US-israelisches Start-up Covenant will Waffen in der Nähe von Leipzig bauen

Ab dem Jahr 2027 möchte die US-israelische Rüstungsfirma Covenant Mittelstreckenraketen bei Leipzig bauen. Statt auf importierte Tomahawk-Raketen aus den USA soll auf europäische Produktion gesetzt werden. Ein Protestbündnis gründet sich bereits.

Das US-amerikanische Rüstungsunternehmen Covenant möchte ab dem kommenden Jahr die Produktion von Mittelstreckenraketen in der Nähe von Leipzig starten. Die dort produzierten Marschflugkörper sollen eine Reichweite von über 1.500 Kilometern haben. Geplant sei eine Jahresproduktion von knapp 1.000 Stück. Die nötigen Materialien zur Produktion werden aus Deutschland und anderen europäischen Ländern zugeliefert.

Grund für die geplante Produktion sei die Ankündigung seitens der Trump-Regierung, die versprochenen Tomahawk-Raketen für Deutschland doch nicht liefern zu wollen. Auf dem NATO-Gipfel in der Türkei stimmte Bundeskanzler Friedrich Merz dem Kauf und der Stationierung der US-amerikanischen Raketen zu. Nun scheint dieser Deal geplatzt zu sein.

Seitdem befindet sich die Bundesregierung auf der Suche nach günstigeren, in größerer Stückzahl bestellbaren Alternativen. Sie sollen in Europa hergestellt werden können. Die Marschflugkörper von Covenant sollen dabei als Ergänzung zu teuren Langstreckenraketen dienen und somit eine „Lücke“ schließen. Bisher verfügt die Bundeswehr über wenig Waffen mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern.

Was steckt hinter Covenant?

Über die Firma Covenant ist noch nicht viel bekannt. Es gibt noch nichtmal eine offizielle Internetseite. Das Unternehmen wurde als Start-up im Jahr 2024 in den USA von Michael Kaufman gegründet. Kaufman arbeitete jahrelang im Bereich Finanz- und Vermögensverwaltung, so auch bei Peter Thiel, dem Mitbegründer von Palantir Technologies. Palantir ist eine weitere US-amerikanische Rüstungs- und Technologiefirma. Die gute Vernetzung des Firmengründers erklärt auch die Investitionen von mehreren hundert Millionen Dollar in Covenant, welche bereits kurz nach der Gründung erfolgten.

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Covenant stellt fortgeschrittene Kriegstechnologien zu einem vergleichsweise günstigen Preis her. Das Rüstungsunternehmen setzt dabei auf eine stabile und beständige Lieferkette nach Europa und Produktion vor Ort. Zentral soll in Deutschland und Großbritannien produziert werden. Seit der Gründung besitzt die Rüstungsfirma auch Tochtergesellschaften in Israel und Deutschland.

Covenants neuer Marschflugkörper, die „Anthem“, lockte anscheinend das Interesse der deutschen Regierung. Bei einer gemeinsamen Übung des amerikanischen und marokkanischen Militärs im Süden Marokkos wurde die Rakete dieses Jahr das erste Mal getestet. In der dritten Juniwoche wurde das System in Israel getestet, wozu auch Beamt:innen des deutschen Verteidigungsministeriums eingeladen wurden.

Raketen zielen gen Osten

Laut offiziellen Dokumenten des Verteidigungsministeriums erfolgt diese Investition einer vierstufigen Strategie. Dazu zählt die Investition in Tomahawk-Langstreckenraketen und in günstige Mittelstreckenraketen durch Covenant. Darüber hinaus plant das Ministerium zwei langfristige, europäisch-produzierte Projekte mit Großbritannien.

Damit möchte die deutsche Regierung ihr Arsenal an Marschflugkörpern erweitern. Dies folgt einer „zentralen Lehre“ aus dem Ukraine-Krieg, so eine Sprecherperson des Verteidigungsministeriums. So sollen „taktisch wichtige Ziele weit hinter der Landesgrenze“ getroffen werden können.

Die bisherigen Langstreckenwaffen der Bundeswehr reichen etwa nicht aus, um Russland zu erreichen. Mit den Mittelstreckenraketen von Covenant könnte jedoch das knapp 2.000 Kilometer entfernte Moskau von Deutschland aus getroffen werden. Mit den neuen Marschflugkörpern erhoffe man sich also eine hybridere Kriegsführung und einen weiteren „Notfallknopf“, jedoch ohne Nuklearenergie.

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Protestbündnisse gegen Waffenfabriken

Mehrere Leipziger Gruppen kündigten bereits an, ein Bündnis gegen die Waffenfabrik gründen zu wollen. Das Palästina Aktionsbündnis Leipzig erklärte, dass am kommenden Mittwoch im Leipziger Stadtrat über die Bebauung für ein 165 Hektar großes Areal nahe des Flughafens Leipzig/Halle abgestimmt wird. Bisher ist offiziell noch kein Käufer der Fläche bekannt. Laut Leipziger Stadtrat sollen dort „Gewerbe und Industriebetriebe“ aus technologischen Bereichen wie Halbleitertechnik, Luft- und Raumfahrttechnik oder Maschinenbau und Robotik ansiedeln.

Erst im Mai dieses Jahres wurde bekannt, dass in der Nahe gelegenen sachsen-anhaltinischen Stadt Sangerhausen eine Produktionsstätte des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems entstehen soll. Auf einem 100 Hektar großen Feld am Stadtrand soll ein neues Werk erbaut werden. Das Bundesland Sachsen-Anhalt will das Vorhaben mit 44 Millionen Euro unterstützen.

Dort sollen Drohnen und Raketensystem entstehen, welche aktuell schon von der israelischen Armee im Genozid in Gaza oder Angriffskriegen gegen den Iran und Libanon verwendet werden. Der Beschluss, die Verhandlungen mit Elbit Systems zu führen, kam aus dem Stadtrat. Jedoch konnten die Sangerhäuser:innen erst im Nachhinein davon erfahren, da dieses Vorhaben im nicht-öffentlichen Teil der Stadtratssitzung besprochen wurde.

„Keep Elbit out“: Protest gegen geplante Waffenfabrik in Sangerhausen

600 Menschen demonstrieren in Sangerhausen

Anschließend, bildete sich schnell eine breite Protestkampagne samt Bündnis unter dem Namen „Keep Elbit Out – Keine Waffenfabrik in Sangerhausen“. Das Bündnis besteht aus unterschiedlichen Organisationen, Parteien, sowie Einzelpersonen aus der Stadt und dem Umland. Am 29. August fand in Sangerhausen eine erste Demonstration des Bündnisses statt.

An dieser beteiligten sich über 600 Personen. Das Bündnis berichtet von einer großen Anzahl Sangerhäuser:innen die sich beim Auftakt, der Demonstration über die Möglichkeit Einwände zu stellen informierten. Das Bündnis will weiter vor Ort protestieren und ein Bürgerbegehren in den Stadtrat bringen.

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