In Paris sind am Donnerstag etwa eintausend vorwiegend jugendliche Menschen unter der Parole „Ni LePen, ni Macron, ni patrie, ni patron“ („Weder Le Pen, noch Macron, weder Vaterland, noch Boss“) auf die Straße gegangen. 

Die Proteste folgten einem landesweiten Aufruf, die Schulen und Universitäten zu boykottieren. Antikapitalistsiche Gruppierungen hatten zur Demonstration als linke Antwort auf den Ausgang der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich aufgerufen, die am 23.4. stattgefunden hat. Am Sonntag hatten sich der Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron von der Partei „En Marche!“ („Vorwärts!“) und die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen, durchgesetzt. Am 7. Mai werden sie in einer Stichwahl erneut gegeneinander antreten.

Die DemonstrantInnen sehen die kommende Abstimmung als Wahl „zwischen Pest und Cholera“. Emmanuel Macron, ehemaliger Investmentbanker der Schweizer Rothschild-Bank, verspricht Frankreich in der EU zu behalten und vertritt ein klar neoliberales Programm. Le Pen steht offen für eine faschistische Wendung von Staat und Gesellschaft und den Wiederaufstieg Frankreichs zur Großmacht unter chauvinistischen Vorzeichen. Die oft gerufene Parole „Weder Vaterland, noch Boss“ zeigt die Perspektive der DemonstrantInnen, die einen Ausweg für die Probleme Frankreichs in einer Gesellschaft jenseits von Nationalismus und Kapitalismus sehen.

Im Zuge der Demonstration kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten, bei der die Polizei auch Tränengas einsetzte.

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