Studie: Mehr als zwei Milliarden Menschen sind übergewichtig

Ein internationales Forscherteam hat im „New England Journal of Medicine“ eine Studie zu Übergewicht und Fettleibigkeit veröffentlicht. Darin wird auf alarmierende Befunde hingewiesen. So geht die Studie von ca. zwei Milliarden übergewichtigen Menschen aus. Im Jahr 2015 waren noch rund 108 Millionen Kinder und 604 Millionen Erwachsene fettleibig, ergab die Studie. Der Prozentsatz fettleibiger Menschen hat sich zwischen 1980 und 2015 in mehr als 70 Ländern verdoppelt, in den meisten anderen Staaten ist er ebenfalls stetig nach oben gegangen. Von Übergewicht spricht man, wenn der Körper-Masse-Index (BMI) über 25 liegt, von Fettleibigkeit (Adipositas) bei einem BMI über 30. Um den BMI zu ermitteln, muss man das Gewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Größe (in Metern) teilen.

„Übermäßiges Körpergewicht ist eines der schwierigsten Gesundheitsprobleme der Gegenwart und betrifft fast jeden dritten Menschen“, sagte Erstautor Ashkan Afshin vom amerikanischen „Institute for Health Metrics and Evaluation“ (IHME). So starben im Jahr 2015 etwa 4 Millionen Menschen an den Folgen ihres sehr hohen Gewichts. Todesursachen waren in zwei Dritteln der Fälle Herzkreislauferkrankungen. Es folgten Diabetes mit rund 15 Prozent sowie chronische Nierenerkrankungen und Krebs mit jeweils unter 10 Prozent.

Ursachen sind unter anderem sinkende Einkommen: „Gewisse Fertigprodukte sind heute billiger, als wenn man selbst etwas zubereitet“, sagt Prof. Frank Jakobus Rühli vom „Institut für Evolutionäre Medizin“ (IEM) an der Universität Zürich.Vor allem arme Leute gäben immer weniger für Ernährung aus, da sie sich die Kalorien günstig holen könnten.

Die Kehrseite von Übergewicht sind Mangel und Unterernährung. So haben 795 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Einer von neun Menschen weltweit muss jeden Abend hungrig schlafen gehen.