42 Millionen Menschen in Äthiopien haben kein sauberes Trinkwasser. Millionen vom Hungertod bedroht.

Im Osten Afrikas herrscht seit Monaten eine anhaltende Dürreperiode. Es soll die schlimmste Dürreperiode seit über 50 Jahren sein. Die Vereinten Nationen (UN) warnen vor einem Massensterben durch Ernteausfälle und das Sterben von Nutztieren. Mehr als 20 Millionen Menschen sollen laut UN existenziell bedroht sein. Hinzu kommt, dass Millionen Afrikaner keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Laut WaterAid sollen es allein in Äthiopien mehr als 42 Millionen Menschen sein.

Genau in diesen, von der Dürre-Katastrophe besonders betroffenen Regionen, stehen mehrere Wasserpumpen und Abfüllanlagen einer Tochterfirma des Nestlé-Konzerns (Nestlé-Waters). Aus mehreren hundert Metern Tiefe wird das Grundwasser abgepumpt und in Flaschen abgefüllt. Laut der englischen Zeitung TheGuardian wurden im vergangenen Jahr über 50.000 Liter Wasser pro Stunde für die Wasserproduktion gefördert. Das ist über die Hälfte von dem, was die äthiopische Regierung der Bevölkerung zur Verfügung stellen kann. Das abgefüllte Wasser, welches Nestle dann vor Ort verkauft, können aber viele Menschen nicht bezahlen und in der Folge müssen viele von ihnen verdursten.

Seit Monaten wird vor den Folgen der Dürre-Katastrophe gewarnt. Betroffen sind vor allem Äthiopien, Somalia, der Südsudan und die umliegenden Länder. Allein im Südsudan sollen mindestens 100.000 Menschen akut vom Hungertod bedroht sein. Bei einer weniger dramatischen Dürreperiode sind 2011 allein in Somalia 260.000 Menschen gestorben.

Es drohe die größte humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg, so UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien vor einem Monat im UN-Sicherheitsrat.