Menschenrechtskommission macht Staat für Hinrichtungen und Verschwindenlassen mitverantwortlich.

Die mexikanische Nationale Kommission für Menschenrechte (CNDH) zählt 30.000 Menschen, die zwischen Januar 2007 und September 2016 verschwunden sind und deren Verbleib bis heute nicht aufgeklärt ist. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der Kommission hervor. Zudem habe man in den vergangenen Jahren 855 Massengräber entdeckt. 1548 Leichen aus diesen Massengräbern konnten identifiziert werden.

Die Verantwortung für diese Entwicklung sieht der Präsident der Kommission, Luis Raúl González, bei staatlichen Institutionen. „Straflosigkeit, Mangel an Kapazitäten und Entschlossenheit der zuständigen Einrichtungen führen zu Folter, Verschwindenlassen und willkürlichen Hinrichtungen durch den Staat“, so Gonzalez.

Die Kommission kritisiert weiter, dass es weder ein zentrales Verfahren gibt, noch eine verantwortliche staatliche Institution für die Fälle verschwundener Personen existiert. Ob ein Mensch durch das organisierte Verbrechen, durch Staatsbedienstete oder aus einem anderen Grund verschwindet, wird kaum untersucht. Zuständigkeiten und Verantwortungen würden zwischen Behörden hin und her geschoben.