Übergriffe, Diskriminierung und Nachteile aufgrund von Herkunft oder Religion nehmen in Europa deutlich zu.

Laut einer Studie der „Agentur der Europäischen Union für Grundrechte“ (FRA, engl.: European Union Agency for Fundamental Rights) nimmt die Diskriminierung von Muslimen in Europa deutlich zu. Im Jahr 2016 befragte die Agentur dazu 10.500 Personen, die sich selbst als Muslime bezeichneten, dies in 15 EU-Mitgliedsstaaten.  Rund die Hälfte der befragten Personen hatte die einheimische Staatsangehörigkeit.

Ein Großteil der befragten Menschen fühlte sich stark mit dem Land verbunden, in dem sie leben (76 Prozent). Dabei steigt das Zugehörigkeitsgefühl ebenso wie das Vertrauen in staatliche Institutionen wie Polizei, Justiz und Politik mit dem Besitz der jeweiligen Staatsangehörigkeit deutlich an. Insgesamt vertrauen der Studie zufolge Muslime staatlichen Institutionen sogar mehr als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Einen deutlichen Anstieg musste die Studie hingegen bei Übergriffen und Diskriminierungen von Muslimen feststellen. So gaben 39 Prozent der Befragten an, in den vergangenen fünf Jahren wegen ihrer Herkunft oder ihres Migrationshintergrunds diskriminiert worden zu sein. Besonders häufig wurde dies bei der Job- und Wohnungssuche angegeben.

Direkt auf Grund ihrer muslimischen Religion wurden rund 17 Prozent diskriminiert. Dies ist eine deutliche Steigerung im Bezug zu älteren Befragungen. Bei einer ähnlichen Studie 2008 waren es erst knapp 10 Prozent der Befragten.

Für Deutschland zeigte die Studie einen entscheidenden Unterschied zwischen verschiedenen muslimischen Gruppen: So gaben nur 18 Prozent der türkischstämmigen Muslime an, diskriminiert zu werden, jedoch 50 Prozent der Befragten aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara.