Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, fordert Schüler*innen auf, nicht mehr auf die Straße zu gehen. Ich habe selbst mehrmals an den „Fridays for Future“-Schulstreiks teilgenommen. Hüthers Aussagen bestärken mich, auch weiterhin zu demonstrieren, denn sie zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. – Ein Kommentar von Leon Hamacher

„Wenn man nicht nur gehört werden, sondern auch entscheiden will, müssen die Schüler runter von der Straße.“ Das meint zumindest Michael Hüther, der IW-Chef im Interview mit dem Focus. Warum der Kopf dieses einflussreichen Wirtschaftsinstituts sich so verhält, ist offensichtlich: Er vertritt die Interessen von Klimasündern wie RWE oder Bayer, deren Profitgier nun mal nicht mit Klimaschutz vereinbar ist.

Ab ins Parlament?

Hüther ist der Meinung, wir sollten „in die Parteien und Parlamente gehen, vielleicht sogar selbst ein Mandat anstreben“, wenn wir tatsächlich etwas verändern wollten. Ist das jetzt ein gut gemeinter Tipp, wie wir am besten gegen seine Interessen arbeiten, oder steckt dort vielleicht ein anderes Motiv dahinter?

Es ist klar, dass wir auf parlamentarischer Ebene nichts verändern können. Alle vier Jahre ein Kreuz machen und darauf hoffen, dass die Parteien doch dieses Mal ganz bestimmt ihre Wahlversprechen halten und sie nicht wie bisher für Konzerninteressen brechen, wird nicht für notwendige sofortige Maßnahmen sorgen. Daran ändert sich auch nichts, wenn wir bei diesen Parteien auch noch mitmachen. Das bedeutet nur, dass wir selbst beginnen werden, gegen unsere eigenen Interessen zu arbeiten.

Unsere Ziele können wir nur erreichen, indem wir auf der Straße bleiben und Regierung und Konzerne dort treffen, wo es ihnen am meisten wehtut. Nicht, indem wir uns ihnen anpassen und bei ihrem Wahlspektakel mitspielen, sondern durch aktiven Widerstand durch Schulstreiks, mit Sitzblockaden vorm Rathaus oder Baggerbesetzungen in der Kohlegrube wie bei „Ende Gelände“. Wir dürfen nicht aufhören, für unsere Zukunft zu kämpfen, niemand anderes wird es tun!

Schüler*innen und Arbeiter*innen – gemeinsam kämpfen!

Des weiteren meint Herr Hüther: „Wenn man die Verluste von Arbeitsplätzen, Einkommen und Wertschöpfung in Kauf nehmen will“, sei ein Kohleausstieg bis 2030 möglich. Hierbei vergisst er, dass ein großer Teil der Schüler*innen sich nicht auf faule Kompromisse wie den Kohleausstieg 2030, einlassen wollen, sondern für den Sofortausstieg kämpfen.

Wenn eine Person, welche sonst zu Massenentlassungen und Lohndumping schweigt, sich angeblich plötzlich um Arbeitsplätze und Einkommen der Arbeiter*innen Gedanken macht, sollte man stutzig werden. Das einzige Wort, was ich ihm hierbei abnehme, ist „Wertschöpfung“, denn die Profite seiner befreundeten Wirtschaftsbosse sind das Einzige, was für ihn zählt.

Wir Schüler*innen und Arbeiter*innen dürfen uns nicht gegeneinander ausspielen lassen.
Die Personen, die uns unsere Zukunft rauben und unsere Arbeitsplätze und unseren Lohn nehmen, sind ein und dieselben!

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