Trotz steigender Gewinne der Unternehmen bleiben die Löhne unten. – Ein Kommentar von Salomon Eiden

Im Jahr 2017 machten deutsche Konzerne Gewinne von rund 109 Milliarden Euro. Das US-amerikanische Unternehmen „Apple“ verdiente allein im Jahr 2017 55 Milliarden Euro. Das ist mehr, als die vier stärksten europäischen Konzerne „Roche“, „Daimler“, „Nestle“ und „Anheuser–Busch“ zusammen an Gewinn erwirtschafteten.

Profite und Gewinne der Konzerne

Die 30 Konzerne, die den „Deutschen Aktien Index“ (DAX) ausmachen, steigerten allein im zweiten Quartal des vergangenen Jahres ihre Gewinne um ein Drittel auf 39 Milliarden Euro, und auch die Umsätze stiegen auf ein Rekordhoch von 344 Milliarden Euro an. Den stärksten Gewinn erzielten Stromkonzerne wie „EON“ und „RWE“. Laut dem Ifo- Instituts- Präsidenten Clemens Fuest setzt die deutsche Wirtschaft ihren Höhenflug auch in der nahen Zukunft fort. Die durchschnittliche Gewinnquote der EU-Konzerne lag im vergangenen Jahr bei 22 Prozent. Für 100 Euro investiertes Geld haben die Kapitalisten demnach 22 Euro Gewinn eingestrichen.

„Aber mittelfristig wird die zunehmende Vernetzung und Automatisierung nicht nur in der Produktion zu einem geringeren Bedarf an Mitarbeitern führen“, so Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei der „Ernst & Young GmbH“, einer Wirtschaftsprüfungs- und Beratergesellschaft (Link).

Milliarden Euro Gewinne, aber trotzdem kein Geld für ArbeiterInnen?

38 Millionen Menschen in der EU sind arbeitslos. In Griechenland können fast ein Viertel der Menschen nicht arbeiten gehen, in Spanien sind es offiziell 16 Prozent. Die Menschen, die einen Vollzeit-Job haben, bekommen in der EU durchschnittlich ein Gehalt von 2.643 Euro. In Ländern wie Polen oder der Ukraine verdienen sie im Durchschnitt unter 1.000 Euro. In Bulgarien sind es nur 436 Euro pro Monat. Am meisten verdienen die Menschen im Durchschnitt in Dänemark und Luxemburg, hier sind es mehr als 4.000 Euro. Die Daten werden aus dem Bruttoeinkommen aller Vollzeit arbeitenden Menschen in den jeweiligen Ländern berechnet und spiegeln damit die Einkommen der Firmenbosse ebenso wie die der Aushilfskräfte wider. Würde man Großverdiener nicht mit einberechnen, würden die Ergebnisse für die EU und ihre einzelnen Länder drastisch sinken.

Ist das gerecht?

Die Konzerne und Unternehmen häufen sich Milliarden Euro an, wenige werden immer reicher und viele bleiben arm. Wenn man nicht gerade in einem starken wirtschaftlichen Land wie Dänemark oder Deutschland sitzt, sieht es mit ausreichender Bezahlung zum Leben sowieso schlecht aus. In Spanien oder Griechenland, wo jede/r Fünfte keinen Job hat, kümmert sich das Kapital mehr darum, die Länder aufzukaufen und mehr Profit aus den Anteilen zu schlagen, als dass sich jemand um die ArbeiterInnen am Rande des Abgrunds kümmerte.

Die Profite der Kapitalisten haben nichts mit „hart erarbeiteten Ergebnissen“, sondern mit immer stärker zunehmender Ausbeutung von uns ArbeiterInnen auch in Deutschland zu tun. Wir sind die Quelle ihres Reichtums!