Axel Springer-Verlag leidet unter einbrechenden Verkaufszahlen. Die rechte „Junge Freiheit“ legt deutlich zu.

Der Rückgang der Print-Ausgaben in der Zeitungsbranche zeigt eine seit Jahren fortgesetzte Abwärts-Entwicklung. Allein im letzten Quartal des Jahres 2016 gab es bei den täglich verkauften Zeitungen in Deutschland eine Einbuße von 7,27%, so die „Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern“ (IVW). Im Durchschnitt seien 16,95 Millionen Exemplare pro Tag verkauft worden.

Die BILD und BILD am Sonntag setzen ihren Auflagenrückgang anhaltend fort. Im ersten Quartal 2017 gingen die verkauften Exemplare im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut mehr als 10% zurück. Nur noch 1,62 Millionen Exemplare der BILD (inklusive Fußball BILD) konnten im Durchschnitt pro Ausgabe verkauft werden. Die BILD setzt damit seit 2001 ununterbrochen ihren Rückgang im Print-Geschäft fort. Auch weitere Zeitungen aus dem Springer-Verlag, wie die Welt am Sonntag und die regionale B.Z., haben mehr als 10% Ihrer KäuferInnen oder AbonnentInnen verloren. Lediglich die Springer- Zeitung Welt hatte einen moderateren Rückgang von lediglich 2,8% zu verzeichnen.

Nichts desto trotz bleibt die BILD weiter mit Abstand die meist verkaufte überregionale Tageszeitung. In weitem Abstand folgen die Süddeutsche Zeitung mit 305.000 und die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit 204.000 täglich verkauften Exemplaren. Auch hier gibt es mit 3,2% bzw. 6,4% einen deutlichen Auflagenrückgang.

Lediglich die rechte Zeitung Junge Freiheit (+9,7%) und der Freitag (+18,4%) konnten im Druckgeschäft zulegen.

Nicht erfasst sind in diesen Zahlen die immer weiter wachsenden Online-Angebote der Zeitungen. Die nüchternen Ziffern der Print-Produkte spiegeln also nicht ihre reale Reichweite im Pressebetrieb wider. Laut der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung e.V. (AGOF) besuchten täglich rund 667.000 verschiedene User die Webseite von BILD, 660.000 FOCUS Online und 595.000 SPIEGEL Online.