Der Zementhersteller „LafargeHolcim“ bezahlte Schutzgelder an Terrororganisationen. Nun tritt der Konzernchef zurück.

Der weltgrößte Zementhersteller „LafargeHolcim“ bezahlte Terrororganisationen in Syrien, um seine Werke auch während des Kriegs weiter betreiben zu können. Menschenrechtsorganisationen hatten daraufhin im vergangenen Jahr Anzeige gegen den LafargeHolcim-Konzern gestellt. Sie werfen dem Schweizer Unternehmen vor, die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) bezahlt zu haben, um den Betrieb eines Werks in Syrien aufrechtzuerhalten.

Auf Grund des massiven öffentlichen Drucks hat der Konzern Anfang März eingeräumt, dass er verschiedene bewaffnete Gruppen 2013 und 2014 dafür bezahlt habe, die Versorgung des Werks und die Bewegungsfreiheit der Mitarbeiter sicherzustellen.

Nun tritt der Vorstandschef Eric Olsen zurück. „Obwohl ich in keinerlei Fehlverhalten involviert war oder davon Kenntnis hatte, denke ich, dass mein Rücktritt dazu beitragen wird, Ruhe in ein Unternehmen zu bringen, das während Monaten diesbezüglich im Zentrum der Aufmerksamkeit stand.“, so Olsen. Olsen dürfte damit das berühmte Bauernopfer sein, um den öffentlichen Druck zu mindern und zur Tagesordnung überzugehen.

Ob oder was für ein juristisches Nachspiel der Fall noch haben wird, ist bisher unklar. Im Oktober hatte die französische Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Zuvor hatten auch schon das Wirtschaftsministerium, sowie mehrere Organisationen den Konzern wegen seiner Terrorismus-Finanzierung sowie der Umgehung von EU-Sanktionen gegen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verklagt.