Rheinmetall Entwaffnen geht in die nächste Runde

Im vergangenen Jahr überzog die Polizei das Rheinmetall Entwaffnen-Camp mit zahlreichen Repressionen. Davon wollen sich Kriegsgegner:innen aber nicht einschüchtern lassen. In der kommenden Woche findet das diesjährige Camp erneut in Köln statt.

Die Bundesregierung treibt ihre Kriegsvorbereitungen immer weiter voran – ob mit weiteren Rüstungsprojekten oder immer neuen Befugnissen und Technologien zur Überwachung und Repression ihrer Bürger:innen. In diesem Zuge gehen auch die Aktionen von Deutschlands antimilitaristischen Bewegungen weiter. Ein besonderes Ereignis stellt die Rheinmetall Entwaffnen-Aktionswoche vom 1. bis zum 6. September dar.

Was will RME erreichen?

In Zeiten der Aufrüstung und erhöhter staatlicher Repressionen gegen Widerständige bietet Rheinmetall Entwaffnen (RME) eine Möglichkeit für Kriegsgegner:innen, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Dazu findet dieses Jahr erneut das Rheinmetall Entwaffnen-Camp in Köln statt.

Hierbei handelt es sich um ein Zeltlager, an dem Interessierte sich beteiligen können. In dessen Rahmen werden Workshops, Vorträge und Kulturprogramme organisiert. Außerhalb des Camps bildet die Abschlussdemonstration am 5. September eine Möglichkeit, mit anderen Teilnehmenden in Kontakt zu kommen.

Die Organisator:innen betonen die Wichtigkeit der Aktionswoche damit, dass die Bundesregierung die Lebensqualität der Bürger:innen aktiv senke: Geld werde dem Sozialstaat entzogen und in die Aufrüstung gesteckt. Was das Camp bewirken soll, formuliert RME ganz deutlich: „Mit Aktionen im September werden wir die Kriegsmaschinerie ganz direkt stören.“

„Krieg dem Krieg“ – Erfolgreiche Aktionswoche beim Rheinmetall Entwaffnen Camp in Köln

Aktionen und Repressionen: RME 2025

Schon vor dem Camp im letzten Jahr war es der Schikane von Polizei und Staat ausgesetzt. Die Polizei versuchte, das Zeltlager durch ein Verbot gar nicht erst stattfinden zu lassen. Trotzdem kamen 1.500 Teilnehmende zu der schließlich doch noch bewilligten Veranstaltung in Köln. Innerhalb und außerhalb des Camps beteiligten sie sich an zahlreichen Aktionen.

Den Abschluss fand die Aktionswoche 2025 in einer Demonstration mit rund 3.000 Teilnehmenden. Diese erlangte aufgrund des harten Vorgehens der Polizei große mediale Aufmerksamkeit.

So kam es während der Großdemonstration zu gewaltvollen Angriffen der Polizei auf die Demonstrierenden, die dazu führten, dass 147 Teilnehmende von Sanitäter:innen versorgt werden mussten. Mindestens eine Teilnehmende musste im Krankenhaus behandelt werden. Zusätzlich setzte die Polizei den Revolutionären Block der Demonstration für 11 Stunden in einem Polizeikessel fest. Auch berichteten Teilnehmerinnen der Demonstration von gezielter patriarchaler Gewalt durch die Polizei.

Patriarchale Polizeigewalt in Köln: „Dieser Staat schützt mich nicht – meine Schwestern schützen mich!“

„Wir kommen wieder!“

Trotz der erlittenen Repressionen findet der Rheinmetall Entwaffnen-Protest auch dieses Jahr wieder statt. Ein weiteres Mal wird das Camp in Köln stattfinden. Damit wollen die Organisator:innen ein starkes Zeichen setzen. Auf ihrem Blog schreiben sie: „Keine Repression wird uns klein kriegen, denn unser Widerstandsgeist und unsere Hoffnung ist ungebrochen! Wir kommen wieder!“

Auch verschiedene revolutionäre Organisationen rufen zum Camp auf. Perspektive Kommunismus und die Rote Jugend Deutschland organisieren wie im Vorjahr das Revolutionäre Barrio. Der Kommunistische Aufbau mobilisiert ebenfalls für die Teilnahme am Camp: Neben der täglichen antimilitaristischen Arbeit in den Betrieben, Stadtteilen, Schulen und Universitäten sei es wichtig, dies immer wieder zusammenzuführen: „… indem wir gemeinsam auf die Straße gehen und unseren Widerstand gegen den imperialistischen Krieg, Militarisierung und Aufrüstung deutlich und sichtbar machen.“

Doch auch dieses Jahr beginnen die Repressionen der Polizei schon vor dem Start des Camps: Etwa einen Monat vor Beginn der Proteste kam es zu Hausdurchsuchungen bei zwei Aktivist:innen der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO). Ihnen wird vorgeworfen, an einer Aktion beteiligt gewesen zu sein, bei der Aktivist:innen das Tor der Castenow AG – eine Medienagentur, die unter anderem Werbung für die Bundeswehr macht – zugekettet und ausgestopfte Puppen mit aufgemalten Kriegsverletzungen davor platziert hatten. Eine der Personen wurde im Zuge der Hausdurchsuchung sogar damit bedroht, dass Konsequenzen für ihre Einbürgerung folgen könnten.

Für die FKO steht fest, dass es sich bei den Durchsuchungen um einen Einschüchterungsversuch wegen des diesjährigen Rheinmetall Entwaffnen-Camps handelt. Den Zeitpunkt für diese Maßnahmen habe sich die Polizei ganz bewusst ausgesucht.

Hausdurchsuchungen in Düsseldorf: Einschüchterungsversuche vor Rheinmetall Entwaffnen Camp

Parallel zu den Repressionen nehmen auch die antimilitaristischen Aktionen vor dem RME-Camp zu. Nicht nur mobilisieren Organisationen und Einzelpersonen zu der Aktionswoche. Es wurden bereits erste Aktionen gegen Rüstungskonzerne dokumentiert. In München griffen Aktivist:innen ein Rechenzentrum der Telekom an, da Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle in der modernen Kriegsführung spiele. In Berlin traf es den Konzern Würth, der ebenfalls ins Rüstungsgeschäft verwickelt ist. Einige der Aktionen beziehen sich zudem direkt auf das anstehende Camp und rufen zum Widerstand gegen die Militarisierung auf.

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