Rund 70 Millionen soll die BUGA die Stadt kosten. Das ist Geld, was an anderen Stellen bitter nötig ist. Doch die enormen Kosten sind nicht die einzigen Gründe, die gegen die Bundesgartenschau in Wuppertal sprechen. – Ein Kommentar von Enver Liria

Wuppertal – Viele denken, wenn sie diesen Namen hören, an die Schwebebahn oder vielleicht an Friedrich Engels, der ja bekanntlich Wuppertaler war. Doch kaum jemand denkt an einen modernen Tourismus-Magneten. Das will die Stadt nun ändern.

Im Rahmen der Bundesgartenschau (BUGA) 2031 soll allerlei Schnick-Schnack die Stadt schmücken und sie wieder attraktiver machen. Die Rede ist von Seilbahnen und Hängebrücken, die Berge verbinden. Man verspricht sich so rund 2 Millionen Besucherinnen und Besucher allein in den 6 warmen Monaten des Jahres 2031. Zusätzlich soll das Projekt ein Zeichen für die „grüne Stadt“ Wuppertal sein und einen Beitrag zur Nachhaltigkeitstransformation darstellen. So weit, so gut. Aber wie sieht die Realität aus?

Die graue Realität der BUGA

Von dem grünen Hochglanz-Marketing sollten wir uns jedoch nicht blenden lassen. Für die Bauvorhaben der Stadt müssten allerlei umweltschädliche Maßnahmen durchgeführt werden: Etwa an der „Wupperpforte“, wo eine Seilbahn und eine Hängebrücke entstehen soll, müssten weite Bereiche gerodet werden, um sie gewinnbringend erschließen zu können. Hier zeigt sich sehr schnell, dass die BUGA mehr einem Marketing-Gag der Gartenbau-Lobby als einem nachhaltigen, langfristig ausgerichteten Plan gleicht. Doch das ist nur der Anfang.

Verkehrstechnisch ist die BUGA eine weitere „Herausforderung“. So würde es wohl unser grün-konservativer Wuppertaler Oberbürgermeister Schneidewind nennen – die Bürger:innen von Wuppertal fänden sicher passendere Worte dafür. An Wochenenden sei mit rund 40.000 Besucher:innen zu rechnen, die mit Bus und Bahn, aber auch mit dem privaten PKW angereist kämen. Im Konzept der BUGA sind allerdings keine neuen Parkplätze in den Gebieten rund um die „Wupperpforte“ geplant. In einer Stadt mit chronischem Parkplatzmangel wäre also der Totalkollaps vorprogrammiert.

Doch tun wir es mal den Planer:innen gleich und rechnen wir mit einem extrem umweltbewussten Publikum, dass selbstverständlich nur den öffentlichen Nahverkehr wählt und das Elektroauto zuhause stehen lässt: Bei den erwarteten 40.000 Besucher:innen an einem sonnigen Sonntag würden etwa 10.000 Menschen pro Stunde am Hauptbahnhof eintreffen. Das entspricht 165 Personen pro Minute. Diese müssten dann über die Talachse in Richtung Wupperpforte/Zoo transportiert werden. Um das zu schaffen, bräuchte man jede Minute etwa 4 Shuttlebusse, die eng getaktet vom Hauptbahnhof abfahren. Diese dürften auf gar keinen Fall in einen Stau geraten, da die nächsten Busse bereits ihren Wasserstoffmotor angeworfen haben und den Döppersberg entlang peitschen. Spätestens hier begreifen alle, die den üblichen Stadtverkehr in Wuppertal kennen, was für eine Vollkatastrophe das bedeuten würde.

Wer soll das alles bezahlen?

Das ist offensichtlich eine rhetorische Frage. Wir sollen das bezahlen. Die sogenannte „Machbarkeitsstudie“ errechnete, dass das Budget für die (von CDU, SPD, FDP und Grünen) so ersehnten Neuerungen bei etwa 70.000.000 Euro liegen müsste. Ein ganz schöner Haufen Geld. Was man damit wohl alles machen könnte …

Nein! zur BUGA, JA! zu …

  • Modernisierungen unserer maroden Schulen.
  • dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs: Mehr Busse und Bahnen auch fürs Umland!
  • wirklichem Umweltschutz und der Rettung unserer Wälder in Wuppertal, aber auch darüber hinaus etwa den Osterholzwald (#OsterholzBleibt).

Um die BUGA zu stoppen, hat sich deshalb eine Initiative gegründet, die Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammelt. Bis Mitte Februar 2022 müssen noch tausende Unterschriften schriftlich gesammelt werden. Ist das Begehren erfolgreich, kommt es zu einem Bürgerentscheid über die BUGA 2031 in Wuppertal.