Die Türkei führt ihren Krieg gegen die kurdische Befreiungsbewegung fort. Erdogan kündigte am Montag einen erneuten Einmarsch nach Nordsyrien an.

Im April startete die Türkei eine Bodenoffensive gegen die kurdische nationale Befreiungsorganisation PKK im Nordirak, in dem die südkurdischen Gebiete liegen. Jetzt droht sie mit einem erneuten Einmarsch in das selbstverwaltete und autonome Gebiet Rojava in Nordsyrien.

Der türkische Staatschef Erdogan kündigte am Montag den Angriff als „Militäroperation“ nach einer Kabinettssitzung an. Es solle eine 30 Kilometer breite „Sicherheitszone“ geschaffen werden, dass heißt weitere Teile Nordsyriens durch die Türkei besetzt werden. Der Angriff solle beginnen, sobald Militär, Geheimdienst und Sicherheitskräfte ihre Vorbereitungen abgeschlossen hätten.

Schon in den Jahren 2016, 2018 und 2019 führte die Türkei Angriffskriege gegen Rojava und unterstütze auch den „Islamischen Staat“ im Kampf gegen die kurdische Guerilla.

Angriffe durch das türkische Militär und islamisch-fundamentalistische Gruppen fanden seit dem in der Region auch kontinuierlich weiter statt.

Als NATO-Mitglied hat die Türkei kaum Sanktionen aufgrund eines Angriffskriegs zu befürchten. Stattdessen nutzt sie aktuell die NATO-Beitrittswünsche Schwedens und Finnlands , um ihre eignen Interessen durchzusetzen. Die Türkei fordert für ihre Zustimmung zum Beitritt unter anderem härteres Vorgehen gegen kurdische Exilorganisationen in den beiden Ländern.

NATO: Beitritt Finnlands und Schwedens auf Kosten kurdischer Organisationen?

Die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien fordert, die türkischen Invasionspläne zu stoppen und macht gerade auf die engen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei aufmerksam. Die BRD schickt jedes Jahr Rüstungsgüter im Wert von mehreren Millionen Euro an die Türkei.

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