Die Wahlbeteiligung ist in Deutschland seit 2016 bei allen Wahlen deutlich angestiegen.

Seit dem vergangenen Jahr ist die Wahlbeteiligung bei allen Landtagswahlen gestiegen und zwar deutlich um bis zu zehn Prozentpunkte. Auch für die Landtagswahl in NRW am morgigen Sonntag rechnen Wahlforscher mit einem deutlichen Anstieg der Wahlbeteiligung.

Laut Infratest „dimap“ ist die Beteiligung bei den vergangenen Wahlen in Schleswig-Holstein (+4%), im Saarland (+8,1%), in Berlin (+6,7%), in Mecklenburg-Vorpommern (+10,4%), in Baden-Württemberg (+4,1%), in Rheinland-Pfalz (+8,6%) und in Sachsen-Anhalt (+9,9%) deutlich gestiegen. Traditionell liegt die Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen deutlich niedriger als bei Bundestagswahlen. Auch für die Bundestagswahlen im September wird nach einem langen Abwärtstrend eine deutlich höhere Wahlbeteiligung erwartet.

Doch nicht nur die Beteiligung an Wahlen, sondern auch die Mitgliederzahlen der Parteien wachsen wieder an, auch wenn die Austritte und die Überalterung weiter anhalten. Als Ursache nennt der bürgerliche Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer eine zunehmende Verunsicherung der Bevölkerung, die durch politisch instabilere Zeiten entstehe. Vor allem die Flüchtlingskrise und der Aufstieg rechter Bewegungen in Europa habe viele Menschen politisch aktiv werden lassen. Laut Niedermayer lassen sich deutlich mehr Menschen für politische Themen begeistern und mobilisieren, je unsicherer und ungewisser die nahe Zukunft scheint. Von einer dauerhaft erhöhten Politisierung geht der Wissenschaftler bisher nicht aus.