Personen im Ruhestand leben in Ostdeutschland weiterhin anders als im Westen. Im Osten gibt es geringere Einkommen, im Westen leben mehr Rentner:innen in der eigenen Immobilie. Trotz einiger Unterschiede bleibt die drohende Gefahr von Altersarmut bestehen.
Wenn man einen Blick auf das Einkommen von Personen im Ruhestand wirft, wird man schnell feststellen, dass diese zwischen Ost und West ungleich verteilt sind. Das zeigt eine aktuelle Betrachtung des Statistischen Bundesamtes. In Ostdeutschland verfügen Rentner:innen und Pensionär:innen über ein mittleres Haushaltsnettoeinkommen von 2270 Euro, in Westdeutschland liegt der Wert bei 2350 Euro. Die Hälfte der jeweiligen Haushalte hat geringere Einkommen, die andere Hälfte höhere.
Auch die Herkunft der Einkünfte unterscheidet sich. Mit Blick auf das gesamte Bundesgebiet werden 93 Prozent der Einkünfte von Ruheständler:innen aus Renten und Pensionen bezogen. Vier Prozent stammen aus Vermögen wie Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen. Zwei Prozent kommen aus Transferzahlungen wie der Grundsicherung im Alter und ein Prozent stammt aus Erwerbstätigkeit.
Während die Unterschiede zwischen Ost und West bei Transferzahlungen und Erwerbstätigkeit recht gering ausfallen, lässt sich bei Bezügen aus Renten und Pensionen und Einkommen aus eigenem Vermögen ein größerer Unterschied feststellen. In Westdeutschland stammen 92 Prozent aus Pensionen und Renten und vier Prozent aus Vermögen. In Ostdeutschland kommt hingegen nur ein Prozent des Einkommens aus eigenem Vermögen.
Trotz Unterschiede bleibt Armut ein gemeinsames Problem
Auch zu der Wohnsituation alter Menschen stellt das Statistische Bundesamt Daten zur Verfügung. 2025 lebten 57 Prozent der Ruheständler:innen in Wohneigentum und 43 Prozent zur Miete. In Westdeutschland leben dabei mehr Personen in der eigenen Immobilie als im Osten, wo der Großteil der Pensionierten zur Miete wohnt.
Auch wenn somit einige Unterschiede bestehen, sind Personen im Ruhestand sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland gleichermaßen durch Armutsgefährdung im Alter bedroht. Bundesweit galten dabei 18,9 Prozent der Menschen ab 65 Jahren im Ruhestand als armutsgefährdet.
Bereits heute lässt sich auch schon erkennen, dass diese Tendenz erst einmal so fortgesetzt werden wird. Die Armutsgrenze liegt aktuell bei 1446 Euro netto im Monat. Um im Alter nicht darunter zu fallen, muss man 45 Jahre in Folge ein Bruttogehalt von 3771 Euro im Monat erhalten. Knapp 39 Prozent der Deutschen verdienen aktuell unter 3700 Euro. Wirft man den Blick nach Ostdeutschland, kommt man sogar auf 54 Euro.
Mehr als die Hälfte der Ostdeutschen erwartet Armut im Alter
Pläne der Bundesregierung: Mehr und länger arbeiten
Während die Situation für Rentner:innen bereits recht zugespitzt ist, stehen weitere Angriffe auf die Rente im Raum. Seit 2014 gibt es die sogenannte „Rente mit 63“, die es ermöglicht, nach 45 Beitragsjahren in Rente zu gehen und so das Renteneintrittsalter nach vorne zu verlegen.
Diese Maßnahme soll jetzt jedoch gestrichen werden, um weitere Einsparungen zu machen. Das bestätigten die Fraktionsspitzen von Union und SPD am Mittwoch bei ihrer Klausur in Münster. Eine Rentenreform als Gesamtpaket solle demnach noch in diesem Jahr kommen und würde Millionen von Menschen in Deutschland betreffen.
Länger und mehr arbeiten: Schwarz-Rot will Rentenreform vollständig umsetzen

