Bundesregierung bestätigt riesige Rentenunterschiede zwischen Männern und Frauen.

Mit der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen bestätigt die Bundesregierung, dass Frauen in Deutschland im Durchschnitt 53 Prozent weniger Rente bekommen als Männer. Damit steht den Frauen im Alter weniger als die Hälfte im Vergleich zur Rente der Männer zur Verfügung. Dies schließt nicht nur die Zahlungen aus der gesetzlichen Rente, sondern auch die betriebliche und private Altersvorsorge mit ein.

Die Bundesregierung beruft sich bei ihrer Antwort auf Zahlen aus dem Jahr 2015. Seit 1995 hat sich danach der Abstand zwischen den durchschnittlichen Renten zwischen Frauen und Männern im Durchschnitt um gerade einmal 0,8 Prozentpunkte im Jahr verringert. Bei einer gleichbleibenden Veränderung würde sich das durchschnittliche Rentenniveau von Männern und Frauen frühestens 2060 angleichen.

Voraussetzung dafür müsste aber sein, dass sich sowohl Art und Umfang der Erwerbstätigkeit, wie auch die Bezahlung von Frauen sich denen der Männer anpassen. Denn immer noch arbeiten Frauen weit häufiger in nicht-sozialversicherungspflichtigen Minijobs oder sind lediglich teilzeitbeschäftigt. Bei den 44 – 66Jährigen sind mehr als die Hälfte der Männer in Deutschland vollzeitbeschäftigt, aber nur knapp 25 Prozent der Frauen. Hinzu kommen deutlich längere und häufigere Arbeitszeitunterbrechungen durch die Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen durch Frauen.

Aber auch für die gleiche Anzahl an geleisteten Arbeitsstunden bekommen Frauen nach wie vor rund 22 Prozent weniger Lohn, was sich später bei der Rente mit rund 30 Prozent weniger Geld auswirkt. Viele Frauen sind daher im Alter auf Unterstützungszahlungen des Staates angewiesen oder von der Rente ihres Partners abhängig.