Modernisierungen und energetische Sanierungen führen zu höheren Mieten. Eine Kurzstudie des „Berliner Mietervereins“ zeigt, dass die Mieten nach einer Modernisierung um durchschnittlich 42 Prozent steigen. Das führt zur Verdrängung der MieterInnen.

In einer Analyse von 200 Fällen im Zeitraum 2012-13 und 2015-16 hat der „Berliner Mieterverein“ die Mietentwicklung nach Modernisierungen untersucht. Durchschnittlich stieg die Miete um 2,44 Euro pro Quadratmeter oder 186,37 Euro im Monat. Das macht im Vergleich zum ortsüblichen Mietspiegel einen Anstieg von 42 Prozent aus. Die Nettokaltmiete wurde im Schnitt von 4,73 auf 7,14 Euro pro Quadratmeter erhöht.

Bei rund einem Viertel der Fälle stieg der Quadratmeterpreis pro Monat sogar um drei Euro und mehr. Zum Teil wurde die Miete sogar verdoppelt oder verdreifacht. In einer Wohnanlage Am Steinberg (Reinickendorf/Tegel) erhöhte der Vermieter sogar um 16,10 Euro pro Quadratmeter.

Entgegen der Erwartungen sinken die Energiekosten durch die Sanierungen jedoch kaum. Nur in manchen Fällen sei überhaupt eine Senkung des Energieverbrauchs ermittelt worden. In diesen Fällen sank der Verbrauch um ungefähr 35 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Bei aktuellen Energiepreisen würde das bei einer Wohnung von 70 Quadratmetern ein Ersparnis von 200 Euro im Jahr ausmachen. Dies steht im Verhältnis zu 1300 Euro mehr durch die Mieterhöhung.

Nur fünf Prozent der Eigentümer beantragen die staatlichen Fördermittel, die zur Umsetzung der Klimaschutzziele eingerichtet wurden. Die Eigentümer gehen davon aus, dass sie die Kosten über die Mieterhöhungen wieder einnehmen.

Die bisherigen MieterInnen können sich diese Mieterhöhungen oft nicht mehr leisten und werden aus ihren Wohnungen verdrängt. „20 bis 30 Prozent der Mieter verlassen die Wohnung schon nach der Ankündigung der Maßnahmen“, gibt Reiner Wild (Geschäftsführer des Mietervereins Berlin) an.