Offensiven und Anschläge der Taliban und des „Islamischen Staats“ halten weiter an.

Am Donnerstagabend kam es nahe der größten US-Basis in Afghanistan in Bagram bei Kabul zu einem Anschlag, bei dem drei Zivilisten und ein georgischer Soldat getötet wurden. Laut der örtlichen Polizei sei der Täter bei dem Angriff zu Fuß unterwegs gewesen und habe Frauenkleidung getragen. Neben den vier Opfern gibt es noch mindestens zehn weitere Verletzte. Das NATO-Partnerland Georgien hat fast neunhundert Soldaten in Afghanistan stationiert.

Ebenfalls am Donnerstag fand ein Überfall islamistischer Milizen des sogenannten „Islamischen Staats“  (IS) auf das Dorf Mirza Olang in der Provinz Sari-Pul im Norden Afghanistans statt. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Angreifern und der Polizei hielten rund 48 Stunden an. Am Samstagabend konnten der IS schließlich das Dorf einnehmen. Danach soll es laut einem Sprecher der Provinzverwaltung zu einem Massaker an rund 50 Dorfbewohnern gekommen sein. Weitere 25 Zivilisten werden vermisst.

Laut Innenminister Thomas de Maizière gäbe es hingegen in Afghanistan sichere Gebiete, darunter viele Provinzen im Norden und die Hauptstadt Kabul. In Afghanistan sind im Jahre 2016 fast 6.000 ZivilistInnen verletzt und über 2.500 Menschen bei Anschlägen und bewaffneten Angriffen getötet worden. Die Anerkennungsquote bei Asylverfahren ist in den letzten zwei Jahren von rund 80% auf unter 50% gesunken und Abschiebungen nach Afghanistan werden konsequent umgesetzt.