Proteste in ganz Deutschland: Peacefully Against Genocide blockiert Rheinmetall-Standorte

Bei einer bundesweiten Protestaktion legten 73 Menschen in fünf Bundesländern kurzzeitig den Betrieb mehrerer Rüstungsfabriken lahm. In Bonn hielten Aktivist:innen beide Zufahrten zum Rheinmetall-Standort besetzt und forderten ein Ende der deutschen Waffenlieferungen an Israel.

Am Freitag Morgen gegen 6 Uhr blockierten 21 Unterstützer:innen von Peacefully Against Genocide (dt. Friedlich gegen Völkermord) den Standort von Rheinmetall Protection Systems an der Pützchens Chaussee in Bonn. Die Protestierenden blockierten beide Zufahrten, um den Betrieb der Waffenfabrik zu stören.

Die Gruppe hat an diesem Morgen zeitgleich in mehreren Bundesländern Rüstungsfabriken blockiert. In Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern protestieren Menschen gegen die deutsche Beteiligung an den Waffenlieferungen an die israelische Regierung und Armee. 73 Menschen beteiligten sich deutschlandweit an den Protesten.

US-Regierung setzt NoBlogs und Palestine Action auf Terrorliste

Die Proteste finden kurz vor dem Rheinmetall Entwaffnen Camp in Köln statt. Vom 1. bis 6. September ruft ein Bündnis verschiedener Organisationen zu Aktionen gegen die Rüstungsindustrie auf. Im vergangenen Jahr beteiligten sich über 1.000 Menschen an dem Camp und den Aktionen.

Waffenproduktion für Israel in Bonn

Am Standort in Bonn produziert Rheinmetall Protection Systems vor allem Schutz- und Abwehrsysteme für Panzer und Flugzeuge, mit denen Angriffe abgewehrt und Raketen abgeschossen werden. Es ist ein weiterer Baustein in der Rüstungsproduktion des Konzerns, der Waffen und Munition an die israelische Armee liefert.

Die Waffen und Systeme, die in Fabriken wie dieser entstehen, werden auch an die israelische Regierung und Armee verkauft. In Gaza treffen deutsche Rüstungsgüter auf Wohnhäuser, Krankenhäuser und Schulen. Seit Monaten sterben dort Kinder unter Trümmern, Familien werden ausgelöscht, ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht, während auch im Libanon und in der Westbank die israelische Gewalt weiter eskaliert.

Protest gegen Völkermord

Für die Protestierenden sei es unerträglich, dass ein Teil dieser Zerstörung hier in Deutschland geplant und produziert wird. Julian Tió Valenzuela, der heute eine der Zufahrten blockiert, sagt: „Ich blockiere diese Waffenfabrik, weil jeden Tag in Gaza deutsche Waffen zum Einsatz kommen und Israel damit einen Völkermord begeht. Ich protestiere nicht, sondern leiste Notwehr gegen Völkermord.“

Völkermord in Wort und Tat: Ben-Gvir zeigt das wahre Gesicht Israels

Für viele der Protestierenden ist die deutsche Beteiligung an Israels Kriegsverbrechen nicht hinnehmbar. Auch Frederik ist deshalb heute dabei: „Ich demonstriere bei Peacefully Against Genocide, weil Deutschland über Rheinmetall den Völkermord in Palästina und im Libanon mitfinanziert. Während Gaza pulverisiert wird, die Westbank brennt und der Libanon zerbombt wird, liefern wir weiter Waffen. Das ist aktive Beihilfe zum Völkermord. Wir Arbeiter:innen dürfen das nicht hinnehmen. Wir müssen unsere Stimme erheben, damit Völkerrecht und Menschenrechte nicht bloß leere Worte sind. Free Palestine.“

Peacefully Against Genocide will mit zivilem Widerstand dagegen vorgehen, dass deutsche Waffen den Völkermord in Palästina ermöglichen. Im Juli hatte die Gruppe gemeinsam mit der Aktivistin Greta Thunberg ein Büro von Rheinmetall in Berlin blockiert. Im November 2025 hatten sie zudem ein großes Banner vom Brandenburger Tor gehängt und kurz darauf das Kanzleramt mit den Worten Täter beschriftet.

Perspektive Online
Perspektive Onlinehttp://www.perspektive-online.net
Hier berichtet die Perspektive-Redaktion aktuell und unabhängig

MEHR LESEN

PERSPEKTIVE ONLINE
DIREKT AUF DEIN HANDY!