Ein Film, der mit vielen Klischees bricht, wenn auch nicht mit allen. Hervorstechend ist besonders die Freundschaft und Solidarität unter den Protagonistinnen. – Ein Filmtipp von Lea Rothe. 

Seit einiger Zeit lässt Netflix das Genre der romantischen (Teenie-) Komödien wieder aufleben. Meine Freundinnen und ich sind jedes Mal ganz aus dem Häuschen, wenn ein neuer Film angekündigt wird. Obwohl wir langsam alle auf die 30 zugehen, durchleben wir alle die Flashbacks, wie wir als Teenager den ganzen Sonntag auf dem Sofa rumhingen mit „Step Up“ oder „10 Dinge, die ich an dir hasse“. Nun hat Netflix „Someone Great“ veröffentlicht und ich finde ihn tatsächlich great.

In Someone Great geht es um Jenny. Sie und ihr Freund trennen sich nach 9 Jahren Beziehung und wir durchleben mit Jenny den kompletten Trennungsschmerz. Während des gesamten Films werden wir immer wieder in Rückblenden an all die Höhen und Tiefen einer Beziehung erinnert. Von der anfänglichen aufregenden Kennenlernphase über die rosarote Verliebtheit hin zu betrunkenen Streits, die nicht selten mehr oder weniger erfolgreich mit Sex vergessen werden sollen. Jenny leidet und ich hab mitgelitten. In typischer RomCom-Manier, also in Machart „Romantische Komödie“, erwartete ich nun 1,5 Stunden Kampf um die verlorene Liebe, damit am Ende endlich geheiratet wird.

Viel Diversität 

Das besondere an Someone Great ist jedoch, dass der Film mein Bedürfnis nach romantischen Komödien erfüllt, gleichzeitig aber versucht, mit Klischees zu brechen. So lässt sich in der Besetzung der drei Freundinnen nur eine weiße Person finden, sowie eine homosexuelle Frau. Das zeigt schon mal mehr Diversität als gefühlt 90% aller Filme dieser Art in meiner Jugend. Schön ist natürlich auch, dass es sich nicht mehr wirklich um eine Teenie-Komödie handelt, sondern die Protagonistinnen alle etwa im Alter von mir und meinen Freundinnen sind. Nach der Trennung betäuben sie ihre Gefühle mit Gras und Alkohol, reden über Jobs, Beziehungen und Instagram. Kenne ich irgendwoher. Und nebenbei ist die Bildsprache einfach schön und die Musikauswahl großartig.

Klischees und Solidarität

Someone Great spielt hin und wieder sicherlich auch mit Klischees, aber der Film holt mich einfach auch total ab. Die Angst vor einer Trennung vom (langjährigen) Partner und dem möglichen Alleinsein ist kein unbekanntes Gefühl für vermutlich viele in unserem Alter. So sind wir halt größtenteils sozialisiert. Und wenn die Freundinnen Sätze sagen wie „Leg deine heteronormative Etikette in eine motherfucking Box und weg damit“ oder „Ich hab mich dann einfach für mich entschieden“, dann geht mein Herz auf. Die Freundinnen supporten sich auch, wenn sie die Entscheidungen der anderen nicht immer super finden. Und genau das macht Frauenfreundschaften aus.

Fazit: Toller Film, der junge Frauen und ihre Freundschaften untereinander feiert. Stärkt euch, anstatt euch gegenseitig zu bekämpfen! In diesem Zug geht auch ganz viel Liebe an meine Freundinnen, die genau so sind – unterstützend und fantastisch. Das sollte ruhig öfter mal gesagt werden.