Heimspiel ebenfalls auf Montag gelegt, sodass zwei der ersten fünf ersten Spiele an einem Montag stattfinden.

Auch die Fans des VFB Stuttgarts positionierten sich kürzlich in einem Statement gegen die Montagsspiele. Die Fans pochen dabei immer wieder auf die durch Fans getragene deutsche Fußballkultur, betonen, dass es ohne den Fan-Support gar keine Spiele gäbe und dass der Fußball den Fans gehöre.

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TV-Einnahmen im Vordergrund

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verteidigt die Montagsspiele und die vielen verschiedenen Anstoßzeiten. Dafür führt er vor allem die Sichtbarkeit des Frauenfußballs als Hauptargument ins Feld. Die Montagsspiele sollen besonders stark zu der Sichtbarkeit beitragen, da es am Montagabend ja keine Spiele der Männermannschaften gäbe.

Viele der Fans kritisieren jedoch, dass es dem Verband in erster Linie um den Verkauf der TV-Rechte geht. Mit weniger Parallelspielen und exklusiven Anstoßzeiten lassen sich nämlich mehr Werbeeinnahmen generieren, wodurch der Verkaufswert der TV-Rechte steigt. Für viele Fans scheint klar, dass es dem DFB und den Vereinen mehr um den Profit in Form von TV-Erlösen gehe, als den Frauenfußball wirklich sichtbarer zu machen.

Dass die TV-Einnahmen eine wichtige Rolle spielen, gibt der DFB dabei offen zu: „Den Spieltag auf mehrere Slots zu verteilen, garantiert höhere Erlöse, die wir nahezu eins zu eins aufgrund der Zentralvermarktung an die Vereine weitergeben, und das bietet wiederum den Vereinen die Möglichkeit, weiter zu investieren“, erklärte der Verband im vergangenen Jahr gegenüber rbb24. Tatsächlich nimmt der DFB im Vergleich zur vorherigen Medienrechteperiode laut eigenen Angaben nun 16 mal so viel aus den nationalen Fernseh- und Audiorechten ein.

Auch die Vereine sehen die Sache im Zwiespalt zwischen Fan-Widerstand und finanziellen Interessen differenziert: Bianca Rech, Direktorin des Frauenfußballs beim FC Bayern, sagte zu dem Thema, dass man eine Balance herstellen müsse zwischen vollen Stadien und Sichtbarkeit im TV.

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Playoffs statt Montagsspiele?

Die aktuelle Medienrechteperiode, die zu der Einführung der Montagsspiele führte, läuft zur Saison 2027/28 aus. Viele Fans fordern eine Abschaffung der Montagsspiele für die neue Periode, der DFB hat sich jedoch noch nicht klar zu dieser Forderung geäußert.

Die Chefin der Frauen-Bundesliga (FBL), Katharina Kiel, könnte sich jedoch große Veränderungen vorstellen. Für sie wäre es zum Beispiel möglich, den Wettbewerb nicht nach der Ligatabelle zu entscheiden, sondern Playoffs um Titel und Champions-League-Plätze einzuführen. Das würde die Spiele zum Ende der Saison interessanter machen, da bisher immer wenige Clubs stark dominiert haben. Einige fordern auch eine ähnliche Änderung in der Männer-Bundesliga.

Dass eine solche Änderung im traditionsbewussten deutschen Fußball umgesetzt wird, scheint zunächst unwahrscheinlich. Zudem führen Fans an, dass so der Rest der Saison entwertet werde und auch die grundsätzlichen Probleme, die zu den derzeit wenig spannenden Titelkämpfen führen, nicht beseitigt würden.

Im Gegenzug sollen die Anstoßzeiten dann aber konsolidiert werden, sodass am Freitag und Samstag jeweils nur noch ein Spiel stattfindet und die restlichen Spiele in einer Sonntagskonferenz ausgetragen werden. Ob und was sich jedoch genau in Zukunft verändern wird, bleibt noch abzuwarten.

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